Asimovs Roboter im Film: Was von den drei Gesetzen übrig blieb

Isaac Asimovs Robotergeschichten sind erstaunlich selten verfilmt worden. Ein Blick auf die Adaptionen von der BBC der Sechzigerjahre über „Der 200 Jahre Mann“ und „I, Robot“ bis zu den Projekten, die gerade laufen.

Von Roboterwelt RedaktionAktualisiert 4 Min. LesezeitQuellen: 12
Schwarz-Weiß-Porträt von Isaac Asimov mit Hornbrille, gemusterter Fliege und dunklem Sakko
Isaac Asimov, porträtiert von Phillip Leonian Foto: Phillip Leonian, New York World-Telegram & Sun / Library of Congress (gemeinfrei)

Wenige Adaptionen eines großen Werks

Asimov formulierte die drei Robotergesetze 1942 in der Kurzgeschichte „Runaround“. 1950 erschien die Sammlung „I, Robot“, in der seine frühen Robotergeschichten zusammengefasst sind. Die Gesetze selbst sind im Artikel über Asimovs Robotergesetze ausführlich beschrieben. Hier geht es um die Frage, was Film und Fernsehen aus diesen Geschichten gemacht haben. Die Bilanz ist schmal: Direkte Adaptionen der Robotergeschichten lassen sich an wenigen Titeln festmachen. 

Die BBC in den Sechzigerjahren

Die BBC-Anthologieserie „Out of the Unknown“ lief von 1965 bis 1971. Die ersten drei Staffeln verantwortete die Produzentin Irene Shubik, die neben J. G. Ballard und Ray Bradbury auch Asimov adaptieren ließ. In der Folge „Liar!“ versucht der telepathisch begabte Roboter Herbie, allen zu gefallen, indem er ihnen sagt, was sie hören wollen. So verstößt er nicht gegen das Erste Gesetz, macht sich aber verhasst, als die Menschen die Lügen entdecken. Shubik habe „Asimovs fiktionale Sichtweise in eine neue, eigenständige Darstellung von Robotik fürs Fernsehen übertragen“ (Übersetzung), schreibt der Autor Mark Ward in einem Beitrag des British Film Institute. Roboter seien im Fernsehen der Sechzigerjahre sonst meist als gefährlich dargestellt worden. 

„Der 200 Jahre Mann“ (1999)

Chris Columbus inszenierte „Bicentennial Man“, in Deutschland ab dem 9. März 2000 als „Der 200 Jahre Mann“ im Kino. Das Drehbuch schrieb Nicholas Kazan. Laut AFI-Katalog basiert es auf Asimovs Erzählung „The Bicentennial Man“ und auf dem Roman „The Positronic Man“, den Asimov gemeinsam mit Robert Silverberg schrieb. Die Erzählung erschien 1976 in der Anthologie „Stellar #2“ und erhielt 1977 den Hugo Award. Für den Roman nennt der AFI-Katalog eine New Yorker Ausgabe von 1993, das Branchenblatt Deadline das Jahr 1992. Produziert wurde der Film von Touchstone Pictures und Columbia Pictures, die Laufzeit beträgt 131 Minuten. 

Robin Williams spielt den Haushaltsroboter Andrew, der über zwei Jahrhunderte zum Menschen werden will. Sam Neill und Embeth Davidtz spielen die Familie, der er gehört. Der Film nimmt die Gesetze wörtlich: Andrew ist, wie Variety-Kritiker Todd McCarthy festhielt, darauf programmiert, Menschen nicht zu schaden, ihnen zu gehorchen und sich selbst zu schützen. McCarthy warf dem Film vor, Themen wie Sterblichkeit und menschliche Identität in Rührseligkeit zu hüllen. Das mache sie massentauglich, aber „hoffnungslos verwässert“ (Übersetzung). Der Filmdienst urteilte ähnlich: Der Film opfere seine philosophischen Implikationen einer sentimentalen Geschichte. 

„I, Robot“ (2004)

Alex Proyas' „I, Robot“ kam am 16. Juli 2004 in die US-Kinos, eine amerikanisch-deutsche Produktion mit 115 Minuten Laufzeit. Das Drehbuch stammt von Jeff Vintar und Akiva Goldsman. Die Credits, wie Variety sie abdruckt, nennen Vintar als Autor der Filmgeschichte, „suggested by the book by Isaac Asimov“, also nur angeregt durch Asimovs Buch. Variety zufolge ging das Projekt aus Vintars eigenem Drehbuch „Hardwired“ hervor und war lange als Film mit Arnold Schwarzenegger geplant. 

Will Smith spielt den Polizisten Del Spooner, der im Chicago des Jahres 2035 den vermeintlichen Suizid eines Robotikers untersucht. Bridget Moynahan spielt die Robopsychologin Susan Calvin, eine Figur aus Asimovs Geschichten. Die drei Gesetze bilden die Prämisse des Falls, die Handlung läuft aber laut Studio-Inhaltsangabe auf eine weltweite Roboterrevolte hinaus, also genau das Motiv, gegen das Asimov angeschrieben hatte. McCarthy nannte den Film in Variety eine „Mensch-gegen-Roboter-Saga, die sich maschinell gefertigt anfühlt“ (Übersetzung). 

Was gerade entsteht

Im Januar 2025 meldete Deadline, dass John Ridley, Oscarpreisträger für das Drehbuch zu „12 Years a Slave“, für 20th Century Studios eine Verfilmung von Asimovs Roman „The Caves of Steel“ von 1954 entwickelt (deutsch „Die Stahlhöhlen“). Ridley will selbst Regie führen, das Drehbuch schrieb er gemeinsam mit Cheo Hodari Coker. Darin ermittelt der New Yorker Polizist Elijah Baley zusammen mit dem humanoiden Roboter R. Daneel Olivaw. Auch die Fortsetzungen „Die nackte Sonne“ und „Der Aufbruch zu den Sternen“ könnten laut Deadline in den Film einfließen. 

Asimovs anderer großer Zyklus läuft bereits als Serie: Apple TV+ hat „Foundation“ im September 2025 um eine vierte Staffel verlängert, die Dreharbeiten sollten Anfang 2026 beginnen. 

Roboterwelt Redaktion

Die Angaben in diesem Artikel wurden am 3. Oktober 2026 anhand der genannten Quellen geprüft.

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