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4AG Robotics: 40 Millionen CAD für autonome Pilzernte-Roboter

von Roboterwelt Redaktion31. Juli 2025
KI-generierte Illustration: Robotergreifer hält einen Champignon über dem Anbausubstrat, im Hintergrund ein dunkles Gewächshaus
© KI-generiert (Roboterwelt)

Das kanadische Unternehmen 4AG Robotics hat im Juli 2025 eine Series-B-Finanzierung über 40 Millionen kanadische Dollar abgeschlossen. Seine Roboter pflücken, putzen und verpacken Champignons auf bestehenden Anbauregalen. 

Die Finanzierungsrunde

Am 29. Juli 2025 gab 4AG Robotics den Abschluss seiner Series-B-Runde über 40 Millionen kanadische Dollar bekannt, umgerechnet etwa 29 Millionen US-Dollar. Angeführt wurde die Runde von Astanor, einem europäischen Agrar- und Lebensmittel-Investor, und der britischen Cibus Capital. Neu dabei ist Voyager Capital; bereits zuvor beteiligt waren InBC, Emmertech, der BDC Industrial Innovation Fund, das Jim Richardson Family Office, Stray Dog Capital und die Seraph Group. Nach Angaben des Unternehmens hat es damit in zwei Jahren insgesamt 57,5 Millionen kanadische Dollar aufgenommen, nach einer Series A über 17,5 Millionen im Jahr 2023. Das kanadische Portal BetaKit nennt eine Gesamtsumme von mehr als 60 Millionen Dollar, ohne den Unterschied aufzuschlüsseln. 

Zusätzlich hatte die kanadische Regionalentwicklungsbehörde PacifiCan im März 2025 einen rückzahlbaren Beitrag von 2,5 Millionen kanadischen Dollar zugesagt. Er war Teil eines Pakets von 18,3 Millionen Dollar für mehrere Firmen in British Columbia. 

Das Unternehmen ist älter, als der Name vermuten lässt. Laut BetaKit wurde es 1999 als TechBrew Robotics gegründet und arbeitete zunächst als Ingenieurdienstleister für verschiedene Branchen. Rund sechs Jahre vor der Series B konzentrierte es sich auf die Pilzbranche, 2023 folgte die Umbenennung in 4AG Robotics. 

Wie die Roboter arbeiten

Nach Herstellerangaben setzt 4AG auf KI-gestützte Bildverarbeitung, präzise Sauggreifer und eine Bewegungssteuerung, mit der die Roboter Pilze rund um die Uhr pflücken, putzen und in Schalen verpacken. Die Maschinen werden in die in der Champignonzucht verbreiteten Dutch-Rack-Regale eingebaut, ohne dass die Farm umgebaut werden muss, und lassen sich zwischen Anbauräumen versetzen. Das Unternehmen bezeichnet die Pflückleistung als gleichwertig mit der der besten menschlichen Erntekräfte; eine unabhängige Messung dazu liegt nicht vor. Die gesamte Flotte pflückte laut Pressemitteilung zum Zeitpunkt der Finanzierung bis zu eine Million Pilze pro Woche. 

Die Modellbezeichnung ist in den Quellen nicht einheitlich: BetaKit nennt im Juli 2025 den „Forager HX-400“, die Firmenwebsite führt inzwischen den „Forager HX800“. 

Warum gerade Pilze

Champignons wachsen ganzjährig und verdoppeln ihre Größe nach Angaben von 4AG binnen 24 Stunden. Geerntet werden muss deshalb täglich, und zwar von Hand. In westlichen Märkten macht die Ernte laut Pressemitteilung bis zu 50 Prozent der Produktionskosten aus. Den weltweiten Pilzmarkt beziffert das Unternehmen für 2030 auf mehr als 70 Milliarden US-Dollar. 

Einsatz und Nachfrage

Laut Firmenwebsite laufen Roboter seit März 2024 bei Highline Mushrooms in Kanada und seit Dezember 2024 bei Monaghan Mushrooms in Irland sowie auf einer nicht genannten Farm in Australien. Geplant waren Installationen in den Niederlanden und in den USA. Zur Nachfrage gibt es zwei Angaben: In der Pressemitteilung spricht CEO Sean O'Connor von Anzahlungen für mehr als 40 weitere Roboter. BetaKit berichtet von 53 verkauften Robotern und einer bis Februar 2026 ausverkauften Produktion. 

„Mit dieser Finanzierung kommen wir vom Start-up, das beweist, dass sein Produkt funktioniert, zum Hersteller im Wachstum, der versucht, mit der Nachfrage Schritt zu halten“, sagte O'Connor (Übersetzung). Laut BetaKit beschäftigte 4AG damals 78 Menschen und wollte 30 weitere für Außendienst und Kundenbetreuung einstellen. Der Umsatz lag demnach 2024 bei 2,5 Millionen Dollar, für 2025 erwartete das Unternehmen 7 Millionen. 

Mit dem Geld will 4AG die Fertigung in Salmon Arm ausbauen und neue Funktionen entwickeln: das Verpacken direkt in Verkaufsschalen, die Erkennung von Krankheiten im Beet und eine KI-gestützte Ertragsoptimierung. 

Was seitdem geschah

Im Dezember 2025 erhielt 4AG Robotics den Preis „Start-up of the Year“ der Agrarrobotik-Veranstaltung FIRA. „Farmen kaufen nur dann mehr Roboter, wenn sie funktionieren“, sagte O'Connor dazu (Übersetzung). Inzwischen hat das Unternehmen einen neuen Chef: Die Firmenwebsite nennt Nick Pattinson als CEO, zuvor Vice President Product & Strategy beim britischen Robotikunternehmen Automata. 

Zusammenfassung
  • 4AG Robotics aus Salmon Arm in British Columbia hat 40 Millionen kanadische Dollar (rund 29 Millionen US-Dollar) eingesammelt, angeführt von Astanor und Cibus Capital. 

  • Die Roboter arbeiten mit Kamerasystem, KI-Auswertung und Sauggreifern und waren zum Zeitpunkt der Finanzierung auf Farmen in Kanada, Irland und Australien im Einsatz. 

  • Das Geld fließt laut Unternehmen in die Fertigung in Salmon Arm, in Service-Teams und in neue Funktionen wie Krankheitserkennung. 

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