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ABB zertifiziert Thomson-Linearachse für GoFa-Cobots

ABB Robotics hat die Movotrak-Verfahreinheit von Thomson als erste siebte Achse für seine GoFa-Cobots zertifiziert. Der Cobot fährt damit auf einer Schiene von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz und soll ohne tagelange Programmierarbeit einsatzbereit sein.

Von Roboterwelt RedaktionAktualisiert 3 Min. LesezeitQuellen: 5
KI-generierte Illustration: orangefarbener Industrieroboterarm auf einer Bodenschiene in einer hellen Fabrikhalle mit Arbeitstischen
Foto: KI-generiert (Roboterwelt)

Ein Cobot für mehrere Arbeitsplätze

Ein kollaborativer Roboter, kurz Cobot, steht normalerweise fest an einem Platz. Montiert man ihn auf einen motorisierten Schlitten, der auf einer Schiene läuft, kommt zu den Gelenken des Arms eine weitere Bewegungsrichtung hinzu – in der Branche spricht man von der siebten Achse. So kann ein einzelner Roboter mehrere Stationen nacheinander bedienen. 

Genau dafür hat Regal Rexnord die Thomson Movotrak CTU entwickelt. CTU steht für Cobot Transfer Unit. Am 5. August 2025 teilte das Unternehmen aus Milwaukee mit, dass ABB Robotics diese Einheit als erste Cobot-Technik für eine siebte Achse in seinem Partner-Ökosystem zertifiziert hat. Gedacht ist sie für die GoFa-Cobots von ABB, die das Fachportal The Robot Report mit Traglasten von 5, 10 und 12 Kilogramm angibt. 

Was die Einheit können soll

Die folgenden Angaben stammen vom Hersteller. Die Movotrak CTU erweitert den Arbeitsbereich eines Cobots auf bis zu 10 Meter; Regal Rexnord bezeichnet sie als erste kollaborative siebte Achse überhaupt. Die Schiene lässt sich am Boden, an der Wand oder an der Decke befestigen. Stößt der Cobot während der Fahrt auf ein Hindernis, stoppt er – auch das sei bei einer siebten Achse eine Premiere. Ein Freedrive-Modus, bei dem sich die Achse von Hand führen lässt, soll Einrichtung und Schulung vereinfachen. 

Die Einheit kommt als Komplettbaugruppe mit einer einzigen Teilenummer. Neben den Linearmodulen von Thomson stecken darin Getriebe von Boston Gear, Kupplungen von Huco sowie Motoren und Software von Kollmorgen – allesamt Marken von Regal Rexnord. 

Integration statt Programmieraufwand

Für die Zertifizierung hat Regal Rexnord Montagehardware angepasst, einen eigenen Steckkabelbaum entwickelt und die Anbindung an ABBs Softwareumgebung programmiert. Dazu gehören eine ABB-Web-App, ein Einrichtungsassistent und Programmbausteine in ABBs Robotersprache RAPID. Die Konfigurationswerkzeuge von Thomson erscheinen direkt auf dem FlexPendant, dem Handbediengerät der ABB-Roboter. 

Kevin Zaba, bei Regal Rexnord Präsident des Segments Automation & Motion Control, beschreibt das Problem so: „Bisher stand jeder, der einen einzelnen Plug-and-play-Cobot von ABB an mehreren Arbeitsplätzen einsetzen wollte, vor Programmier- und Kommunikationshürden, die Tage kosten konnten.“ (Übersetzung) Die Movotrak CTU sei nun vorkonfiguriert und mit ABB-Cobots „direkt nach dem Auspacken“ (Übersetzung) einsatzbereit. 

Regal-Rexnord-Chef Louis Pinkham sieht in dem Projekt ein Beispiel dafür, wie sich die Technik mehrerer Konzernmarken „in wirkungsvolle, kundenfertige Lösungen“ (Übersetzung) bündeln lasse. 

Das Partnerprogramm von ABB

Im ABB-Ökosystem bieten Partnerfirmen vorkonfigurierte Zubehör- und Softwarepakete an, die mit den ABB-Robotern kompatibel sind. Laut Pressemitteilung sollen Anwender und Systemintegratoren damit weniger Zeit und Aufwand für die Einrichtung neuer Anwendungen brauchen. Unabhängige Praxisberichte zur Movotrak CTU mit GoFa-Cobots lagen bei Redaktionsschluss nicht vor. 

ABB Robotics wechselt den Eigentümer

Kurz nach der Bekanntgabe änderte sich die Lage beim Partner. ABB hatte im April 2025 angekündigt, die Robotiksparte als eigenes Unternehmen an die Börse zu bringen. Am 8. Oktober 2025 vereinbarte ABB stattdessen den Verkauf an die SoftBank Group für 5,375 Milliarden US-Dollar und verzichtete auf die Abspaltung. Die Sparte beschäftigt laut SoftBank rund 7000 Menschen und setzte 2024 knapp 2,28 Milliarden US-Dollar um. Der Abschluss steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen in der EU, China und den USA und war für Mitte bis Ende 2026 angesetzt. 

Roboterwelt Redaktion

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