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Modular Robotics MOSS – Baue deinen eigenen Roboter!

Mit dem MOSS von Modular Robotics kann man seinen eigenen Roboter bauen. Computer und Lötkolben sind nicht nötig: Die Bauteile des mit Sensoren bestückten MOSS werden von Magneten zusammengehalten.

Von Sebastian ScholtysekAktualisiert 5 Min. LesezeitQuellen: 6

Seinen eigenen Roboter zu entwerfen und zu bauen, ohne auch nur den Hauch einer Ahnung von Robotik, Elektrotechnik und Programmierung zu haben; das klingt nach einer utopischen Vorstellung. Mit dem MOSS-Roboter von Modular Robotics ist genau dies möglich. Zweieinhalb Jahre hat die in Colorado ansässige Firma an dem innovativen Do-It-Yourself-Baukasten getüftelt. Um die für die Produktion nötigen finanziellen Mittel zu sammeln, wurde Ende 2013 eine Kampagne auf kickstarter.com gestartet. Mehr als drei Mal so viel wie die anvisierten 100.000 US-Dollar konnten dabei gesammelt werden. Herausgekommen ist ein Würfelsystem, bei dem einzig Vorstellungsvermögen und Kreativität vonnöten sind, um aus den kleinen mit Magneten zusammengehaltenen Komponenten einen Roboter zu bauen. Wir haben es selber ausprobiert und den MOSS getestet. 

Komponenten werden magnetisch verbunden

Der Einstiegsbaukasten ‚Zombonitron 1600‘ umfasst zwölf würfelartige Module, die mit unterschiedlichen Funktionen ausgestattet sind. So gibt es beispielsweise einen Batterie-Block, dessen Aufladung mit einem USB-Kabel erfolgt, jeweils einen Würfel mit einem Licht- sowie einem Annäherungssensor, und zwei Würfel, an denen Antriebe montiert sind. Auf den Flächen der Würfel befinden sich punktförmige Kontakte, die den Daten- und Energiefluss zwischen den einzelnen Blöcken ermöglichen. Mithilfe von kleinen Stahlkugeln – 56 Stück gibt es im Startpaket – lassen sich die Würfel verbinden. Die Kugeln steckt man dabei auf die abgerundeten Ecken der Würfel, in denen sich Magnete befinden. Will man, dass Daten oder Energie aus dem einen Würfel in andere weitergegeben werden, müssen diese an den Flächen miteinander verbunden sein und man benötigt vier Kugeln. Man kann jedoch auch zwei Kugeln benutzen, um Bauteile aneinander zu fügen. So erhält man eine Art Scharnier. Mit nur einer Kugel als Ankerteil kann man ein Kugelgelenk erstellen. Die so miteinander verknüpften Blöcke sind dann mehr oder weniger frei beweglich. 

Spielend leichte Bedienung

Infografik der MOSS-Bauteile: Powerblock, Würfel mit grünen, roten und blauen Flächen, Stahlkugel, Abstands- und Lichtsensor sowie Motorblock
Foto: Roboterwelt.de

Welche Würfel man zusammenfügt, hängt von der Farbe der Fläche ab, die ihre Funktion markiert. Grüne Flächen übertragen Strom, rote und braune dagegen Daten. Blaue Flächen sind multifunktional einsetzbar und können sowohl Strom als auch Daten weiterleiten. 

Darüber hinaus gibt es zwei Würfel, an denen jeweils eine Fläche mit einem Sensor ausgestattet ist, welche dem MOSS die Interaktion mit der Umgebung ermöglichen. Dabei handelt es sich zum einen um einen Lichtsensor, der auf Quellen wie die Sonne oder eine Taschenlampe reagiert und zum anderen um einen Annäherungssensor. Für den nötigen Antrieb und Rotationen sorgen die zwei Motorblöcke. 

Hat man einmal die Funktionen der verschiedenen Würfel verinnerlicht, kann man auch schon mit dem Bauen loslegen. Das Zusammenfügen der Module ist kinderleicht und erinnert an anderes Baukastenspielzeug wie beispielsweise Lego. Dabei überzeugen die Einzelteile des MOSS durch eine angenehme Haptik und ihre Wertigkeit: Die Bauteile magnetisch zu verbinden bereitet Freude – das Zusammenbauen zweier Teile erzeugt nebenbei ein schönes Klick-Geräusch. 

In der beigefügten Gebrauchsanweisung findet man Bauanleitungen zum Zusammensetzen von drei Modellen. Weitere Modelle zum Nachbauen findet man auf der Homepage des Unternehmens. Der Kreativität sind jedoch keine Grenzen gesetzt, denn man kann – und das ist das Schöne am Moss – seinen eigenen Prototypen entwerfen und zusammenbauen. 

Sensoren offenbaren Schwächen

So innovativ die magnetische Verbindung der Bauteile ist, so unstabil zeigen sich die erstellten Gebilde. Schon leichtere Berührungen mit Objekten führen dazu, dass der MOSS auseinanderfällt.
Auch die Sensoren reagierten nicht immer, wie beschrieben. Vor allem der Lichtsensor wies in unseren Tests Schwächen auf und zeigte selbst auf starke Belichtung keinerlei Reaktion (siehe Video). Dies lässt sich möglicherweise mit der dazugehörigen App beheben, mit der man die Sensoren regulieren kann. Dafür ist aber ein Bluetooth-Modul erforderlich, das erst im 480 US-Dollar teuren, größeren Baukasten ‚Exofabulatronixx 5200‘ mitgeliefert wird. Dieses beinhaltet außerdem deutlich mehr Bauteile und einen akustischen Sensor. 

Fazit

Der Moss ist ein Bausatz, mit dem man seinen eigenen Roboter zusammenbauen kann, ohne dass man vertiefende Kenntnisse der Robotik benötigt. Man sollte nicht erwarten, einen zu allerhand unterstützenden Tätigkeiten fähigen Roboter bauen zu können. Dass man aus zwei Komponenten, den Würfeln und den Kugeln, jedoch einfache auf die Umwelt reagierende Maschinen bauen kann, ist dennoch erstaunlich. Vor allem für Kinder ist der MOSS ein interessantes Spielzeug. Zum spielerischen Herumexperimentieren mit den Bauteilen und Sensoren animierend, kann er möglicherweise den einen oder anderen Jungwissenschaftler für die Robotik gewinnen. Aber auch Erwachsene dürften mit dem MOSS ihre Freude haben, zumal man mit der erweiterten Version allerhand Programmierungen vornehmen kann.
Allerdings trüben die Schwächen der Sensoren und die mangelnde Stabilität das Vergnügen. Auch der Preis von 150 US-Dollar für das Starter-Kit und 480 Dollar für den größeren Baukasten – nur mit dem kann man den MOSS programmieren und manuell steuern – wirken sich negativ auf das Gesamturteil aus. 

Nachtrag der Redaktion (Oktober 2026)

Modular Robotics hat die Herstellung aller MOSS-Produkte eingestellt; laut Wissensdatenbank des Herstellers (Stand Mai 2021) gibt es nur noch Restbestände einzelner Blöcke, der Exofabulatronixx 5200 ist nicht mehr erhältlich. Die im Test genannten Preise stammen von 2014. Das Unternehmen besteht weiter in Boulder und bietet heute vor allem die Roboterbausteine Cubelets sowie den Raspberry-Pi-Roboter GoPiGo an. 

Sebastian Scholtysek
Redakteur

Die Angaben in diesem Artikel wurden am 4. Oktober 2026 anhand der genannten Quellen geprüft.

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