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Mähroboter am Hang: Was die Steigungsangaben wirklich bedeuten

Allradmodelle versprechen inzwischen bis zu 80 Prozent Steigung. Warum die Zahl im Datenblatt nur die halbe Wahrheit ist und wo unabhängige Tests aufhören.

Von Roboterwelt RedaktionAktualisiert 7 Min. LesezeitQuellen: 13
Collage aus fünf Allrad-Mährobotern: Worx Landroid Vision Cloud 4WD, Mammotion LUBA 3 AWD, Mammotion LUBA mini 2 AWD, Segway Navimow i210 LiDAR Pro und Segway Navimow i205 AWD
Die fünf vorgestellten Allradmodelle Foto: Worx, Mammotion, Segway Navimow

Prozent ist nicht Grad

Die Steigung wird in Prozent angegeben: 20 Prozent bedeuten 20 Meter Höhenunterschied auf 100 Meter waagerechter Strecke. In Grad umgerechnet wirken die Werte deutlich kleiner. 35 Prozent entsprechen rund 19 Grad, 50 Prozent knapp 27 Grad, 70 Prozent 35 Grad und 80 Prozent etwa 38,7 Grad. Wer seinen Hang mit einer Wasserwaage und einem Zollstock ausmisst, sollte das Ergebnis deshalb in Prozent umrechnen, bevor er es mit einem Datenblatt vergleicht. 

Entscheidend für den Hang ist die Traktion, also der Halt der Räder auf dem Untergrund. Klassische Mähroboter treiben nur zwei Räder an. Allradmodelle (AWD, englisch für All-Wheel Drive) verteilen die Antriebskraft auf alle Räder. Alle Modelle mit Steigungsangaben von 65 Prozent und mehr, die heise online 2023 und die Hersteller 2026 nennen, haben Allradantrieb. 

Fläche und Rand sind zwei verschiedene Werte

Husqvarna weist in den technischen Daten zwei Steigungswerte aus. Für den Automower 435X AWD NERA nennt der Hersteller eine „maximale Steigung innerhalb der Arbeitsfläche“ von 70 Prozent und eine „maximale Steigung an der Begrenzung“ von 50 Prozent. Am Rand muss der Roboter wenden und darf nicht abrutschen, deshalb liegt der Wert dort niedriger. Beim Einstiegsmodell Automower 305E NERA, das Husqvarna inzwischen nicht mehr anbietet, lauten die Werte 30 Prozent in der Fläche und 20 Prozent am Rand. 

Für die Planung heißt das: Fällt ein Hang zum Rand hin steil ab, zählt der Randwert, nicht die größere Zahl in der Produktwerbung. Wo das Gelände an einer Mauer oder Böschung endet, ist der Rand der kritische Bereich. 

Herstellerangaben aktueller Modelle

Der Automower 435X AWD NERA ist Husqvarnas Allradmodell für Privatgärten. Laut Hersteller schafft er 3.500 Quadratmeter bei unregelmäßigem und bis zu 5.000 Quadratmeter bei systematischem Mähen, wiegt 18,1 Kilogramm und kostet 6.165 Euro (unverbindliche Preisempfehlung). Er kann ohne Begrenzungsdraht über das satellitengestützte EPOS-System arbeiten. Wo der Mobilfunkempfang nicht durchgehend reicht, ist dafür die separat erhältliche Referenzstation RS1 nötig. Zu den Sicherheitssensoren zählt Husqvarna einen Hebe- und einen Neigungssensor. Das Vorgängermodell 435X AWD mit Begrenzungsdraht führt Husqvarna als eingestellt. 

Mammotion gibt für die Baureihe LUBA 3 AWD einheitlich 80 Prozent (38,6 Grad) an, in drei Größen für 1.500, 3.000 und 5.000 Quadratmeter. Der Mäher navigiert ohne Draht über eine Kombination aus 360-Grad-LiDAR, satellitengestützter Positionierung mit Korrekturdaten aus dem Netz (NetRTK) und zwei Kameras. 

Für gewerbliche Flächen hat Husqvarna im Oktober 2025 den Automower 540 EPOS für das Frühjahr 2026 angekündigt. Er ist für bis zu 8.000 Quadratmeter und Steigungen bis 50 Prozent ausgelegt, seine Vorderachse ist gelenkig gelagert und laut Hersteller um bis zu 27 Grad neigbar. 

Als Vergleich die Ausgangslage vor drei Jahren: heise online sortierte im August 2023 Mähroboter für Hanglagen nach der Steigung laut Hersteller. Damals lag der Mammotion Luba AWD 5000 mit 75 Prozent vor dem Husqvarna Automower 435X AWD mit 70 Prozent, Zweiradgeräte wie der Fuxtec FX-RB224 kamen auf 58 Prozent. 

Fünf Allradmodelle für Hanglagen

Die folgenden fünf Mähroboter arbeiten alle mit Allradantrieb und ohne Begrenzungsdraht. Sortiert sind sie nach der Steigung, die der Hersteller angibt. Wie oben beschrieben, sind das Herstellerangaben, die kein unabhängiger Test bis zu diesen Werten bestätigt hat. Einen Randwert nennen Worx, Mammotion und Segway auf ihren Produktseiten nicht. Auch die übrigen Merkmale in den Listen sind Herstellerangaben. 

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Worx Landroid Vision Cloud 4WD WR342E: bis 84 Prozent

Grau-orangefarbener Allrad-Mähroboter Worx Landroid Vision Cloud 4WD schräg von vorn, mit Stollenreifen, RTK-Antenne auf dem Gehäuse und Kameramodul an der Front
Worx Landroid Vision Cloud 4WD WR342EFoto: Worx

Worx gibt für die Allradreihe Vision Cloud 4WD 84 Prozent (40 Grad) an, den höchsten Wert in dieser Auswahl. Der WR342E ist für Rasenflächen bis 2.000 Quadratmeter ausgelegt. Ein geländeangepasstes Fahrwerk soll alle vier Räder am Boden halten. Navigiert wird über Satellitenortung mit Korrekturdaten aus der Cloud (RTK) und eine Kamera mit Bildverarbeitung, die unter Bäumen oder an Gebäuden einspringt. 

  • Steigung: bis 84 Prozent 

  • Rasenfläche: bis 2.000 m² 

  • Antrieb: Allrad mit Vorderachslenkung 

  • Navigation: RTK mit Korrekturdaten aus der Cloud, KI-Kamera, ohne Begrenzungsdraht 

  • Schnitt: 22 cm breit, Höhe 20 bis 70 mm 

  • Akku: 20-V-Wechselakku mit 5,0 Ah 

  • Gewicht: 16,9 kg 

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Mammotion LUBA 3 AWD 3000: bis 80 Prozent

Weißer Allrad-Mähroboter Mammotion LUBA 3 AWD schräg von vorn, mit Kugel-LiDAR auf dem Dach, Kameramodul, weißem Frontstoßfänger und breiten Stollenrädern
Mammotion LUBA 3 AWD 3000Foto: Mammotion

Der LUBA 3 AWD 3000 ist das mittlere Modell der Baureihe LUBA 3 AWD und für bis zu 3.000 Quadratmeter gedacht. Mammotion nennt 80 Prozent (38,6 Grad). Zur Navigation kombiniert der Mäher ein 360-Grad-LiDAR, satellitengestützte Positionierung mit Korrekturdaten aus dem Mobilfunknetz (NetRTK) und Kameras. 

  • Steigung: bis 80 Prozent 

  • Rasenfläche: bis 3.000 m² 

  • Antrieb: Allrad 

  • Navigation: 360-Grad-LiDAR, NetRTK, zwei Kameras, ohne Begrenzungsdraht 

  • Schnitt: 40 cm breit (zwei Schneidscheiben), Höhe 25 bis 70 mm per App 

  • Akku: 12 Ah (259,2 Wh) 

  • Gewicht: 19 kg 

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Mammotion LUBA mini 2 AWD 1000: bis 80 Prozent

Weißer Allrad-Mähroboter Mammotion LUBA mini 2 AWD schräg von vorn, mit erhöhtem Modul aus drei Kameras, weißem Frontstoßfänger und Stollenrädern
Mammotion LUBA mini 2 AWD 1000Foto: Mammotion

Die kleinere Baureihe LUBA mini 2 AWD hat laut Mammotion dieselbe Steigfähigkeit von 80 Prozent wie die großen Modelle. Die Version 1000 ist für Flächen bis 1.000 Quadratmeter ausgelegt und navigiert mit drei Kameras und NetRTK, eine eigene Antenne im Garten braucht sie nach Herstellerangabe nicht. 

  • Steigung: bis 80 Prozent 

  • Rasenfläche: bis 1.000 m² 

  • Antrieb: Allrad 

  • Navigation: drei KI-Kameras und NetRTK, ohne Antenne und ohne Begrenzungsdraht 

  • Schnitt: 20 cm breit, Höhe 20 bis 65 mm per App, zusätzliche Kantenscheibe 

  • Akku: 21,6 V, 6,1 Ah (131,76 Wh), Laufzeit bis 150 Minuten 

  • Gewicht: 15 kg 

  • Verbindung: WLAN, Bluetooth und 4G; drei Jahre Datenvolumen inklusive, danach Abo 

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Segway Navimow i210 LiDAR Pro: bis 55 Prozent

Hellgrau-schwarzer Mähroboter Segway Navimow i210 LiDAR Pro schräg von vorn, mit orangefarbenen Stollenreifen, Bedienfeld mit Display und AWD-Schriftzug an der Front
Segway Navimow i210 LiDAR ProFoto: Segway Navimow

Segway gibt für die Allradmodelle i210 LiDAR Pro und i220 LiDAR Pro 55 Prozent (29 Grad) an und beschreibt das als geeignet für moderate Hänge. Der i210 LiDAR Pro ist für bis zu 1.000 Quadratmeter gedacht und kombiniert LiDAR, Netzwerk-RTK und eine Kamera. 

  • Steigung: bis 55 Prozent 

  • Rasenfläche: bis 1.000 m² 

  • Antrieb: Xero-Turn AWD (Allrad) 

  • Navigation: LiDAR, Netzwerk-RTK und KI-Kamera, ohne Begrenzungsdraht 

  • Schnitt: 22 cm breit, Höhe 20 bis 70 mm automatisch per App 

  • Akku: 5,1 Ah, Laufzeit bis 75 Minuten 

  • Gewicht: 17,35 kg 

  • Verbindung: WLAN, Bluetooth und Mobilfunk 

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Segway Navimow i205 AWD: bis 45 Prozent

Hellgrau-schwarzer Mähroboter Segway Navimow i205 AWD schräg von vorn, mit großem orangefarbenem Stollenrad, Drehregler für die Schnitthöhe und Stopp-Taste
Segway Navimow i205 AWDFoto: Segway Navimow

Das kleinste Allradmodell dieser Auswahl ist für Rasenflächen bis 500 Quadratmeter ausgelegt. Segway nennt für den i205 AWD 45 Prozent (24 Grad). Navigiert wird über Netzwerk-RTK und eine KI-Kamera zur Hinderniserkennung. Für Gärten, deren steilste Stelle deutlich über 45 Prozent liegt, reicht das nicht. 

  • Steigung: bis 45 Prozent 

  • Rasenfläche: bis 500 m² 

  • Antrieb: Xero-Turn AWD mit zuschaltbarem drittem Antriebsrad 

  • Navigation: Netzwerk-RTK und KI-Kamera, ohne Begrenzungsdraht 

  • Schnitt: 18 cm breit, Höhe 20 bis 60 mm, von Hand eingestellt 

  • Akku: 2,55 Ah, Laufzeit bis 60 Minuten 

  • Gewicht: 12,05 kg 

  • Verbindung: WLAN, Bluetooth und 4G; ein Jahr inklusive, danach kostenpflichtig 

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Was unabhängige Tests abdecken

Die Stiftung Warentest hat im März 2026 Ergebnisse für 14 Mähroboter veröffentlicht, darunter acht neue Modelle ohne Begrenzungsdraht. Die Geräte liefen von April bis November 2025 auf drei Rasenflächen, die Preise lagen zwischen rund 300 und 1.700 Euro. Geprüft wurde unter anderem die Eignung für Steigungen von maximal 35 Prozent. Die teuren Allradmodelle mit 70 oder 80 Prozent waren nicht im Testfeld, ihre Steigungswerte sind damit nicht unabhängig bestätigt. Die Prüfer bewerteten außerdem, ob die Roboter vor einem Erwachsenen- und einem Kinderfuß sowie vor Igel-Attrappen stoppen oder ausweichen. Ihr Gesamturteil: „Richtig gut sind aber nur wenige Modelle.“ 

Was die Sicherheitsnorm regelt

Für Mähroboter gilt in Europa die Norm DIN EN 50636-2-107 (VDE 0700-107), aktuell in der Ausgabe vom August 2022. Sie behandelt die Gefährdungen durch batteriebetriebene Roboter-Rasenmäher bis 75 Volt Gleichspannung bei bestimmungsgemäßem Gebrauch und vorhersehbarer Fehlanwendung und ist an die internationale Norm IEC 60335-2-107 angeglichen. Deren Abschnitt 20 regelt Stabilität und mechanische Gefährdungen, darunter eine Prüfung mit einer Kinderfuß-Sonde. Konkrete Grenzwinkel für Neigungssensoren lassen sich aus den öffentlich zugänglichen Normzusammenfassungen nicht ablesen. Der Normtext selbst ist kostenpflichtig. 

Roboterwelt Redaktion

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