18. Juni 2015

Gespräche auf der Maker Faire Hannover 2015: #2 Ralf Lürig/ IGS Mühlenberg

Eine Schule auf der Maker Faire? Warum nicht? Gerade in Zusammenarbeit mit jungen Technikbegeisterten entstehen häufig innovative Projekte. Britta Zachau von Roboterwelt hat sich in Hannover den Stand der Integrierten Gesamtschule Mühlenberg angeschaut und sich von Ralf Lürig erklären lassen, inwiefern Roboter und 3D-Drucker im Schulalltag Platz finden.

IGS Mühlenberg

Alles Schülerprojekte: An der IGS Mühlenberg werden MINT-Projekte gefördert. © Roboterwelt

Britta Zachau: Wie sind Sie dazu gekommen, das Projekt R4e1 (Robot 4 each 1) zu starten?

Ralf Lürig: Da haben sich einige Kollegen der IGS Mühlenberg zusammengetan und wir haben uns gesagt: Warum probieren wir es nicht einfach mal aus, einen Roboter selbst zu bauen. Geplant ist, nach den Sommerferien als Schülerfirma in Produktion zu gehen. Bislang gibt es immer noch ein paar kleine Sachen, die weiterentwickelt werden müssen. Da fehlt uns gerade die Entwicklungszeit, weil das Planetarium fertig sein muss, denn dafür haben wir eine hohe Geldspende bekommen. Demnächst soll im Schulgarten eine ganze Kuppel stehen, die wetter- und wasserfest ist. Von daher schiebt sich dieses Projekt ein bisschen dazwischen – aber das läuft parallel und wir werden unsere Roboter weiterentwickeln. Die Idee ist, dass irgendwann einmal Schüler daran sitzen und die programmieren können.

Das Planetarium der IGS Mühlenberg, rechts im Bild, ist auf der Maker Faire Hannover schon von weitem zu sehen.

Das Planetarium der IGS Mühlenberg, rechts im Bild, ist auf der Maker Faire Hannover schon von weitem zu sehen. © Roboterwelt

Britta Zachau: Sind jetzt schon Schüler an dem Projekt beteiligt?

Ralf Lürig: An der Entwicklung eigentlich eher weniger. Die Schüler machen das, was daneben ansteht. Zum Beispiel bauen sie kleine bewegliche Roboter und programmieren diese mit Arduino. Alle Sachen, die hier stehen, sind Schülerarbeiten wie beispielsweise eine Arduino-gesteuerte Ampel.

Britta Zachau: Wie groß ist das Interesse der Schüler, sich mit Robotern zu beschäftigen? Das ist ja erst einmal ein Bereich, mit dem sie sonst wenig in Berührung kommen.

Ralf Lürig: Das stimmt. Ich denke, gerade die Sachen, die wir hier und in der Schule zeigen können, wecken schon Interesse. Wir haben 1850 Schüler auf unserer Schule und da sind glücklicherweise einige dabei, die sich dafür interessieren. Unsere Intention ist auch, Mädchen für die Robotik zu gewinnen. Hier an unserem Stand sind auch Mädchen beteiligt. Das Verhältnis ist noch nicht 50/50, aber wir arbeiten daran. Nach dem Sommer wird es einen Robotikkurs nur für Mädchen geben.

Britta Zachau: Machen Sie das neben dem normalen Unterricht?

Ralf Lürig: Das ist wie eine AG. In den unteren Klassen nennt sich das Klub. Da können 18 bis 20 Schüler aus einem Jahrgang mitarbeiten.

Britta Zachau: Was machen Sie noch für Projekte?

Ralf Lürig: Wir haben mittlerweile dank einer großzügigen Spende zwei 3D-Drucker. Was wir damit machen können, ist schon immens. Schüler können eigene Teile entwerfen und dann ausdrucken lassen. Da ist das Interesse nicht nur von den Schülern, sondern auch von den Lehrern sehr groß, weil die 3D-Vorstellungskraft der Schüler sehr gefördert wird. Wenn sie in Mathe beispielsweise die Aufgabe bekommen, ein Zimmer einzurichten, haben viele Probleme damit. Doch wenn sie plötzlich auf ihrem Bildschirm Objekte drehen und diese später auch ausgedruckt in der Hand halten können, dann ist das sehr förderlich. Gerade zu dieser Förderung der Vorstellungskraft ist es sinnvoll, den 3D-Druck an Schulen mehr einzubringen.

Britta Zachau: Vielen Dank für das Gespräch!


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