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LEGO-Roboter für Kinder: Was LEGO im Herbst 2026 noch anbietet

Wer im deutschen LEGO-Shop einen programmierbaren Roboterbausatz für sein Kind sucht, findet im Oktober 2026 keinen lieferbaren. BOOST, Robot Inventor und SPIKE sind ausgelaufen, der Nachfolger richtet sich an Schulen.

Von Roboterwelt RedaktionAktualisiert 3 Min. LesezeitQuellen: 17
Vier Grundschulkinder in Schuluniform an einem Tisch im Klassenzimmer, vor ihnen ein Laptop und ein kleiner fahrender LEGO-Roboter mit lila Vogelfigur
Unterricht mit dem Set LEGO Education Informatik & KI Foto: The LEGO Group

Die Kategorieseite wirbt für Ausgelaufenes

LEGO führt im deutschen Shop eine eigene Seite „Roboter für Kinder“. Sie besteht aus Ratgebertext, eine Produktliste zeigt sie nicht. Beworben werden dort zwei Systeme: LEGO Education SPIKE Essential, ein Set mit 449 Teilen für Grundschulkinder, und SPIKE Prime mit einem programmierbaren Hub für die Klassen 6 bis 8. Der Knopf „Zum Shop“ führt zur Themenwelt LEGO Education. Dort standen am 4. Oktober vier Produkte, alle aus der Reihe „Naturwissenschaften“: Mondmission, Marsmission, Arktis-Tiere und Antarktis-Tiere. Die Produktseite der Marsmission beschreibt Experimente, Minifiguren und einen Freifallturm, aber weder Motor noch App. 

Die Suche nach „Roboter“ im Shop lieferte zwölf Treffer, darunter Figurensets wie H.E.R.B.I.E. aus „Fantastic Four“ und Megatron. Der Großteil war als „Nicht mehr auf Lager“ markiert, darunter das Set Roboter-Erfinder (51515) aus der Reihe Mindstorms. Auch das „Programmierbare Roboticset“ 17101 aus der BOOST-Reihe für Kinder von 7 bis 12 Jahren ist nicht mehr auf Lager. 

Ausgelaufene Systeme und ihre Apps

LEGO Education hat das gesamte SPIKE-Sortiment eingestellt, also SPIKE Essential, SPIKE Prime und das Erweiterungsset. Nach dem 30. Juni 2026 verkauft das Unternehmen diese Produkte nicht mehr direkt. Vertriebspartner bieten sie laut LEGO Education weiter an, „solange der Vorrat reicht“. Die SPIKE-App will LEGO bis zum 30. Juni 2031 mit Fehlerbehebungen und Anpassungen an neue Betriebssysteme versorgen. 

Bei BOOST und Robot Inventor ist die Lage für Käufer gebrauchter Sets schwieriger, weil beide Systeme ohne App nicht programmierbar sind. Die BOOST-App steht laut ihrer Beschreibung bei Google Play nur noch „bis zum 1. Januar“ zum Herunterladen bereit; ein Jahr nennt LEGO dort nicht. Die App „MINDSTORMS Inventor“ war bei unserer Prüfung am 4. Oktober 2026 weder bei Google Play noch im App Store von Apple abrufbar. 

Der Nachfolger ist für Schulen gedacht

An die Stelle von SPIKE tritt „LEGO Education Informatik & KI“ (englisch: Computer Science & AI), das LEGO am 12. Januar 2026 vorgestellt hat und seit April 2026 ausliefert. Es gibt drei Sets für drei Altersstufen. Das Set für die Klassen 1 bis 3 (45520, ab 5 Jahren) enthält 276 Steine, einen Einzelmotor, einen Farbsensor und eine Verbindungskarte. Das Set für die Klassen 4 bis 6 (45521, ab 8 Jahren) hat 321 Steine und statt des Einzelmotors einen Doppelmotor. Das Set für die Klassen 7 bis 9 (45522, ab 11 Jahren) bringt 379 Steine, Doppel- und Einzelmotor, Farbsensor, einen Controller und zwei Verbindungskarten mit. 

Programmiert wird mit Blöcken in der App „Coding Canvas“, die im Browser oder unter iOS läuft. Nach LEGO-Angaben brauchen Schülerinnen und Schüler kein Konto, die Daten werden lokal gespeichert. Für textbasiertes Programmieren gibt es ein Python-Paket. Zu jedem Set gehören 30 Unterrichtsstunden, gedacht für Gruppen von vier Kindern. „Wir stellen uns vor, dass Kinder gemeinsam lernen, bauen und programmieren – weg von Klassenzimmern, in denen Kinder einzeln mit Kopfhörern am Computer arbeiten“, sagt Atish Gonsalves, bei LEGO Education für das Produkt verantwortlich (Übersetzung). 

Im Verbrauchershop auf lego.com ist das Set nicht gelistet. Die deutsche Seite von LEGO Education verweist zum Kauf auf Fachhändler. 

Was Familien bleibt

Lieferbar waren im LEGO-Shop am 4. Oktober Bauteile des Systems Powered Up, darunter der Technic Hub (88012). Er hat laut LEGO vier Anschlüsse für Motoren, Lichter und Sensoren und einen eingebauten Neigungssensor und verbindet sich per Bluetooth mit der Powered-Up-App. Der große Technic-Motor war zu diesem Zeitpunkt nicht auf Lager. Ein Bausatz mit Anleitung für einen Roboter ist das nicht. 

Wer ein gebrauchtes BOOST-, Mindstorms- oder SPIKE-Set besitzt, ist nicht allein auf LEGOs Apps angewiesen. Das Open-Source-Projekt Pybricks läuft nach eigenen Angaben auf den Hubs von BOOST, City, Technic, Mindstorms und SPIKE. Programmieren in Python ist dort kostenlos, Blockprogrammierung gibt es nur für zahlende Unterstützer. 

Roboterwelt Redaktion

Die Angaben in diesem Artikel wurden am 4. Oktober 2026 anhand der genannten Quellen geprüft.

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