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KOSMOS Proxi: Roboter-Bausatz mit BBC micro:bit im Überblick

Ein Roboter, der auf sechs Beinen läuft und den man anschließend selbst programmiert: Der KOSMOS Proxi verbindet einen langen Bauabend mit dem BBC micro:bit, dem Einplatinen-Computer aus dem Informatikunterricht. Was der Kasten kann, was er voraussetzt und wo er an Grenzen stößt.

Von Roboterwelt RedaktionAktualisiert 7 Min. LesezeitQuellen: 5
Verpackung des KOSMOS Proxi mit dem sechsbeinigen Roboter, rotem LED-Display und den Angaben 5 Sensoren, Sound-Modul, Bluetooth und Alter 10 bis 16
Der KOSMOS Proxi: Bausatz für einen sechsbeinigen Laufroboter mit originalem BBC micro:bit. Foto: KOSMOS

Der KOSMOS Proxi (Artikelnummer 620585) ist ein Experimentierkasten, bei dem ein sechsbeiniger Laufroboter zunächst zusammengebaut und anschließend selbst programmiert wird. Als Steuereinheit dient der originale BBC micro:bit, ein Einplatinen-Computer, der an vielen Schulen im Informatikunterricht eingesetzt wird. Der Kasten richtet sich an Kinder und Jugendliche von 10 bis 16 Jahren und war 2020 für den Toy Award nominiert. 

KOSMOS Proxi – Dein micro:bit Programmier-Roboter

Experimentierkasten mit originalem BBC micro:bit, fünf Sensoren, LED-Display, Sound-Modul und Bluetooth. Aufbauzeit rund drei bis vier Stunden.

Was steckt im Kasten?

Der Lieferumfang umfasst die Bauteile für den Roboter, den originalen BBC micro:bit, eine KOSMOS-Sensor-Platine, zwei Motoren, Getriebe-Zahnräder, ein Batteriefach, ein USB-Kabel, einen Kreuzschlitz-Schraubendreher, einen Stickerbogen sowie eine illustrierte Anleitung. 

Nicht enthalten sind vier AAA-Batterien vom Typ LR03 und ein Seitenschneider – alternativ tun es Schere und eine kleine Feile –, um die Teile vom Spritzgussrahmen zu trennen. 

Dazu kommt eine Voraussetzung, die auf der Verpackung nur in einem Nebensatz steht: ein Computer mit Internetzugang. Ohne ihn lässt sich kein einziges Programm auf den Roboter bringen. Ein Tablet allein genügt nicht – und das nicht nur einmal zur Einrichtung, sondern dauerhaft. Warum, steht weiter unten. 

Inhalt des Experimentierkastens: Roboter-Bauteile, Sensor-Platine, zwei Motoren, Getriebe-Zahnräder, BBC micro:bit, USB-Kabel, Schraubendreher und Anleitung
Der komplette Lieferumfang. Batterien und Seitenschneider muss man selbst beisteuern.Foto: KOSMOS

Schritt 1: Der Aufbau

Der Zusammenbau ist Teil des Lernkonzepts. Motoren, Getriebe, Platinen und Gehäuse werden nach der Schritt-für-Schritt-Anleitung montiert. Nach Erfahrungsberichten dauert das etwa drei bis vier Stunden. Wer den Roboter selbst zusammengesetzt hat, kennt anschließend die Position der Sensoren und weiß, wie die Motoren angebunden sind. Das erleichtert später das Verständnis der Programme. 

Einige Bauschritte gelten laut Rezensionen als knifflig, vor allem der Aufbau des Kopfes. Für jüngere Kinder im Altersbereich ist eine erwachsene Begleitperson beim Aufbau sinnvoll. 

Schritt 2: Der micro:bit als Steuerung

Im Unterschied zu Robotern mit fest verbauter, geschlossener Elektronik setzt Proxi auf den offenen micro:bit-Standard. Die Platine bringt einen programmierbaren Mikrocontroller, Bluetooth, einen Beschleunigungssensor, einen Kompass, zwei Tasten, ein 5×5-LED-Display (auch als Lichtsensor nutzbar) und einen als Temperatursensor verwendbaren Prozessor mit. 

Die KOSMOS-Sensor-Platine im Roboter ergänzt Infrarot-Sensoren, einen Buzzer für Töne und den Anschluss an das Batteriefach. Zusammen mit den beiden Motoren wird daraus ein Roboter, der auf sechs Beinen läuft und dabei seine Umgebung wahrnimmt. Laut KOSMOS ist Proxi ein von der Micro:bit Educational Foundation anerkanntes micro:bit-Zubehör-Set. 

Ein praktischer Nebeneffekt: Der micro:bit ist nicht an den Roboter gebunden. Er lässt sich aus dem Kopf entnehmen und für eigene Elektronikprojekte verwenden. 

Die BBC micro:bit Platine wird von oben in den Kopf des Proxi-Roboters eingesetzt
Der micro:bit sitzt im Kopf und lässt sich jederzeit wieder entnehmen.Foto: KOSMOS

Schritt 3: Programmieren in drei Stufen

Der Einstieg in die Programmierung ist gestaffelt: 

  1. Fertige Programme nutzen: KOSMOS stellt 15 Programmdateien zum Download bereit – einen Funktionstest und 14 Programme, darunter Explorer, Follow Me, Licht-Tracker, Lagesensor, Thermometer, Taschenrechner, Kompass, Würfel, Schere-Stein-Papier, Bowling und Nachrichten. Der micro:bit wird per USB an den Computer angeschlossen, die Datei per Drag-and-drop auf die Platine gezogen, die Platine zurück in den Kopf gesteckt. 

  2. Programme verändern: Die Beispielcodes lassen sich in MakeCode öffnen, einer grafischen Blockprogrammierung im Browser. Werte anpassen, Blöcke austauschen, Verhalten beobachten – so entsteht ein erstes Verständnis für Programmlogik. 

  3. Eigene Programme schreiben: Wer weiter gehen möchte, entwickelt eigene Abläufe in MakeCode und kann auf die Projekte der micro:bit-Community zurückgreifen. 

Für den Einstieg genügen die Blöcke. Wer später Text schreiben möchte, kann den micro:bit auch in Python programmieren – nötig ist das nicht, aber der Weg steht offen. 

Optional lässt sich Proxi über eine Smartphone-App fernsteuern. KOSMOS nennt als Voraussetzung Android ab Version 7.0 mit Bluetooth 4.1 sowie iOS ab Version 8, ab iPhone 6, iPad Air 2 oder iPad Mini 4; auf der Produktseite und der Verpackung stehen abweichende Mindestversionen. 

Für neuere Android-Versionen ist die App nicht mehr im Google Play Store erhältlich. KOSMOS bietet sie stattdessen als APK-Datei zum direkten Download an und aktualisiert sie nach eigener Angabe nicht mehr. 

MakeCode-Editor mit KOSMOS-Proxi-Blöcken zum Auslesen der Infrarotwerte und ein fertiges Blockprogramm
Programmiert wird im Browser mit MakeCode – per Blöcken statt Text.Foto: KOSMOS

Die wichtigste Einschränkung: ein Programm zur Zeit

Auf dem micro:bit ist immer nur ein einziges Programm gespeichert. Soll Proxi vom Kompass zum Würfeln wechseln, muss der micro:bit per USB-Kabel mit dem Computer verbunden und neu beschrieben werden. 

Das ist der Grund, warum der Computer dauerhaft gebraucht wird. Wer den Kasten verschenkt und annimmt, der Rechner werde nur zum Einrichten benötigt, unterschätzt den Aufwand. Umgekehrt hat die Einschränkung einen didaktischen Nebeneffekt: Jeder Moduswechsel führt zurück in die Programmierumgebung – genau dorthin, wo gelernt wird. 

Was Kinder dabei lernen

KOSMOS nennt in den Produktangaben drei Lernziele: Wissen über Programmierung, problemlösendes Denken und Wissen über Technik. In der Praxis deckt der Kasten drei Ebenen ab – Mechanik und Feinmotorik beim Aufbau, Logik und Algorithmik beim Programmieren, und über den micro:bit einen direkten Bezug zum Schulunterricht. 

Damit ist Proxi die konsequente nächste Stufe nach autonomen Robotern wie dem KOSMOS Chipz: Dort ist das Verhalten fest vorgegeben, bei Proxi bestimmen die Kinder es selbst. 

Technische Daten

Merkmal 

Wert 

Hersteller / Artikelnummer 

KOSMOS, 620585 

Altersempfehlung 

10–16 Jahre 

Steuerung 

Original BBC micro:bit (im Lieferumfang) 

Sensoren 

Beschleunigung, Kompass, Licht, Temperatur, Infrarot 

Ausgabe 

5×5-LED-Display, Buzzer 

Fortbewegung 

sechs Beine, zwei Motoren 

Konnektivität 

Bluetooth, USB 

Programmierung 

MakeCode (blockbasiert), 15 Programmdateien zum Download (Funktionstest + 14 Programme) 

Fernsteuerung 

App: Android ab 7.0 (nur noch als APK von KOSMOS), iOS ab 8 (ab iPhone 6) 

Voraussetzung 

Computer mit Internetzugang 

Stromversorgung 

4× AAA (Typ LR03, nicht enthalten) 

Aufbauzeit 

ca. 3–4 Stunden 

Preis (KOSMOS-Shop) 

119,99 € 

Kritikpunkte aus Rezensionen

Positiv genannt werden der gut angeleitete Einstieg ins Programmieren und die ausführliche Anleitung. Bei der Stabilität gehen die Urteile auseinander: Roboprinz lobt die Verarbeitungsqualität, die c't hält den fertigen Roboter für nicht besonders robust. Kritik gibt es außerdem an einzelnen kniffligen Bauschritten. 

Zwei Details fallen im Alltag auf: Das 5×5-LED-Display kann keine Umlaute darstellen, deutsche Ausgabetexte müssen also umschrieben werden. Und Funktionen wie Thermometer oder Taschenrechner sind eher Demonstration als Werkzeug – nach dem ersten Ausprobieren werden sie selten wieder aufgerufen. 

Wie bei anderem LED-Spielzeug weist KOSMOS außerdem darauf hin, dass der Roboter Lichtblitze erzeugt, die bei empfindlichen Personen Anfälle auslösen können. 

Für wen eignet sich der Proxi?

Der Kasten passt für Kinder ab etwa 10 Jahren, die nach einem ersten Spielzeugroboter den Schritt zum eigenen Programmieren machen wollen, und für Eltern-Kind-Teams, die gemeinsam bauen und coden. Der micro:bit als Schulstandard erleichtert den Anschluss an den Unterricht. 

Weniger geeignet ist Proxi ohne verfügbaren Computer, für Kinder unter 10 Jahren oder als Geschenk ohne technikaffine Begleitung. Wer nur einen Roboter ohne Programmieranspruch sucht, ist mit dem günstigeren KOSMOS Chipz besser bedient. 

Einen Überblick über die übrigen Sets des Herstellers gibt unser Artikel zu den KOSMOS-Bausätzen für Kinder. 

Preis und Bezugsquellen

Im KOSMOS-Shop kostet der Kasten 119,99 €. Im Handel wird er regelmäßig günstiger angeboten – die aktuellen Preise stehen bei den Händlern. 

Häufige Fragen

Brauche ich Programmierkenntnisse?

Nein. Fertige Programme lassen sich ohne Vorwissen aufspielen. MakeCode arbeitet mit grafischen Blöcken, Textprogrammierung ist nicht nötig. 

Funktioniert Proxi mit einem Tablet?

Nur eingeschränkt. Zum Übertragen der Programme ist ein Computer erforderlich, und weil immer nur ein Programm gleichzeitig auf dem micro:bit liegt, wird er bei jedem Moduswechsel wieder gebraucht. Die Fernsteuerung per App läuft anschließend auf Smartphone oder Tablet. 

Warum muss ich für jede Funktion neu übertragen?

Der micro:bit speichert nur ein Programm. Für einen anderen Modus wird der micro:bit per USB-Kabel am Computer neu beschrieben; das Kabel lässt sich auch bei eingesetzter Platine anschließen. 

Kann ich den micro:bit auch anders nutzen?

Ja. Die Platine ist herausnehmbar und lässt sich für eigene Elektronikprojekte verwenden. 

Wie lange dauert der Aufbau?

Je nach Erfahrung etwa drei bis vier Stunden. 

Fährt Proxi oder läuft er?

Er läuft. Proxi bewegt sich auf sechs Beinen, angetrieben von zwei Motoren. Räder hat er keine. 

Was ist der Unterschied zum KOSMOS Chipz?

Chipz bewegt sich autonom mit fest programmiertem Verhalten und lässt sich nicht programmieren. Proxi wird über den micro:bit selbst programmiert und kostet entsprechend mehr. 

KOSMOS Proxi – Dein micro:bit Programmier-Roboter (Experimentierkasten)
Modell · KOSMOS
Zum Modell

Quellen und Hinweise

  1. Proxi – Dein micro:bit Programmier-Roboter (Produktseite) – KOSMOS – abgerufen 03.10.2026
  2. KOSMOS Proxi – Weitere Produktinformationen – KOSMOS – abgerufen 03.10.2026
  3. Programmierbarer Spielzeugroboter für den Coder-Nachwuchs – c't/heise – 03.11.2020
  4. KOSMOS Proxi – Der programmierbare micro:bit Roboter im Test – roboprinz.de – 17.06.2021
  5. Editors for BBC micro:bit – Micro:bit Educational Foundation – abgerufen 03.10.2026
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Aktualisiert : Kaufknöpfe durch Karten aus unserem Katalog ersetzt, Amazon-Quelle entfernt Aktualisiert : Angaben anhand der Quellen geprüft, Fehler korrigiert Aktualisiert : Angaben zu Preis, micro:bit-Version und App korrigiert, Quellen ergänzt Erstveröffentlichung: .

Roboterwelt Redaktion

Die Angaben in diesem Artikel wurden am 11. Oktober 2026 anhand der genannten Quellen geprüft.

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