6. Januar 2015

Neues vom Google Self-Driving Car Project: Die „Knutschkugel“ ist einsatzbereit

Google hat sich selbst ein besonderes Weihnachtsgeschenk gemacht: den ersten voll funktionsfähigen Prototypen seines autonomen Autos. Das Google Self-Driving Car Project wird 2015 einen Meilenstein erreichen, wenn die Roboterautos sich in den normalen Verkehr mischen.

Das Google Self-Driving Car.

Zukunftsvision oder bald Wirklichkeit? Das Google Self-Driving Car soll 2015 die Teststrecken verlassen.

Wichtige Änderungen am ersten Prototypen

Im Mai 2014 hatte der Großkonzern den ersten Prototypen seines Autoprojektes enthüllt. Damals waren die Scheinwerfer noch Attrappen und die überdimensionale „Glocke“ auf dem Dach wirkte befremdlich. Der niedlich anmutende Zweisitzer diente zunächst nur der Präsentation. „Knutschkugel“, „rollendes Ei“, „fahrender Koala“, „Nussschale“ oder „Comicauto“ gehörten noch zur netten Kritik. Seitdem wurde noch einmal intensiv an dem Gefährt getüftelt. Zwar wurde das ursprüngliche Design in den Grundzügen beibehalten, denn die abgerundeten Ecken dienen der optimalen Funktionsfähigkeit der Sensoren, die 360 Grad und zwei Fußballfelder weit „sehen“ können. Das Lidar-System (Laser detection and ranging) auf dem Dach ist allerdings deutlich geschrumpft und mit einer Haube abgedeckt, die an ein Blaulicht erinnert. Außerdem sind die falschen Scheinwerfer echten gewichen und die Sensorik und die Software wurden noch einmal überarbeitet. Doch die wichtigste Änderung ist, dass das Google Self-Driving Car nun auch ein Lenkrad und eine Bremse besitzt – denn das schreibt das kalifornische Gesetz vor. Die Möglichkeit, dass ein Mensch eingreift, muss gegeben sein. Um diesen Kompromiss kam Google nicht herum, will das Unternehmen seine „Knutschkugel“ doch schon 2015 auf die Straßen Nordkaliforniens schicken. Die eigene Teststrecke wurde 2014 ausführlich genutzt; nun steht der Härtetest unter realen Bedingungen bevor.

Googles Zeitplan für das Projekt ist optimistisch

Während dieser Tests sollen möglichst viele Daten gesammelt werden, sodass der Prototyp anschließend weiter perfektioniert werden kann. Laut den Mitarbeitern des Projekts besteht die größte Herausforderung nicht in der Herstellung der Hardware, sondern in der Entwicklung der Software. Doch es gibt nicht nur Technisches zu bedenken: Bevor die autonomen Autos gleichberechtigt am Verkehr teilnehmen können, müssen sowohl gesetzliche als auch ethische Hürden überwunden werden. Google ist optimistisch: Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll das Modell, das bis jetzt schon einen dreistelligen Millionenbetrag verschluckt hat, in den Handel kommen. Dabei wird das Internetunternehmen aber nicht selbst zum Automobilhersteller. Derzeit läuft die Suche nach geeigneten Partnern in der Industrie.

Das Self-Driving Car Project ist das wohl langfristigste Projekt von Google. Nachdem zunächst Fahrzeuge anderer Hersteller wie Toyota und Honda umgerüstet wurden, hat sich Google schon früh auf die Konstruktion eines eigenen Modells konzentriert. Beobachtern zufolge wird sich das autonome Fahren zum zentralen Mobilitätskonzept der Zukunft entwickeln – insofern nimmt Google hier eine Vorreiterrolle ein. Wann in Deutschland autonome Autos über die Straßen rollen werden, ist noch völlig ungewiss.


Quellen:


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