NVIDIA hat am 15. Juli 2026 zwei neue Rechenmodule für Roboter und andere KI-Geräte vorgestellt: Jetson T3000 und Jetson T2000. Beide beruhen auf der Thor-Architektur, die bisher mit den Modulen T5000 und T4000 vertreten ist. Allzweckroboter und autonome Maschinen verlassen nach Darstellung von NVIDIA gerade die Forschungslabore und gehen in den Einsatz auf dem Massenmarkt; dafür brauche es kompakte und sparsame KI-Rechner, die große Modelle direkt auf dem Gerät ausführen. Die neuen Module sollen im ersten Quartal 2027 erhältlich sein.
Was die Module leisten sollen
Modul | KI-Leistung (FP4) | Arbeitsspeicher | Leistungsaufnahme | Verfügbarkeit |
|---|---|---|---|---|
Jetson T5000 (im AGX Thor Developer Kit) | 2.070 TFLOPS (sparse) | 128 GB LPDDR5X | 40–130 W | erhältlich |
Jetson T4000 | 1.200 TFLOPS (sparse) | 64 GB LPDDR5X | 40–70 W | erhältlich |
Jetson T3000 | 865 TFLOPS | 32 GB LPDDR5X | etwa halb so viel wie T5000 | 1. Quartal 2027 |
Jetson T2000 | 400 TFLOPS | 16 GB | keine Angabe | 1. Quartal 2027 |
Alle Werte sind Herstellerangaben. Ob sich die Zahlen für T3000 und T2000 wie beim T5000 und T4000 auf dünn besetzte Berechnungen (sparse) beziehen, geht aus der Ankündigung nicht hervor; der Vergleich ist daher nur grob möglich.
Das T3000 kombiniert laut NVIDIA eine Blackwell-GPU, eine achtkernige Arm-CPU vom Typ Neoverse, 32 GB Arbeitsspeicher mit 273 GB/s Bandbreite und 25-Gigabit-Ethernet. Es soll etwa halb so groß sein wie das T5000 und etwa halb so viel Leistung aufnehmen, bei multimodalen Aufgaben wie Sprach-, Bild-Sprach- und Weltmodellen aber eine ähnliche Inferenzleistung erreichen. Eine Wattzahl nennt NVIDIA nicht. Als weiteres Argument führt der Hersteller die Kosten an: Der Umstieg auf das T3000 senke sie angesichts hoher Speicherpreise. Eine Variante namens IGX T3000 mit gleicher Leistung bringt zusätzlich funktionale Sicherheit mit und ist für Roboter gedacht, die neben Menschen arbeiten.
Das T2000 soll die Thor-Architektur in eine breitere Gerätepalette bringen. NVIDIA beschreibt es als Einstieg für Entwickler von KI-Agenten zur Bildauswertung, autonomen mobilen Robotern und Industriemanipulatoren.
Wer schon auf Thor setzt
Als Unternehmen, die auf der Plattform Jetson AGX Thor entwickeln, nennt NVIDIA unter anderem 1X, Agile Robots, Amazon Robotics, Boston Dynamics, FANUC, Hitachi und Techman Robot. Ob und wann diese Firmen die neuen Module einsetzen, sagt die Ankündigung nicht. Thor-basierte Produkte bieten laut NVIDIA bereits Hardwarepartner wie ADLINK, Advantech, AAEON, Connect Tech und Seeed Studio an. Softwarefirmen wie Antmicro und RidgeRun sollen Kunden beim Wechsel auf die neuen Module unterstützen.
Entwickeln vor dem Marktstart
Bis die Module lieferbar sind, verweist NVIDIA auf das Jetson AGX Thor Developer Kit mit dem T5000. In einem Emulationsmodus soll es die Leistung eines T3000 oder T2000 nachbilden. Die Emulation des T3000 ist mit dem Softwarepaket JetPack 7.2.1 hinzugekommen, das zugehörige Jetson Linux 39.2.1 führt NVIDIA mit August 2026. Die Emulation des T2000 hat NVIDIA für eine spätere Version angekündigt, in JetPack 7.2.1 ist sie nicht enthalten. Preise für T3000 und T2000 hat NVIDIA bislang nicht genannt.
Einordnung: von Orin Nano bis Thor
Unterhalb von Thor bleibt die ältere Orin-Reihe im Programm. Das Jetson AGX Orin 64GB Developer Kit kommt laut NVIDIA auf 275 TOPS, das Jetson Orin Nano Super Developer Kit auf 67 TOPS bei 8 GB Arbeitsspeicher. Diese Werte gelten für Ganzzahl-Rechnungen (INT8) und lassen sich nicht direkt mit den FP4-Angaben der Thor-Module vergleichen. Die drei Entwicklerkits führen wir in der Kategorie Controller & Einplatinenrechner.
Am 21. Oktober hält NVIDIA-Chef Jensen Huang die Keynote der GTC Berlin, die Konferenz läuft am 21. und 22. Oktober, Workshops finden am 20. Oktober statt. Ob NVIDIA dort Neues zu den Thor-Modulen zeigt, ist offen.


Häufige Fragen
Wann kommen die Jetson-Module T3000 und T2000 auf den Markt?
NVIDIA plant die Verfügbarkeit für das erste Quartal 2027. Preise hat der Hersteller bislang nicht genannt.
Wie viel KI-Leistung haben Jetson T3000 und T2000?
Laut NVIDIA liefert das T3000 865 FP4-TFLOPS bei 32 GB Arbeitsspeicher, das T2000 400 FP4-TFLOPS bei 16 GB. Zum Vergleich nennt NVIDIA für das T5000 im Jetson AGX Thor Developer Kit 2.070 FP4-TFLOPS (sparse) bei 128 GB.
Worin unterscheidet sich das T3000 vom T5000?
Das T3000 soll etwa halb so groß sein und etwa halb so viel Leistung aufnehmen wie das T5000, bei multimodalen Aufgaben wie Sprach-, Bild-Sprach- und Weltmodellen aber eine ähnliche Inferenzleistung erreichen. Es hat 32 statt 128 GB Arbeitsspeicher.
Kann man mit dem T3000 schon entwickeln?
Ja, über das Jetson AGX Thor Developer Kit: Seit JetPack 7.2.1 lässt es sich im Emulationsmodus wie ein T3000 betreiben. Die Emulation des T2000 hat NVIDIA für eine spätere Version angekündigt.
Welche Robotikfirmen setzen auf Jetson Thor?
NVIDIA nennt unter anderem 1X, Agile Robots, Amazon Robotics, Boston Dynamics, FANUC, Hitachi und Techman Robot als Unternehmen, die auf der Plattform Jetson AGX Thor entwickeln. Ob sie die neuen Module einsetzen, sagt die Ankündigung nicht.
Quellen
- NVIDIA Introduces New Jetson Thor Computers to Advance Mainstream Robotics and Edge AI – NVIDIA Blog – 15.07.2026
- NVIDIA Jetson Thor: Produktseite und Spezifikationen (T5000, T4000) – NVIDIA – abgerufen 19.10.2026
- JetPack 7.2.1: What's New – NVIDIA Developer – abgerufen 19.10.2026
- Jetson Linux Archive (Version 39.2.1, August 2026) – NVIDIA Developer – abgerufen 19.10.2026
- NVIDIA Jetson Orin: Spezifikationen der Orin-Reihe – NVIDIA – abgerufen 19.10.2026
- Jetson Orin Nano Super Developer Kit – NVIDIA – abgerufen 19.10.2026
- FAQs zur NVIDIA GTC Berlin 2026 – NVIDIA – abgerufen 19.10.2026

Alle Angaben in diesem Artikel wurden am 19. Oktober 2026 geprüft.
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