2. November 2015

Gespräche auf der Maker Faire Rom 2015: #1 InMoov

Der InMoov ist ein humanoider Roboter, dessen Einzelteile größtenteils aus dem 3D-Drucker stammen. Auf der Maker Faire in Rom sprachen wir mit einem der Entwickler des innovativen Roboters.

Mit dem 3D-Druck werden mittlerweile nicht nur günstige Prototypen aller Art erstellt, sondern auch wichtige Einzelteile, die im Fertigungsprozess von diversen Produkte Verwendung finden. Selbst die NASA nutzt Teile aus dem 3D-Drucker zur Herstellung ihrer Trägerraketen. Und auch bei privaten Anwendern erfreut sich der 3D-Druck zunehmender Beliebtheit; nicht zuletzt, weil der Preis der Drucker stetig sinkt. Doch ein kompletter humanoider Roboter aus dem 3D-Drucker klingt auch heute noch wie eine utopische Vorstellung. Auf der diesjährigen Maker Faire Rom trafen wir Tüftler, die daran arbeiten, diese Vorstellung real werden zu lassen. InMoov nennt sich das Roboter-Projekt, bei dem nahezu alle Einzelteile aus dem 3D-Drucker stammen. Wir sprachen mit Alessandro Didonna, einem der Entwickler von InMoov.

Sebastian Scholtysek: Herr Didonna, können Sie das Projekt InMoov beschreiben?

Alessandro Didonna: InMoov ist ein Roboter, dessen Teile man mithilfe eines 3D-Drucker drucken kann. Die Druckdateien der Einzelteile sind im Internet frei verfügbar. Natürlich können noch nicht alle Teile gedruckt werden, beispielsweise müssen die Motoren gekauft werden. Da der Erfinder von InMoov, Gael Langevin, jedoch viel Wert darauf gelegt hat, dass wirklich jedermann die Möglichkeit hat, den Roboter zu bauen, verwenden wir gewöhnliche Motoren, die in Shops wie Hobbyking.com zu erwerben sind. Für den Zusammenbau gibt es zudem etliche Video-Tutorials, die den Aufbau Schritt für Schritt erklären.

Sebastian Scholtysek: Mit welcher Software wird der InMoov betrieben?

Alessandro Didonna: Als Mikrocontroller kann entweder ein Arduino Juno oder ein Ardunio Mega verwendet werden. Die dazugehörige Software findet man auf der Plattform myRobotlab.com, einer community auf der Software zur Steuerung von Robotern angeboten wird. Der Roboter gehört also sowohl was die Hardware als auch die Software anbetrifft zur Open-Source-Kategorie.

Ein humanoider Roboter aus dem 3D-Drucker - auch das gab es auf der Maker Faire Rom.

Der InMoov ist in etwa so groß wie ein Mensch. © Roboterwelt

Sebastian Scholtysek: Was sind die Vorteile eines Roboters aus dem 3D-Drucker?

Alessandro Didonna: Zu allererst ist natürlich der Preis zu nennen: Ein kompletter Roboter kostet ungefähr 600 bis 700 Euro. Das ist für einen humanoiden Roboter ein äußerst günstiger Preis. Außerdem ist solch ein Roboter deutlich leichter und verbraucht darum weniger Energie. Natürlich ist das Material aus dem 3D-Drucker nicht so stabil wie Plastik, Carbon, Aluminium oder andere Materialien, die in herkömmlichen Robotern verbaut werden.

Sebastian Scholtysek: Was sind denkbare Einsatzgebiete des InMoov?

Alessando Didonna: Der InMoov ist sicherlich für Forschungseinrichtungen und Universtitäten ein interessanter Roboter. Aufgrund seines geringen Preises ist er ideal für Tests im Bereich der Robotik. Aber er richtet sich auch an interessierte Bastler, die einen eigenen humanoiden Roboter bauen wollen. Darüber hinaus arbeiten wir an einer teleoperierenden Variante des InMoov. Das heißt, dass der Roboter aus der Ferne gesteuert werden und zudem mit einer Kamera ein Livebild übertragen kann. Diese Variante könnte dann beispielsweise von bettlägerigen Menschen benutzt werden, die von zu Hause aus mit dem Roboter einen Zoo-Ausflug oder ähnliche Aktivitäten durchführen können.

Sebastian Scholtysek: Vielen Dank für das Interview.

 


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