18. Oktober 2015

Maker Faire Rom 2015 Teil 1: Leben mit den Maschinen

Alljährlich im Oktober präsentiert sich Rom als die Pilgerstätte schelchthin für Bastler, Ingenieure und DIY-Jünger. Denn dann lädt die ewige Stadt zur europäischen Edition der Maker Faire ein. Wir haben uns auf der diesjährigen Ausstellung umgeschaut.

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Vom 16. bis zum 18. Oktober fand zum dritten Mal die Maker Faire Rom statt. Die Maker Faire, das ist die weltweilt erfolgreichste Do-It-Yourself-Messe mit allein 131 Ausstellungen über den Globus – in Deutschland sind Hannover und Berlin die Austragungsorte – verteilt und 1,5 Millionen Besuchern allein im Jahr 2014. Nach den Flaggschiff-Events in San Francisco und New York folgt Rom als größter Zuschauermagnet. Zu Recht präsentiert sie sich als die gesamteuropäische Version der Maker Faire. Wir haben sie für euch besucht und präsentieren euch einen kleinen Einblick in die faszinierende Ausstellung, deren diesjähriges Motto „Life with the Machines“ lautete.

Mehr als 600 Aussteller präsentierten ihre Projekte auf der Maker Faire Rom.

Mehr als 600 Aussteller präsentierten ihre Projekte auf der Maker Faire Rom. © Roboterwelt

Mehr als 600 Aussteller folgen der Einladung

Der Maker ist ein begnadeter Bastler, der eine große Leidenschaft für Technologie, Design, Nachhaltigkeit und alternative Business-Modelle besitzt und diese am liebsten in online-communities teilt. Was aber passiert, wenn die Makers ihre Online-Refugien verlassen und sich zu einem großen Austausch in der Realität treffen und dabei noch die ganze Welt einladen? Richtig, ein grandioses und inspirierendes Panoptikum voller kurioser Erfindungen. So zumindest unsere Vorstellung vor dem Besuch der Messe. Und wie sich später zeigte, sollten wir nicht enttäuscht werden.

Aber ein Schritt nach dem anderen: Gleich beim Betreten des Messegeländes – wie in den Jahren zuvor, war auch dieses Mal das imposante Tor der Universität La Sapienza Rom am Piazzale Aldo Moro der Eingangsbereich der Ausstellung – wurde uns klar, dass es sich um eine Messe großen Ausmaßes handelt. In 34 Zelten und Pavillons über dem Campus verteilt präsentierten über 600 Aussteller ihre Projekte. Die Zelte teilten sich dabei in fünf thematische Kategorien ein: 1. People & Life, 2. Home, Cities & Environment, 3. Next Tech, 4. Makers Culture und 5. Learning by Doing. Darüber hinaus gab es Dutzende weiterer Räumlichkeiten, in denen Workshops angeboten und Vorträge gehalten wurden sowie Diskussionen stattfanden.

Auch in diesem Jahr bot der Campus der Universität La Spienza in Rom die Fläche für die Ausstellung. Mehr als 600 Aussteller präsentierten ihre Projekte auf der Maker Faire Rom.

Auch in diesem Jahr bot der Campus der Universität La Spienza in Rom die Fläche für die Ausstellung. © Roboterwelt

Italiens Schüler belagern die Messe

Am Freitagmorgen dominierten Schülerinnen und Schüler das Besucherbild der Messe. Unzählige Busse schafften die Schülerschaaren heran, die vor allem in den Learning-By-Doing-Zelten für ein dichtes Gedränge sorgten. Abgesehen davon, dass an einigen Ausstellungsorten der Besucherstrom zum Erliegen kam, war es erfrischend zu sehen, mit welcher Neugier die Kinder die Stände erkundeten. Die Aussteller zeigten sich dabei keineswegs abgeschreckt und erlaubten jedem Interessierten – Erwachsenen und Kindern gleichermaßen – bereitwillig ihre Erfindung zu inspizieren oder, wenn möglich, auszuprobieren. So, wie es sich eben auf solch einer Messe gehört.

Das Publikum der Messe war erstaunlich jung.

Das Publikum der Messe war erstaunlich jung. © Roboterwelt

Überhaupt schien ein Merkmal der Aussteller zu sein, dass sie keine Angst davor hatten, dass man ihre Exponate nicht nur bestaunte, sondern sie die Besucher auch in die Hand und genau unter die Lupe nahmen. Gepaart mit der Freundlichkeit und Heiterkeit der vorwiegend italienischen Aussteller sorgte dies für eine tolle Messen-Atmosphäre. Nach einer Weile löste sich dann auch das anfängliche Gedränge auf. Der Grund dafür: Abseits der Stände begannen nun die Workshops für Kinder und Jugendliche.

Drohnen waren auch in diesem Jahr ein bestimmendes Thema an den Ständen.

Drohnen waren auch in diesem Jahr ein bestimmendes Thema an den Ständen. © Roboterwelt

Drohnen, Drohnen und nochmals Drohnen

Die übrigen fanden sich an dem House of Drones ein – einer Art Flugkäfig für Drohnen. Hier vollführten wagemutige Piloten spektakuläre Flugmanöver. Überhaupt waren Drohnen eines der dominierenden Themen der Messe. Neben Dutzenden von verschiedensten Drohnentypen, vornehmlich waren dies – wie sollte es auf einer DIY-Messe auch anders sein – Drohnen zum Selberzusammenbauen –, entdeckten wir einen Aussteller, der eine Steadycam speziell für Drohnen vorstelle. Wie uns der Erfinder Enrico Magnoni erklärte, seien die von ihm aus Karbon gefertigten Schwebestative so leicht, dass sie beinahe von jeder Drohne getragen werden können – vorausgesetzt das Gewicht der Kamera übersteigt nicht die maximale Traglast des Flugkörpers. Magnoni plant in Zukunft Steadycams herzustellen, die an beinahe allen Drohnen montiert werden können. Ruckelfreie Luftaufnahmen könnten so auch Hobbyfilmer aufnehmen, die nicht die dafür bislang erforderliche Spezialgerätschaft besitzen.

Innovatives aus dem 3-Drucker

 Ein weiterer unübersehbarer Schwerpunkt war der 3-Scan und -Druck. An unzähligen Ständen stellten Tüftler ihre Neuerungen im Bereich des dreidimensionalen Druckes vor. Besonders beeindruckte uns ein von zwei jungen italienischen Ingenieuren entworfenes Exoskelett für den Arm, mit dem beispielsweise nach Armbrüchen rehabilitative Bewegungen ausgeführt werden können und dessen Einzelteile komplett aus dem 3D-Druck stammen. Schon in Kürze wollen die beiden Jungunternehmer ein vergleichbares Exoskelett für das Bein entwerfen.

Exoskelett aus dem 3D-Drucker.

Exoskelett aus dem 3D-Drucker. © Roboterwelt

Als nicht minder innovativ und eines der spektakulärsten Projekte der gesamten Ausstellung überhaupt präsentierte sich der humanoide Roboter des französischen Designers Gael Langevin. InMoov nennt sich dieser und ist ungefähr so groß wie ein Mensch. Auch seine Einzelteile können beinahe alle ausgedruckt werden. Der InMoov sei in erster Linie für Universitäten und Forschungseinrichtungen gedacht, gestand uns Langevin im Interview. Aber auch ambitionierte Bastler könnten den Humanoiden aus dem Drucker zusammenbauen.

Gael Langevin und sein Projekt - der humanoide Roboter InMoov.

Gael Langevin und sein Projekt – der humanoide Roboter InMoov. © Roboterwelt

Musik der etwas anderen Art

Auch musikalisch wurde allerhand geboten. Ein ganzer Pavillion widmete sich dem Thema Musik. Auf einer Bühne gab es zudem mehrere musikalische Acts zu erleben. Aus dem Staunen gar nicht mehr heraus kamen wir, als die One Love Machine Band eben diese betrat. Diese lustige Kombo ist nämlich eine Band, deren Mitglieder Roboter sind. Besonders witzig: Der Manager nennt sich Sir Elton Junk. Gesteuert wurden die rockenden Roboter vom Berliner Künstler Kolja Krüger. Das Konzert kulminierte in einem famosen Stück mit Namen „Speed up“. Für uns hieß es danach allerdings erst einmal „calm down“, denn der Abschluss des Konzertes bedeute für uns zugleich das Ende des ersten Tages auf der Maker Faire Rom 2015.

Ein Anziehungspunkt was das House of Drones.

Ein Anziehungspunkt was das House of Drones. © Roboterwelt

 

Auch die kleinsten Besucher zeigten sich begeistert von der Ausstellung.

Auch die kleinsten Besucher zeigten sich begeistert von der Ausstellung. © Roboterwelt

 

Drohnen gab es in allen nur denkbaren Ausführungen zu bestaunen.

Drohnen gab es in allen nur denkbaren Ausführungen zu bestaunen. © Roboterwelt

 

Ein humanoider Roboter aus dem 3D-Drucker - auch das gab es auf der Maker Faire Rom.

Ein humanoider Roboter aus dem 3D-Drucker – auch das gab es auf der Maker Faire Rom. © Roboterwelt

 

Auch die audiophilen Besucher kamen auf der Messe nicht zu kurz.

Auch die audiophilen Besucher kamen auf der Messe nicht zu kurz. © Roboterwelt


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