JAKA Mini 2: Kleiner Cobot mit 2 kg Traglast für unter 10.000 Euro

Mit dem Mini 2 hat JAKA Robotics seinen kleinsten Cobot überarbeitet. Laut Hersteller trägt er doppelt so viel wie der Vorgänger MiniCobo und beschleunigt viermal so stark.

Von Roboterwelt RedaktionAktualisiert 3 Min. LesezeitQuellen: 5
Weißer Cobot-Arm mit rotem JAKA-Schriftzug vor hellgrauem Hintergrund
Foto: JAKA Robotics

Nachfolger des MiniCobo

JAKA Robotics ist ein chinesischer Cobot-Hersteller, das Europageschäft führt die JAKA Robotics GmbH in Fürth. Der Mini 2 ist der zweite Arm der Mini-Serie und steht im Programm neben dem älteren MiniCobo. Der Hersteller beschreibt ihn als Weiterentwicklung mit doppelter Traglast und vierfacher Beschleunigung gegenüber dem Vorgänger, bei gleich kleiner Stellfläche. 

Der Vergleich der beiden Datenblätter auf der europäischen JAKA-Website zeigt, was sich geändert hat: Der MiniCobo trägt 1 kg, der Mini 2 trägt 2 kg. Reichweite (580 mm) und Basisdurchmesser (124 mm) sind gleich geblieben. Der Mini 2 wiegt mit 9,9 kg ein halbes Kilogramm mehr als der MiniCobo (9,4 kg), die Nennleistungsaufnahme steigt von 150 auf 180 Watt. 

Was die Herstellerangaben sagen

Die Wiederholgenauigkeit gibt JAKA nicht einheitlich an. Die englischsprachige EU-Seite nennt ±0,05 mm, die deutsche Produktseite ±0,1 mm. Für den MiniCobo stehen ±0,1 mm im Datenblatt. Wer auf die Genauigkeit angewiesen ist, sollte den Wert vor dem Kauf beim Hersteller schriftlich bestätigen lassen. 

Der Arm hat sechs Achsen, lässt sich in jeder Einbaulage montieren und hat die Schutzart IP40. Die zugehörige Steuerbox misst 180 × 128 × 47 mm, wiegt laut deutscher Produktseite 1,1 kg und ist nach IP20 geschützt. Sie spricht TCP/IP, Modbus TCP, Modbus RTU, Profinet und Ethernet/IP. Programmiert wird grafisch über PC, Tablet oder Smartphone, per Handführung („Drag & Teach“), offline oder über die Steuerungsschnittstelle SRCI. 

Für wen das Gerät gedacht ist

JAKA bewirbt den Mini 2 mit einem Preis „unter 10.000 €“ ausdrücklich für kleine und mittlere Unternehmen, die mit Automatisierung beginnen oder sie ausweiten wollen. Als Einsatzfelder nennt die Produktseite Inspektion und 3D-Vision-Aufgaben, Sortieren sowie schnelles Handling in beengten Arbeitsbereichen. Die höhere Traglast soll vor allem schwerere Werkzeuge am Arm ermöglichen, etwa Kameras für die Prüfung von Bauteilen. 

Mit 2 kg Traglast bleibt der Mini 2 ein Gerät für leichte Teile; für schwerere Werkstücke führt JAKA die größeren Baureihen Zu, S und Pro. Unabhängige Messungen zu Zykluszeiten, Genauigkeit oder Lautstärke des Mini 2 haben wir nicht gefunden. 

Patentstreit mit Teradyne

Für Käufer in Europa ist seit August 2026 ein Rechtsstreit von Belang: Teradyne Robotics, Mutterkonzern von Universal Robots, hat vor dem Einheitlichen Patentgericht (UPC) in der Lokalkammer Kopenhagen Klage gegen die JAKA Robotics GmbH eingereicht. Es geht um drei Patente von Universal Robots zur Programmieroberfläche, zur Sicherheitsbremse im Gelenk und zum Gelenkaufbau. Laut Teradyne betrifft die Klage ein breites Spektrum der in Europa verkauften JAKA-Cobots; einzelne Modelle sind in den Berichten nicht genannt. JAKA erklärte, vorab weder über die Klage informiert worden zu sein noch Gerichtsunterlagen erhalten zu haben, und verwies auf zwei frühere Freedom-to-Operate-Analysen. Im September 2026 ging JAKA seinerseits gerichtlich gegen Teradyne vor, um öffentliche Aussagen über Qualität und Sicherheit seiner Roboter untersagen zu lassen. Das Unternehmen wendet sich dabei gegen die Darstellung, seine Cobots seien wegen der chinesischen Herkunft minderwertig oder weniger sicher. Ein Urteil gibt es noch nicht. 

Roboterwelt Redaktion

Die Angaben in diesem Artikel wurden am 3. Oktober 2026 anhand der genannten Quellen geprüft.

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