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NASA-Wettbewerb um Mondräder: Vater-Sohn-Team aus Australien siegt

Mit der „Rock and Roll with NASA Challenge“ suchte die NASA nach leichten, nachgiebigen Rädern für künftige Mondfahrzeuge. Nach einem Jahr und 128 Einreichungen gewann ein Reifen aus Nomex mit Korundbeschichtung.

Von Roboterwelt RedaktionAktualisiert 4 Min. LesezeitQuellen: 4
Zwei Männer hocken lachend hinter einem kleinen Rover mit grauen, wulstigen Reifen auf steinigem Testgelände, dahinter Mondfahrzeug-Modelle mit NASA-Logo
Daniel und Isaac Bloomfield mit ihren Siegerreifen auf dem Rock Yard des Johnson Space Center, 31. Juli 2026 Foto: NASA/Luna Posadas Nava

Ein offener Wettbewerb für ein altes Bauteil

Am 29. Juli 2025 kündigte die Crowdsourcing-Plattform HeroX die „Rock and Roll with NASA Challenge“ an. Gesucht waren Räder, die Stöße abfedern und dabei leicht und langlebig bleiben. Hinter dem Wettbewerb stand das Common Robotics Project der Robotik-Abteilung im Engineering Directorate des Johnson Space Center (JSC). Den Vertrag betreute das Center of Excellence for Collaborative Innovation der NASA, HeroX führte den Wettbewerb im Auftrag der Behörde durch. Ingenieure des Glenn Research Center in Cleveland halfen bei der Bewertung der Konzepte. 

Das Preisgeld von insgesamt 155.000 US-Dollar war auf drei Phasen verteilt. In der Vorankündigung war noch von bis zu 150.000 US-Dollar die Rede. 

Die Vorgaben: schnell, leicht, nachgiebig

Als Testfahrzeug diente der MicroChariot, ein kleiner, teilautonomer Rover des JSC mit vier unabhängig angetriebenen elektrischen Radmodulen. Er wiegt rund 45 Kilogramm und soll auf dem Mond laut NASA etwa 270 Kilogramm Nutzlast befördern können. Seine bisherige Höchstgeschwindigkeit liegt bei 9,65 km/h. 

Die neuen Räder sollten sich verformen, um Hindernisse zu schlucken und Lastspitzen zu senken, und das bei bis zu 24 km/h auf Mondstaub-Simulat. Pflicht war außerdem, dass sie ohne Umbau auf die vorhandene Radnabe passen. Als Wunschziele nannte die NASA eine Masse unter 2,3 Kilogramm pro Rad, einen Durchmesser von 18 Zoll bei 8 Zoll Breite, eine Einsatztemperatur von −255 °C bis +121 °C und eine Lebensdauer von bis zu 1.000 Kilometern auf dem Mond. In der Vorankündigung war zunächst ein Durchmesser von 19 Zoll genannt worden, HeroX korrigierte das später auf 18 Zoll. Der Wettbewerb zielte auf die Region um den Mondsüdpol, wo in dauerhaft beschatteten Kratern Temperaturen bis −255 °C herrschen und scharfkantiger, elektrostatisch geladener Staub Material schnell abträgt. 

Drei Phasen bis zum Rock Yard

In Phase 1 reichten die Teams bis zum 4. November 2025 ein CAD-Modell und ein rund siebenseitiges Whitepaper ein. Am 18. Dezember 2025 gab die NASA zehn Finalisten bekannt, für die je 10.000 US-Dollar ausgeschrieben waren. In Phase 2 bauten sie zwischen Januar und April 2026 je zwei Räder in Originalgröße, fünf Teams kamen weiter. Die Endrunde fand am 31. Juli 2026 statt: Studierende der NASA Robotics Academy fuhren den MicroChariot mit den Prototypen über verschiedene Parcours aus Geröll, losem Material und Steigungen. 

Die fünf Finalisten verfolgten sehr unterschiedliche Ansätze. Das HTR Variable Flex Lunar Wheel der Firma Hellenic Technology of Robotics verändert seine Steifigkeit über ein inneres System, die Technik hatte das Team rund zehn Jahre lang für Räder auf der Erde entwickelt. Das Hiper Wheel von Hyperbola federt über gespannte Seile und eine gewellte Struktur statt klassischer Speichen. Huff Helo setzte auf geformtes Titanblech als Struktur und Feder zugleich. Im Test zeigte sich laut NASA, dass das Rad dadurch recht steif war und über manche Hindernisse sprang, statt sich anzuschmiegen. Deborah und Craige Payne, er Flugzeugmechaniker, kombinierten einen pneumatischen Ansatz mit Ideen aus frühen Autoreifen. 

Der Siegerreifen

Die „Scotch Pad Tyres“ der Bloomfields bestehen aus einer Reifenstruktur auf Nomex-Basis, die um eine Aluminiumnabe gespannt ist. Das weiche Material passt sich dem Untergrund an, eine innere Stütze hält die Form. Für Traktion sorgt eine Außenschicht aus Epoxidharz mit Korundkörnern. Für den Sieg in Phase 3 waren 10.000 US-Dollar ausgeschrieben. 

„Jeder zusätzliche Kilometer, den ein Rover zuverlässig zurücklegen kann, erweitert, wie weit wir forschen, welche Wissenschaft wir betreiben und welche Infrastruktur wir bauen können“, sagte Ed Herrera, Robotikingenieur am JSC und Co-Leiter des Projekts (Übersetzung). Sein Kollege Lucien Junkin sagte: „Mobilität ist der Schlüssel zu allem, was wir auf dem Mond vorhaben“ (Übersetzung). 

Wie es weitergeht

Laut NASA könnte eine nächste Phase prüfen, wie sich die Räder unter Mondstaub, Vakuum und extremen Temperaturen in den Thermalvakuumkammern des JSC verhalten. Auch längere Strecken sowie andere Größen und Lasten könnten getestet werden. Vielversprechende Entwürfe will die NASA intern für weitere Tests und mögliche Missionen weitergeben. 

Roboterwelt Redaktion

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