27. Juli 2015

AtomLeap: Eine reale Chance für Hardware-Start Ups?

Passend zum Start seines Collider Camps für ausgewählte Hardware-Start Ups hat der Accelerator AtomLeap am vergangenen Freitag zur Vorstellung und Bekanntgabe geladen. Roboterwelt war natürlich dabei.

Empfang bei AtomLeap Empfang und Kontaktbörse © Roboterwelt

Zunächst kurz zur Erklärung, was ein Accelerator eigentlich ist und tut: Der Begriff ist vor allem in der Start Up-Szene gängig und bekannt, da es sich dabei um Institutionen handelt, die junge Unternehmen mithilfe von Expertise, Kontakten und Ressourcen zwar über einen nur begrenzten Zeitraum, dafür aber äußerst intensiv fördern. Diese „Beschleuniger“ bringen ihre selbst ausgewählten Schützlinge nach der erfolgreichen Bewerbung in einem „Boot Camp“ zusammen, in dem sie ihre Ideen dann zu einem tatsächlichen Produkt ausarbeiten.

AtomLeap fungiert in Berlin ähnlich den TechFounders, die in München Technologie-Start Ups unter die Arme greifen, ist jedoch auf den Bereich Hardware spezialisiert. Der Grund dafür liegt laut Tim Dümichen von KPMG (zumindest in Deutschland) in der Problematik fehlender Hardware, der in Zusammenhang mit dem Internet der Dinge eine große Rolle zukommt. Start Ups aus diesem Bereich werden deshalb heute schon als zukünftige Innovationstreiber gehandelt, weswegen ihre Förderung dringend nötig ist.

Die selbst noch frische Unternehmung AtomLeap (vor etwa vier Monaten wurde mit der Arbeit begonnen), die bisher bereits namhafte Partner, wie KPMG, das FabLab Berlin, EnBW oder auch die Technologiestiftung Berlin, gefunden hat, präsentierte sich am Freitag bei seiner Auftaktveranstaltung zur Ankündigung des ersten 2-monatigen Collider Camps (24. Juli bis Mitte September) im Berliner KPMG-Gebäude bestens gelaunt und sehr ambitioniert.

Das Team von AtomLeap Das Team von AtomLeap © Roboterwelt

Durch die einstündige Veranstaltung führte Robin Tech, Mitbegründer von AtomLeap, der zu Beginn und zum Schluss die Motivation hinter AtomLeap, die Inhalte des Collider Camps (Workshops, 1:1 Sessions, Coachings, Unterstützung beim Produktdesign, geschäftlichen und rechtlichen Belangen etc.) und die damit verbundenen Hoffnungen zum Ausdruck brachte. Im weiteren Verlauf hatten dann die eigentlichen Hauptakteure, die ausgewählten Start Ups, die Möglichkeit, sich und ihr (hoffentlich bald marktfähiges) Produkt – leider nur recht knapp – den Gästen und Partnern vorzustellen.

Silver Cube

Sprecher Silver Cube Silver Cube © Roboterwelt

Bei Silver Cube handelt es sich um ein mobiles Gerät, das für Personen im Alter von 65 Jahren und älter konzipiert wurde, die zunehmend schlechter sehen, hören oder ähnliche Defizite feststellen. Silver Cube soll diesen Personen dabei helfen, sich trotz mangelnder Fähigkeiten weiterhin gut im Alltag zurechtzufinden und ihnen zugleich einen einfachen Zugang zum Digitalen zu ermöglichen. Die Entwickler sehen in den nächsten Wochen den ersten Testläufen entgegen.

Urban Totem

Sprecherin Urban Totem Urban Totem © Roboterwelt

Mit Urban Totem, einer interaktiven Informationsplattform, soll eine digitale Infrastruktur geschaffen werden, die innerhalb von Städten nicht nur kostenlose digitale Services, wie eine Ladestation für mobile Geräte oder WLAN-Zugang, zur Verfügung stellt, sondern gleichzeitig auch Menschen miteinander verbindet. Die innerhalb einer Stadt verteilten Totems dienen dabei als Treffpunkt, als Ort des Relaxens und als Arbeitsstation gleichermaßen, und sollen darüber hinaus energiebewusst mittels Solarenergie betrieben werden.

Laydrop

Sprecher Laydrop Laydrop © Roboterwelt

Laydrop ist unter den AtomLeap-Start Ups das am weitesten Fortgeschrittene, da das Unternehmen bereits Produkte auf dem Markt anbietet. Genauer handelt es sich dabei um 3D-Drucker, die allerdings als DIY-Kit oder zuvor ausgedruckt und bereits montiert erworben werden können. Die Gehäuseteile des 3D-Druckers können hier also selbst am 3D-Drucker gefertigt und später zusammengebaut werden.

IO Plug

Sprecher IO Plug IO Plug © Roboterwelt

Bei IO Plug handelt es sich um einen smarten Steckdosenadapter, der über das Smartphone angesteuert werden kann, um so die daran angeschlossenen Geräte zu bedienen. Zugrunde liegt dieser Idee ein optimierter Stromverbrauch sowie die optimale Kontrolle der innerhalb eines Hauses genutzten Elektronik.

Visioos

Visioos arbeitet an smarten Brillen, die für industrielle Anwendungen gedacht sind. Ausgestattet mit einer Kamera helfen diese Wearables Technikern und Arbeitern, bestehende technische Probleme zu lösen, auch wenn sie nicht alle vor Ort sind. So kann der Mitarbeiter, der den Fehler direkt in Augenschein nimmt, seinen Kollegen nicht nur mittels Kameraübertragung den optischen Zugang zum Problem ermöglichen, sondern auch über die Brille in Echtzeit mit ihnen kommunizieren.

Wotch

Sprecher Wotch Wotch © Roboterwelt

Mithilfe von Wotch sollen Liebhaber von Armbanduhren ihre Lieblingsstücke auf den heutigen Stand der Technologie upgraden können. Die interessante Idee sieht dabei vor, dass das wertvolle Gehäuse der jeweiligen Uhr mit einem smarten Armband versehen wird, wodurch am Ende Kombinationen aus feinster Uhrenmechanik und digitaler Technologie hervorgehen.

Horse Analytics

Sprecherin Horse Analytics Horse Analytics © Roboterwelt

Mit Horse Analytics wird die große Industrie der Pferdebesitzer, -züchter, -trainer, -liebhaber etc. angesprochen, die sehr darauf bedacht ist, ihre Tiere gesundheitlich und emotional zu überwachen. Mithilfe entsprechender IoT-Gerätschaften sollen dementsprechend relevante Daten in Echtzeit gesammelt und analysiert werden, damit die Gesundheit der Pferde garantiert ist.

Ledburn

Sprecher Ledburn Ledburn © Roboterwelt

Ledburn bietet eine Plattform, die Makern, Unternehmern und Ingenieuren helfen soll, skalierbare, miteinander verbundene Geräte zu bauen. Jeder soll dazu befähigt werden, zu bauen, was er braucht, und zwar in kürzerer Zeit als es bisher möglich war.

Nach den Collider Camp-Teilnehmern traten zwei der AtomLeap Alumni-Start Ups auf die Bühne, um sich ebenfalls kurz vorzustellen. Laut Homepage waren diese Teil der Beta-Phase von AtomLeap, in der beide Kooperationspartner voneinander lernten.

BuddyGuard

Sprecher BuddyGuard Buddy Guard © Roboterwelt

BuddyGuard hat ein Heimsicherheitssystem geschaffen, dass nicht dazu dient, den eigenen Lebensstil danach auszurichten, sondern das sich smart an den Lebensstil des Nutzers anpassen soll. Die Kombination aus Design und Funktionalität scheint gut anzukommen, da das Team von BuddyGuard laut eigener Aussage bereits in den nächsten 9 Monaten global starten wird.

RetroBrain

Sprecher RetroBrain RetroBrain © Roboterwelt

Das Team von RetroBrain kommt sowohl aus der Medizin als auch aus der Games Branche und widmet sich der Hilfe älterer Menschen. Die therapeutische Videospielplattform Memore bietet diesen leicht zugängliche therapeutische Aufgaben, die auf spielerische Art individuell fordern und fördern. Als Grundlage dienen bewährte Therapiemethoden aus den Bereichen Bewegung, Neuropsychologisches Training, Musik und Biographiearbeit.

Fazit

Ob AtomLeap am Ende tatsächlich erfolgreiche Unternehmungen aus den teilnehmenden Start Ups machen kann, zeigt sich in den nächsten acht Wochen. Bisher ist nur bekannt, dass es lediglich die Hälfte der Jungunternehmer in die Finalrunde des Collider Camps schafft, denn bereits nach den ersten vier Wochen kommt es zu einer Zwischenauswahl der vielversprechendsten Start Ups. Da AtomLeap zudem zum ersten Mal ein solches Boot Camp durchführt, lässt sich auch nicht anhand vergangener Events dieser Art bewerten wie effektiv die Unterstützung tatsächlich ist. Klar ist aber, dass es sich für die einzelnen Start Ups um eine Chance handelt, mit den richtigen Leuten und vor allem Ressourcen in Kontakt zu treten, die so schnell nicht wieder erreichbar sein werden. Wir wünschen Ihnen auf jeden Fall ganz viel Erfolg!


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