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Roborock: Vom Xiaomi-Zulieferer zum größten Saugroboter-Hersteller der Welt

von Roboterwelt Redaktion11. September 2026
Schwarzer Roborock-Saugroboter fährt durch einen Flur voller Federn und Spielzeug, im Hintergrund liegt ein Collie vor der Dockingstation
Der Alltag, für den Roborock baut: Der Saugroboter arbeitet, während der Hund zusieht.© Roborock

Roborock wurde 2014 in Peking gegründet, baute zunächst Saugroboter für Xiaomi und stieg innerhalb eines Jahrzehnts zur umsatzstärksten Saugroboter-Marke der Welt auf. Das Porträt zeichnet den Weg nach – vom ersten Mi-Home-Roboter über den Börsengang bis zum treppensteigenden Saros Rover – und benennt die offenen Fragen: den Zweikampf mit Dreame um die Marktführung und die Datenschutzdebatte um kameragestützte Haushaltsroboter. 

Roborock beginnt mit einer Kaufenttäuschung. Richard Chang testete nach eigener Darstellung mehr als 20 Saugroboter der damaligen Marktführer – und fand keinen, der das manuelle Staubsaugen tatsächlich ersetzen konnte. Im Juli 2014 gründete er in Peking die Beijing Roborock Technology Co., Ltd. mit dem erklärten Ziel, die intelligentesten Saugroboter der Welt zu bauen. Gut zehn Jahre später hat das Unternehmen nach eigenen Angaben über 20 Millionen Geräte verkauft und beschäftigt mehr als 2.050 Menschen. 

Auf einen Blick

Unternehmen 

Beijing Roborock Technology Co., Ltd. 

Gegründet 

Juli 2014 

Gründer und CEO 

Richard Chang 

Hauptsitz 

Peking; weitere Standorte in Shanghai, Shenzhen und Hongkong 

Mitarbeiter 

über 2.050, davon nach Unternehmensangaben 40,8 Prozent in der Produktentwicklung 

Börse 

Shanghai (STAR Market), Kürzel 688169, seit Februar 2020 

Umsatz 2025 

18,7 Milliarden Yuan (rund 2,4 Milliarden Euro), plus 56,5 Prozent gegenüber Vorjahr 

Marktposition 

Laut IDC 2023 bis 2025 umsatz- bzw. absatzstärkste Saugroboter-Marke weltweit (siehe Offene Fragen) 

Verkaufte Geräte 

über 20 Millionen weltweit (Stand Dezember 2024, Unternehmensangabe) 

Produkte 

Saug- und Wischroboter, Nass-Trockensauger, Akku-Staubsauger, Waschtrockner, Mähroboter, Poolroboter 

Vertrieb 

über 40 Länder, davon 28 in Europa 

Stand 

September 2026 

Ein unzufriedener Kunde gründet eine Firma

Der entscheidende Schritt folgte zwei Monate nach der Gründung: Im September 2014 stieg Xiaomi mit rund 20 Millionen Yuan (etwa 3 Millionen US-Dollar) in der A-Finanzierungsrunde ein. Roborock wurde damit Teil der Xiaomi Ecological Chain, des Netzwerks von Hardware-Startups, deren Produkte Xiaomi unter eigener Marke vertreibt. Das erste Roborock-Produkt erschien im September 2016 folgerichtig nicht unter eigenem Namen, sondern als Xiaomi Mi Home Saugroboter – und entwickelte sich schnell zum meistverkauften Saugroboter Chinas. Roborock agierte dabei als ODM, als Original Design Manufacturer: Entwicklung und Produktion bei Roborock, Marke und Vertrieb bei Xiaomi. 

Chang selbst kommt aus der Software. Er studierte Informatik an der South China University of Technology und arbeitete davor unter anderem bei Baidu Maps, Microsoft und Tencent – ein Hintergrund, der die spätere Ausrichtung des Unternehmens auf Navigation und Objekterkennung erklärt. 

Porträt von Richard Chang, Gründer und CEO von Roborock, im schwarzen T-Shirt mit Firmenlogo
Richard Chang gründete Roborock 2014, nachdem ihn mehr als 20 getestete Saugroboter enttäuscht hatten. © Roborock

Emanzipation von Xiaomi

Ab 2017 baute Roborock die eigene Marke auf, zunächst mit der S-Serie, die LiDAR-Navigation mit kamerabasierter Hinderniserkennung kombinierte. Die selbst entwickelte Reactive-AI-Objekterkennung, die Kabel, Schuhe oder Socken erkennt und umfährt, wurde zum Markenzeichen der Geräte. 2019 folgte der Aufbau einer eigenen europäischen Tochtergesellschaft – Chang begründete den Schritt damit, dass europäische Verbraucher technikaffin und zahlungsbereit für durchdachte Lösungen seien. 

Im Februar 2020 ging Roborock an den Technologie-Börsenplatz STAR Market in Shanghai und nahm dabei rund 4,5 Milliarden Yuan (etwa 640 Millionen US-Dollar) ein. Große Finanzierungsrunden hatte es zuvor bereits gegeben; an der B-Runde beteiligten sich unter anderem Gaorong Capital und der singapurische Staatsfonds GIC mit zusammen rund 1,6 Milliarden Yuan. 

Drei Roborock-Mitarbeiterinnen im Gespräch vor einer Messewand mit Firmenlogo und dem Schriftzug Rediscover clean
Seit 2019 betreibt Roborock eine eigene europäische Tochtergesellschaft; Europa ist heute der wichtigste Auslandsmarkt. © Roborock

Vom Saugroboter zum Haushaltsroboter-Konzern

Heute ist der Saugroboter nur noch das Kerngeschäft eines breiteren Portfolios. Roborock verkauft Nass-Trockensauger (F-Serie), Akku-Staubsauger und seit 2023 Waschtrockner (Zeo-Serie). Auf der IFA 2025 stellte das Unternehmen mit RockMow und RockNeo seine ersten Mähroboter vor, auf der IFA 2026 mit dem RockAqua den ersten Poolroboter. Das Segment jenseits der Saugroboter wuchs 2025 laut Geschäftsbericht um über 220 Prozent. 

Technisch setzte Roborock zuletzt mehrere Ausrufezeichen: Der Saros Z70 (2025) war der erste in Serie gefertigte Saug-Wischroboter mit faltbarem Fünf-Achsen-Greifarm (OmniGrip), der Gegenstände wie Socken vor dem Saugen beiseite räumt. Auf der CES 2026 folgte der Saros Rover, nach Unternehmensangaben der weltweit erste Saugroboter mit Rad-Bein-Architektur: Zwei unabhängig ansteuerbare Radbeine sollen es dem Gerät ermöglichen, Treppen zu steigen und Etagen zu wechseln – ein Ausblick, für den es allerdings noch keinen Verkaufstermin gibt. 

Das aktuelle Serien-Flaggschiff Saros 20 überwindet mit dem AdaptiLift-Fahrwerk 3.0 Doppelschwellen bis 8,5 Zentimeter und navigiert mit dem laserturmlosen StarSight-System 2.0. Zur CES 2026 verkündete Roborock zudem eine globale Marketing-Partnerschaft mit Real Madrid. 

Schwarzer Roborock-Saugroboter auf Holzboden vor seiner geöffneten Absaugstation an einer Küchenzeile
Absaugstation statt Staubbeutel: Die Dockingstationen übernehmen inzwischen Entleeren, Waschen und Trocknen. © Roborock

Wie sich Haushaltsroboter insgesamt auf den Alltag auswirken, haben wir in einem eigenen Beitrag über Roboter als Haushaltshilfe beschrieben. 

Roborock in Deutschland

Deutschland gehört seit dem Europa-Ausbau 2019 zu den wichtigsten Roborock-Märkten. Die Geräte sind flächendeckend im Handel erhältlich, unter anderem bei Amazon, Otto und MediaMarkt/Saturn. In der aktuellen Amazon-Bestsellerliste der Saugroboter stellt Roborock mit Q7 M5, Saros 10R, Q5 Max+ und Q10 S5+ vier der zehn meistverkauften Modelle – mehr als jeder andere Hersteller. Die Preisspanne reicht vom Einstiegsgerät um 150 Euro bis zum Premium-Modell für rund 1.500 Euro. 

In unserem Preisvergleich ist Roborock bislang nicht vertreten; die genannten Modelle sind dort noch nicht gelistet. 

Offene Fragen

Wer ist wirklich Marktführer? Die Nummer-1-Position, mit der Roborock wirbt, ist umstritten – und das Kuriose ist: Beide Seiten berufen sich auf den Marktforscher IDC. Roborock verweist auf IDC-Zahlen, wonach das Unternehmen 2023 bis 2025 die weltweit führende Saugroboter-Marke war, zuletzt nach Stückzahlen im Gesamtjahr 2025. Der Konkurrent Dreame reklamiert dagegen – ebenfalls unter Berufung auf IDC – für das erste Quartal 2026 die weltweite Führung nach Absatz und Umsatz und in Europa bereits für 2025 mit 27,6 Prozent Marktanteil. Die Angaben beziehen sich offenbar auf unterschiedliche Zeiträume und Metriken der IDC-Tracker; eine unabhängige, eindeutige Rangfolge lässt sich daraus derzeit nicht ableiten. Fest steht: Der Vorsprung, den Roborock jahrelang hatte, ist geschmolzen. 

Kamera und Karte in der Wohnung. Roborock-Topmodelle tragen Kameras und erstellen detaillierte Wohnungskarten – damit stellt sich die Datenschutzfrage grundsätzlicher als bei anderen Haushaltsgeräten. In einem AV-TEST-Prüfbericht von 2019 fiel ein damaliges Modell (Xiaomi Roborock S55) auf, weil es Daten im lokalen WLAN unverschlüsselt übertrug. Der Hersteller gibt heute an, Karten und Hindernisfotos ausschließlich lokal auf dem Gerät zu verarbeiten, keine Aufnahmen auf eigenen Servern zu speichern und Nutzungsstatistiken DSGVO-konform anonymisiert zu erheben. Unabhängig überprüfen lässt sich das für Außenstehende nur begrenzt – Fachmedien weisen zudem regelmäßig darauf hin, dass bei chinesischen Cloud-Diensten die Rechtslage der Volksrepublik zu berücksichtigen ist. Wer die Kamera- und Videofunktionen nicht nutzt, reduziert die Angriffsfläche deutlich. 

Wie chinesische Robotikunternehmen insgesamt nach Europa drängen und welche Datenschutzfragen das aufwirft, ordnet unser Beitrag über KI und Robotik aus China ein. 

Roborock im Zeitraffer: Die wichtigsten Meilensteine

Jahr 

Ereignis 

2014 

Gründung in Peking durch Richard Chang (Juli); Xiaomi-Investment in der A-Runde (September) 

2016 

Marktstart des Xiaomi Mi Home Saugroboters, entwickelt und gebaut von Roborock 

2017/2018 

Aufbau der eigenen Marke; Durchbruch mit der S-Serie (LiDAR und Kamera-Hinderniserkennung) 

2019 

Gründung der europäischen Tochtergesellschaft 

2020 

Börsengang am STAR Market Shanghai (Februar), Erlös rund 640 Millionen US-Dollar 

2023 

Einstieg ins Waschtrockner-Geschäft (Zeo-Serie); laut IDC erstmals umsatzstärkste Saugroboter-Marke weltweit 

2024 

Laut IDC Platz 1 der Saugroboter-Marken nach Verkaufszahlen 

2025 

Saros Z70 mit OmniGrip-Greifarm; erste Mähroboter auf der IFA; Umsatz 18,7 Milliarden Yuan (plus 56,5 Prozent) 

2026 

CES: Saros Rover mit Rad-Bein-Architektur, Saros 20, Real-Madrid-Partnerschaft, US-Start der Mähroboter; IFA: erster Poolroboter RockAqua 

Häufige Fragen zu Roborock

Gehört Roborock zu Xiaomi?

Nein. Roborock ist ein eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen. Xiaomi war 2014 früher Investor und vertrieb die ersten Roborock-Geräte unter eigener Marke; seit 2017 verkauft Roborock unter eigenem Namen. Die Verbindung besteht als Beteiligung und Ökosystem-Partnerschaft fort, Xiaomi tritt mit eigenen Saugrobotern inzwischen aber auch als Wettbewerber auf. 

Wo hat Roborock seinen Sitz?

Der Hauptsitz liegt in Peking, weitere Entwicklungs- und Bürostandorte gibt es in Shanghai, Shenzhen und Hongkong. Für Europa besteht seit 2019 eine eigene Tochtergesellschaft. 

Was bedeuten die S-, Q- und Saros-Serien?

Die Serien markieren Preisklassen: Die Q-Serie deckt Einstieg und Mittelklasse ab (etwa Q7 M5, Q5 Max+, Q10 S5+), Saros ist seit 2025 die Premium-Linie (Saros 10R, Saros Z70, Saros 20) und löste dort die langjährige S-Serie ab. Ein Plus im Namen steht für ein Set mit Absaug- beziehungsweise Dockingstation. 

Ist Roborock Marktführer?

Je nach Quelle und Zeitraum. IDC führte Roborock 2023 bis 2025 als weltweit führende Saugroboter-Marke; für 2025 und 2026 beansprucht der Wettbewerber Dreame die Spitzenposition in Europa beziehungsweise weltweit – ebenfalls mit IDC-Daten. Eine eindeutige Rangfolge lässt sich daraus nicht ableiten. 

Wie groß ist Roborock?

Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben über 2.050 Menschen und setzte 2025 rund 18,7 Milliarden Yuan um, etwa 2,4 Milliarden Euro. Weltweit wurden bis Dezember 2024 mehr als 20 Millionen Geräte verkauft; die App zählt wöchentlich über 5,3 Millionen aktive Nutzer. 

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