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Experimentierkasten

KOSMOS Roboter-Bausätze: Welcher Kasten für welches Alter?

von Roboterwelt Redaktion14. Juli 2025
Lachendes Kind am gelben Tisch setzt einen roten Baustein auf einen bunten Roboter aus Steckteilen, daneben eine aufgeschlagene Bauanleitung
Bauen, nicht tippen: Bei den meisten KOSMOS-Kästen entsteht das Verständnis beim Zusammenstecken, nicht am Bildschirm.© KI-generiert (Roboterwelt)

Neun Robotik-Experimentierkästen von KOSMOS im Überblick: Altersangaben, Artikelnummern, Lieferstatus und die Frage, wie gesteuert wird. Nur einer davon lässt sich am Computer frei programmieren. 

In den Produktbeschreibungen stehen Begriffe wie „Coding“, „Robotik“ und „K.I.“. Wer daraus schließt, die Kinder würden mit diesen Kästen programmieren lernen, liegt bei acht von neun Modellen falsch. 

Wir haben neun Robotik-Experimentierkästen von KOSMOS durchgesehen, die in unserem Produktkatalog geführt werden, und nach der Art ihrer Steuerung sortiert. Das Sortiment ist größer: In der Shop-Kategorie „Roboter & Programmierung“ listet KOSMOS im Oktober 2026 achtzehn Produkte, darunter auch einfache Motorbausätze wie die ReBotz-Reihe, die Kletterroboter Air Walker und Gecko-Bot, den Saugroboter Dusty und den ferngesteuerten Dinosaurier Rex. Für die Kaufentscheidung zählt die Steuerung vor allem dann, wenn das Kind ans Programmieren herangeführt werden soll. 

Neun Kästen, einer zum Programmieren

Altersangaben und Artikelnummern stammen aus dem KOSMOS-Shop (Stand 3. Oktober 2026), die Steuerungsart aus den Produktbeschreibungen des Herstellers: 

Kasten (Art.-Nr.) 

Alter 

Wie gesteuert wird 

Codix (620646) 

8–12 

mechanisch über Steckpins im Coding-Wheel, ohne Computer; braucht zwei AAA-Batterien 

Chipz (621001) 

8–14 

Infrarot-Sensoren, vorprogrammierte Modi (Follow-me, Explore) 

Bitsy (621094) 

8–14 

drei Mikrofone, Reaktion auf Geräusche 

Nuna (620066) 

8–14 

Sound-Sensor, Steuerung durch Klatschen 

Robotic Flower (621230) 

8–14 

Licht- und Infrarot-Sensor öffnen und schließen die Blüte, leuchtet bei Dunkelheit 

Carl (621391) 

10–14 

Farbkarten im Coding-Modus, Farb- und Infrarot-Sensor 

Cyborg-Hand (620844) 

10–14 

Hydraulik, keine Elektronik 

Miika K.I. (620899) 

10–16 

per Smartphone-App auf Gesten und Geräusche trainierbar 

Proxi (620585) 

10–16 

Blockprogrammierung über BBC micro:bit 

Acht der neun Kästen arbeiten ohne eine Zeile Code und ohne Blockprogrammierung. Der Miika trägt „K.I.“ im Namen und wird tatsächlich trainiert: Über eine Smartphone-App, die laut KOSMOS offline arbeitet, lernt er, auf Gesten oder Geräusche wie einen Pfiff zu reagieren. Programmiert wird er dabei nicht. 

Im KOSMOS-Shop waren am 3. Oktober 2026 acht der neun Kästen bestellbar. Codix, Carl, Chipz, Robotic Flower und Cyborg-Hand führt der Shop als sofort lieferbar, Proxi, Nuna und Bitsy als lieferbar mit Versand ab dem 22. Oktober. Der Miika K.I. ist dort derzeit nicht verfügbar, KOSMOS verweist auf Amazon. 

Was die Kästen stattdessen vermitteln

Die Kästen setzen am Mechanischen an: Getriebe, Motoren, Sensoren und bei der Cyborg-Hand Hydraulik. Gebaut wird nach bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitungen, bei Codix, Chipz, Nuna und Cyborg-Hand eingebettet in eine Comic-Geschichte. Laut KOSMOS hat Nuna 170 Einzelteile, Codix mehr als 150, Chipz und Bitsy jeweils über 100. 

Wer ein Kind an Technik heranführen will, bekommt hier einen Zugang über das Bauen. Wer Programmieren im Blick hat, braucht den Proxi oder ein System eines anderen Herstellers. 

Die drei Zugänge im Vergleich

Drei Kästen zeigen besonders deutlich, wie unterschiedlich KOSMOS die Steuerung löst. 

Mechanisch: der Codix

Verpackung des KOSMOS Codix mit dem petrolfarbenen Roboter, gelbem Coding-Wheel und Filzstift
Der Codix wird über ein Rad programmiert, in das Pins gesteckt werden – ganz ohne Smartphone und Computer. © Roboterwelt

Der Codix braucht zwar zwei AAA-Batterien, aber weder Smartphone noch Computer. Seine Funktion wird an einem Rad eingestellt, dem Coding-Wheel, in das kleine Pins nach bestimmten Mustern gesteckt werden. Fünf Modelle lassen sich bauen: Codix spielt Fußball, wirft einen Basketball, zeichnet, greift oder wird zum Gabelstapler. Das Prinzip „Ich lege eine Reihenfolge fest, die Maschine arbeitet sie ab“ wird dabei körperlich erfahrbar – es ist Programmieren ohne Computer. Erhältlich bei Amazon und OTTO. 

Kartenbasiert: der Carl

Verpackung des KOSMOS Carl mit dem grün-türkisen Chamäleon-Roboter und leuchtendem Bauch
Carl lässt sich mit Farbkarten steuern und zeigt über seinen leuchtenden Körper wechselnde Farben. © Roboterwelt

Beim Carl legt man im Coding-Modus Farbkarten in einer Reihenfolge aus und bestimmt so Schritt für Schritt Bewegungen und Reaktionen des Chamäleon-Roboters, ohne Bildschirm. Ohne Vorkenntnisse funktionieren zwei weitere Modi: Im Jäger-Modus erkennt Carl Hindernisse und schnappt mit der Zunge nach seiner Beute, im Haustier-Modus reagiert er auf Berührungen und zeigt über wechselnde Farben Emotionen. Im Kasten stecken dafür zwei Motoren, ein Farb- und ein Infrarot-Sensor. Erhältlich bei Amazon und OTTO. 

Blockbasiert: der Proxi

Verpackung des KOSMOS Proxi mit dem schwarz-grünen sechsbeinigen Roboter und rotem LED-Display
Der Proxi ist der einzige der neun Kästen, dessen Steuerplatine sich frei programmieren lässt. © Roboterwelt

Der Proxi ist der Ausreißer. In ihm steckt ein BBC micro:bit, ein frei programmierbarer Einplatinen-Computer, hinter dem die gemeinnützige Micro:bit Educational Foundation steht. Programmiert wird am Computer mit grafischen Blöcken in MakeCode; die Programme kommen per USB-Kabel auf den micro:bit, ein Tablet allein reicht dafür nicht. Als Sensoren dienen Beschleunigungssensor, Kompass, Licht- und Temperaturmessung des micro:bit sowie Infrarot-Sensoren auf einer KOSMOS-Zusatzplatine. Wer über den Kasten hinauswill, kann den micro:bit ausbauen und in eigenen Projekten weiterverwenden; unter den neun Kästen geht das nur hier. Erhältlich bei Amazon und OTTO. 

KOSMOS im Vergleich mit anderen Systemen

Sobald es ums Programmieren geht, steht KOSMOS nicht allein. Altersangaben und Programmierwege laut den Herstellerseiten, Stand Oktober 2026: 

System 

Alter 

Programmierung 

KOSMOS, acht der neun Kästen 

8–16 

keine 

KOSMOS Proxi 

10–16 

Blöcke (micro:bit) 

Makeblock mBot V1.1 

ab 6 

Blöcke und Arduino C 

Makeblock mBot2 / Neo 

ab 6 

Blöcke und Python 

fischertechnik Early Coding 

ab 5 

grafisch per App (Tablet/Smartphone) 

fischertechnik Smart Robots Max 

ab 10 

Blöcke und Python 

fischertechnik Robotics Hightech 

ab 10 

Blöcke und Python 

Der Unterschied liegt im Programmierweg: Bei Makeblock und fischertechnik wird ein Controller frei programmiert, beim mBot, beim mBot2 und den beiden größeren fischertechnik-Sets erst mit Blöcken und später auch mit Text. Bei acht der neun KOSMOS-Kästen ist das Verhalten dagegen fest vorgegeben oder wird über Karten, Pins oder Training eingestellt. 

Worin sich diese Wege grundsätzlich unterscheiden – der Kasten, der fertig ist, die Plattform, die mitwächst, und das reine Einzelgerät –, haben wir markenübergreifend in unserem Überblick zu Lernrobotern ab acht Jahren aufgeschrieben. 

Was die Forschung dazu sagt

Dass Robotikkästen das Interesse an Technik und das Problemlöseverhalten fördern, ist in Metaanalysen untersucht worden – mit differenzierteren Ergebnissen, als Werbetexte nahelegen. Wir haben die Studienlage in einem eigenen Beitrag ausgewertet: Fördern Roboter die MINT-Fähigkeiten von Kindern? Dort stehen die Arbeiten mit Quellen und Einschränkungen. 

Grenzen

  • Bis auf den Proxi arbeiten alle Kästen mit vorprogrammierter Elektronik oder rein mechanisch. Eigene Abläufe lassen sich nur dort festlegen, wo der Kasten es vorsieht: über Pins beim Codix, Farbkarten beim Carl, Training beim Miika K.I. 

  • Textbasierte Programmierung ist nur beim Proxi möglich: Der micro:bit lässt sich auch in Python programmieren, die Anleitung des Kastens setzt aber auf Blöcke in MakeCode. 

  • Begriffe wie „Coding“ und „K.I.“ in den Produktbeschreibungen sind weiter gefasst, als es die Technik im Karton nahelegt: Beim Codix bedeutet Coding das Umstecken von Pins, beim Carl das Auslegen von Karten. 

  • Zusatzmaterial liegt meist nicht bei: Sieben der neun Kästen brauchen AAA-Batterien, die Robotic Flower ein USB-C-Netzteil mit 5 Volt, die Cyborg-Hand Wasser. Für den Proxi ist zusätzlich ein Windows- oder Mac-Computer nötig. 

Alle neun Kästen auf einen Blick

Altersangaben laut KOSMOS-Shop, Stand 3. Oktober 2026: 

Kasten 

Alter 

Steuerung 

Angebot 

Cyborg-Hand 

10–14 

Hydraulik 

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Codix 

8–12 

mechanisch 

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Carl 

10–14 

Karten 

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Robotic Flower 

8–14 

Sensoren 

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Chipz 

8–14 

Sensoren 

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Nuna 

8–14 

Sound-Sensor 

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Bitsy 

8–14 

Mikrofone 

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Proxi 

10–16 

Blöcke (micro:bit) 

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Miika K.I. 

10–16 

Gesten, Audio 

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Chipz und Robotic Flower gibt es zusätzlich bei Thalia, alle übrigen Kästen auch bei OTTO. Wie KOSMOS vom Radiomann zum KI-Roboter kam, steht in unserem Porträt des Verlags. 

Quellen und Hinweise

Altersangaben, Artikelnummern, Funktionsbeschreibungen und Lieferstatus stammen aus dem KOSMOS-Onlineshop, abgerufen am 3. Oktober 2026. Die Angaben zu Makeblock und fischertechnik stammen von den Seiten der Hersteller. 

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Zusammenfassung
  • Von neun Robotik-Experimentierkästen von KOSMOS lässt sich nur der Proxi frei programmieren, über einen BBC micro:bit mit Blöcken in MakeCode oder in Python. 

  • Die übrigen acht sind Bau- und Verständniskästen: Steckpins beim Codix, Farbkarten beim Carl, vorprogrammierte Sensorik bei Chipz, Nuna, Bitsy und Robotic Flower, Hydraulik bei der Cyborg-Hand, und der Miika K.I. lernt per Smartphone-App, auf Gesten und Geräusche zu reagieren. 

  • Die Altersangaben reichen von 8 bis 16 Jahren, und im KOSMOS-Shop ist im Oktober 2026 nur der Miika K.I. nicht bestellbar. 

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