23. Oktober 2015

Maker Faire Rom 2015 Teil 2: Panoptikum von Kuriositäten

Vom 16. bis zum 18. Oktober war Rom das Mekka der Maker-Szene. Denn an diesem Wochenende fand die dritte Ausgabe der Maker Faire Rome statt. Wir waren für euch vor Ort.

Nachdem am ersten Tag das Publikum vor allem von Schülern und Schülerinnen dominiert wurde, zeigte sich die Besucherschaft am Wochenende bunt gemischt: Nicht nur waren alle Altersklassen vertreten, sondern auch das Geschlechterverhältnis war beinahe ausgeglichen. Angesichts des breiten Themenfeldes verwunderte uns das nicht. Denn neben den erwartbaren Themen einer Maker-Messe wie 3D-Print, Open Source und Robotik – , wurden an etlichen Ständen Lifestyle-, Food- oder Recycling-Projekte vorgestellt.

Auch Kulinarisches wurde allerhand geboten.

Auch Kulinarisches wurde einiges geboten. © Roboterwelt

A propos Recylcing: Der Trend des sogenannten Upcyclings, sprich auf den ersten Blick für ein Produkt ungeeignete zumeist organische Materialien zur dessen Herstellung zu verwenden, war auch auf der Maker Faire Rome allgegenwärtig. So präsentierten Hersteller beispielsweise Sonnenbrillen aus Holz, Fahrräder aus Bambus oder Roboter aus Papier.

Trend organische Materialien: Sonnenbrillen aus Holz waren nur eines von vielen Projekten.

Trend organische Materialien: Sonnenbrillen aus Holz waren nur eines von vielen Projekten. © Roboterwelt

Intel und Arduino stellen Genuino vor

Im Mittelpunkt der Maker Faire standen keineswegs größere Firmen, sondern vielmehr die Tüftler und Bastler, die ohne auf die Ressourcen eines größeren Unternehmens zurückgreifen zu können, ihre Erfindungen ins Leben rufen. Dennoch präsentierte sich auch der ein oder andere Big Player auf der Messe wie beispielsweise Google oder Microsoft.

Microsoft warb für sein neues Betreibssystem Windows 10.

Microsoft warb für sein neues Betreibssystem Windows 10. © Roboterwelt

Für großes Aufsehen sorgte dabei der Chip-Gigant Intel, der das zusammen mit Arduino entwickelte Board Genuino 101 vorstellte. Dieses mit einem 32-Bit-Controller ausgestattete Board zeichnet sich durch einen geringen Stromverbrauch aus und besitzt neben einem Bluetooth-Modul einen kombinierten 6-Achsen-Sensor mit Gyroskop und einen Beschleunigungssensor. Der Genuino 101 sei vor allem für Bildungseinrichtungen und zur Förderung des Maker-Nachwuchses entwickelt worden, erklärte uns ein Sprecher von Arduino. Ob er wie seine Arduino-Ahnen zur Kategorie der Open-Source-Hardware gehören wird und somit nachgebaut werden darf, ist noch unklar. Anfang 2016 soll der Genuino 101 in Europa auf den Markt kommen.

Der Geniono 101 wurde als neue Board-Alternative für Maker präsentiert.

Der Geniono 101 wurde als neue Board-Alternative für Maker präsentiert. © Roboterwelt

Fortschrittlicher Telepräsenzroboter GiraffPlus

Auch in der Robotik gab es einige Innovationen zu bestaunen. Von einigen wie dem humanoiden Roboter InMoov berichteten wir bereits in unserem ersten Bericht von der Maker Faire Rome. Ein weiteres auf der Maker Faire vorgestelltes Robotik-Projekt war der Telepräsenzroboter GiraffPlus. Bei diesem handelt es sich um einen mobilen Roboter, der ein Skype-ähnliches Interface zur Kommunikation verwendet und der speziell auf die Betreuung von älteren und hilfsbedürftigen Personen ausgerichtet ist. So können seine eingebauten Sensoren den Blutdruck messen oder erkennen, wenn eine Person zu Boden fällt. In diesem Fall schlägt der GiraffPlus Alarm und benachrichtigt einen menschlichen Betreuer. Bislang ist der GiraffPlus ein Pilotprojekt und wird in Schweden, Italien und Spanien von 15 Testpersonen getestet.

Vorhang auf für das Kuriositätenkabinett

Auch für diejenigen, die sich aktiv oder gar interaktiv auf der Messe betätigen wollten, hatte die Messe allerhand zu bieten. Neben den zahlreichen Workshops – diese wurden zu unserem Bedauern nahezu alle in Italienisch abgehalten – wurde man an vielen Ständen zum Ausprobieren und Mitmachen eingeladen. Besonders viel Spaß hatten wir dabei mit dem Fallschirm-Simulator einer Forschungsgruppe der Universität Utrecht. Dank eines Datenhelms mit Display und eines Full Body Motion Tracking-Systems hatte man tatsächlich den Eindruck, man würde sich aus einem Flugzeug in die Tiefe stürzen.

Virtuelles Fallschirmspringen war nur eines von vielen Projekten, das zum selbst ausprobieren einlud.

Virtuelles Fallschirmspringen war nur eines von vielen Projekten, das zum selbst ausprobieren einlud. © Roboterwelt

Der Spaßfaktor auf der Maker Faire wurde auch dadurch gesteigert, dass sich die Messe zuweilen als Ansammlung äußerst schräger Erfindungen präsentierte. Da gab es ein Sofa, das die Stimmungslage des auf ihm sitzenden Menschen erkannte, einen mobilen, autonomen Kochtopf oder musizierende Stoffaffen. Zum Schmunzeln brachte uns auch der RecylceBot, eine Sortiermaschine, die mithilfe von an Flaschen und Dosen angebrachten Scancodes diese in die richtigen Abfalleimer einsortierte.

Wir freuen uns auf’s nächste Jahr!

Alles in allem war die Maker Faire in Rom eine Messe mit einer Vielzahl an genialen Projekten. Das Festival ließ nicht nur das Bastler-Herz höher schlagen, sondern gewährte auch allen anderen Interessierten einen Einblick in den Output der Maker-Szene. Ohne Zweifel wird sich die eine oder andere auf dem Festvial enthüllte Erfindung ihren Weg zum kommerziellen Erfolg bahnen und vielleicht auch unser Leben in Zukunft verändern.
Einziger Wermutstropfen der Messe: Am Freitagnachmittag kam es vor dem Haupteingang der Messe zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Studierenden, die unter dem Motto „Maker Faire – für wen? Nicht für mich!“ dagegen protestierten, dass die Veranstaltung ihren Campus blockierte und ihnen im Gegenzug kein freier Eintritt gewährt wurde.

Am Rande der Maker Faire kam es zu unschönen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Studierenden

Am Rande der Maker Faire kam es zu unschönen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Studierenden. © Roboterwelt

 

Auch dieser Bolide mit Elektromotor wurde vorgestellt.

Auch dieser Bolide mit Elektromotor wurde vorgestellt. © Roboterwelt

 

Vorstellung des Telepräsenzroboters GiraffPlus.

Vorstellung des Telepräsenzroboters GiraffPlus. © Roboterwelt

 

Natürlich wusste man auf der Maker Faire in Rom den größten Erfinder zu würdigen.

Natürlich wusste man auf der Maker Faire in Rom den größten Erfinder zu würdigen. © Roboterwelt

 

Kuriositätenkabinett I: Autonomer und mobiler Kochtopf.

Kuriositätenkabinett I: Autonomer und mobiler Kochtopf. © Roboterwelt

 

Kuriositätenkabinett II: Musizierender Affe.

Kuriositätenkabinett II: Musizierender Affe. © Roboterwelt


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