Helsing: Kampfdrohnen, KI-Piloten und 16 Milliarden Euro Bewertung

Helsing begann 2021 in München als Softwarefirma für militärische Datenauswertung. Heute baut das Unternehmen die Loitering Munition HX-2, Unterwassergleiter für die Überwachung von U-Booten und mit der übernommenen Grob Aircraft den unbemannten Kampfjet CA-1 Europa. Investoren bewerten Helsing mit 16 Milliarden Euro, die Bundeswehr hat erstmals bestellt, aus der Ukraine kamen Berichte über Probleme an der Front.

Von Roboterwelt Redaktion12 Min. LesezeitQuellen: 31
Schwarzes Modell eines unbemannten Kampfflugzeugs mit schlankem, spitz zulaufendem Rumpf, langen Tragflächen, schräg gestellten Leitwerken und orangefarbener Luftklappe steht hinter Absperrgittern auf einem Messegelände, links ein schwarzer Pavillon mit Helsing-Logo und Besucher
Ein Modell des unbemannten Kampfflugzeugs CA-1 Europa vor dem Pavillon von Helsing auf der ILA in Berlin-Schönefeld, 11. Juni 2026. Foto: André Gerwing, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, bearbeitet

Am 26. Februar 2026 schloss das Beschaffungsamt der Bundeswehr zum ersten Mal Verträge über Loitering Munition, also über Drohnen, die über einem Zielgebiet kreisen und sich dann mit ihrem Sprengkopf auf ein Ziel stürzen. Einer der beiden Auftragnehmer war Helsing aus München: Im ersten Abruf soll das Unternehmen 4.300 Drohnen vom Typ HX-2 für rund 270 Millionen Euro liefern. Den Rahmenvertrag hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages am Vortag freigegeben, obwohl Entwicklung und Qualifikation noch nicht abgeschlossen waren. 

Fünf Jahre zuvor hatte Helsing noch Software angeboten, die Offizieren bei der Auswertung von Sensordaten helfen sollte. Inzwischen baut das Unternehmen eigene Waffen und Fluggeräte. Im Juli 2026 sammelte es 1,6 Milliarden Euro ein, die Runde bewertet Helsing nach Medienberichten mit 16 Milliarden Euro. Wie weit die Lieferungen mit dieser Bewertung Schritt halten, ist eine der offenen Fragen. 

Auf einen Blick

Helsing 

Gegründet 

2021 in München 

Sitz 

München 

Gründer 

Torsten Reil und Gundbert Scherf (beide Co-CEO), Niklas Köhler (President und Chief Product Officer) 

Verwaltungsrat 

Daniel Ek und Tom Enders (Co-Vorsitzende) 

Finanzierung 

Series A 102,5 Mio. Euro (2021), Series B 209 Mio. Euro (2023), Series C 450 Mio. Euro (2024), Series D 600 Mio. Euro (2025), Series E 1,6 Mrd. Euro (Juli 2026) 

Bewertung 

16 Mrd. Euro nach der Series E (Medienberichte, Juli 2026) 

Produkte 

Loitering Munition HX-2, Software Altra, Unterwassergleiter SG-1 Fathom mit Software Lura, unbemanntes Kampfflugzeug CA-1 Europa (in Entwicklung), KI-Pilot Centaur, Software Cirra für den elektronischen Kampf 

Übernahmen 

Grob Aircraft, Tussenhausen (vereinbart Juni 2025); Blue Ocean, Australien (eingeleitet Oktober 2025) 

Fertigung 

Resilience Factory RF-1 in Süddeutschland, Werk in Plymouth (Großbritannien) 

Kunden 

Bundeswehr, Ukraine, Luftwaffe (Eurofighter), Schweden (Erprobung im Gripen E) 

Stand 

Oktober 2026 

Von der Analysesoftware zum Waffenhersteller

Helsing wurde 2021 von Torsten Reil, Niklas Köhler und Gundbert Scherf gegründet. Reil hatte zuvor den britischen Spieleentwickler NaturalMotion aufgebaut, den Zynga für 527 Millionen US-Dollar kaufte. Scherf war Partner bei McKinsey und dort für Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung zuständig, von 2014 bis 2016 arbeitete er als Sonderbeauftragter im Bundesverteidigungsministerium. Reil und Scherf führen das Unternehmen gemeinsam, Köhler verantwortet als President die Produkte. 

Wichtigster Geldgeber der ersten Stunde war Spotify-Gründer Daniel Ek. Seine Investmentgesellschaft Prima Materia trug im November 2021 rund 100 der 102,5 Millionen Euro der ersten Finanzierungsrunde bei, Ek ist heute zusammen mit Tom Enders Vorsitzender des Verwaltungsrats. Damals beschrieb Helsing sein Produkt als KI-Software, die Kamerabilder, Radar- und Sensordaten auswertet, Offiziere bei der Lageanalyse unterstützt und nicht selbst militärische Ziele bestimmt. Verkaufen wolle man nur an freiheitliche Demokratien. 

Es folgten 209 Millionen Euro im September 2023 und 450 Millionen Euro im Juli 2024, die zweite Runde angeführt vom US-Investor General Catalyst. Im Juni 2025 führte Prima Materia eine Runde über 600 Millionen Euro an, die Helsing nach Angaben der Financial Times mit 12 Milliarden Euro bewertete. Im Juli 2026 folgten 1,6 Milliarden Euro unter anderem von Dragoneer, Lightspeed, Iconiq, Goldman Sachs, JPMorgan Chase und dem kanadischen Pensionsfonds CPP Investments. Nach Unternehmensangaben bleibt Helsing mehrheitlich in europäischem Besitz. 

HX-2: Loitering Munition für die Ukraine und die Bundeswehr

In der Ukraine ist Helsing nach eigenen Angaben seit 2022 tätig, mit Personal vor Ort. Die erste Kampfdrohne dort war die HF-1, entwickelt zusammen mit dem ukrainischen Hersteller Terminal Autonomy. Bis Juli 2025 waren nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Ukrinform 1.950 Stück geliefert, weitere 2.050 sollten nach Angaben eines Firmenvertreters folgen. 

Die HX-2 ist die erste vollständig eigene Drohne. Helsing stellte sie Ende 2024 vor: ein elektrisch angetriebener Flugkörper mit X-förmigen Flügeln, der nach Herstellerangaben bis zu 100 Kilometer weit fliegt und von einem Katapult startet. Gesteuert wird sie über die Software Altra, mit der sich viele HX-2 im Schwarm koordinieren und mit Aufklärung und Artillerie verbinden lassen. Im Februar 2025 kündigte Helsing an, 6.000 HX-2 für die Ukraine zu bauen. Gefertigt werden sie in der ersten sogenannten Resilience Factory in Süddeutschland, die seit Dezember 2024 läuft und nach Unternehmensangaben mehr als 1.000 HX-2 im Monat herstellen kann. 

Der Bundeswehr-Vertrag ist nach Angaben der Fachzeitschrift ES&T Teil zweier Rahmenverträge über sieben Jahre mit zusammen 4,3 Milliarden Euro, der zweite ging an Stark Defence aus Berlin. Ein Einsatzset von Helsing besteht aus 50 Drohnen, einer Bodenkontrollstation mit Startvorrichtung und Ersatzteilen. Die Bundeswehr hat Abbruchmeilensteine vereinbart: Weist ein Hersteller die zugesagte Leistung zu bestimmten Zeitpunkten nicht nach, kann sie den Vertrag kündigen. Erster Nutzer soll ab 2027 die Panzerbrigade 45 in Litauen sein. 

Am 22. April 2026 kam Rheinmetall mit der FV-014 als dritter Lieferant hinzu, mehr dazu im Porträt von Rheinmetall. Die Bundeswehr begründet den Kauf bei mehreren Herstellern unter anderem damit, das Risiko zu streuen, falls einer die geforderten Mengen nicht in angemessener Qualität liefern kann. 

CA-1 Europa und die Übernahme von Grob Aircraft

Im Juni 2025 vereinbarte Helsing, den Flugzeughersteller Grob Aircraft aus dem bayerischen Tussenhausen von der H3 Aerospace zu übernehmen; den Preis nannten die Beteiligten nicht. Grob hatte damals rund 275 Beschäftigte, baut Flugzeuge aus Verbundwerkstoffen, unter anderem für die Pilotenausbildung, und verfügt über einen eigenen Flugplatz. Schon vorher hatte Helsing Grob-Flugzeuge als Erprobungsträger für Cirra genutzt, eine Software, die elektronische Bedrohungen für Kampfflugzeuge in Echtzeit bewertet. 

Im September 2025 zeigte Helsing bei Grob in Tussenhausen den CA-1 Europa, ein unbemanntes Kampfflugzeug der Klasse von drei bis fünf Tonnen mit einem Triebwerk, internem Waffenschacht und hoher Unterschallgeschwindigkeit. Es soll einzeln oder im Schwarm fliegen, für Angriffe in der Tiefe, elektronischen Kampf und Aufklärung, und vor allem vom KI-Piloten Centaur gesteuert werden. Der Erstflug ist für 2027 geplant, einsatzbereit soll das Flugzeug innerhalb von vier Jahren danach sein. Im Februar 2026 vereinbarte Helsing mit Hensoldt, Radar, Optronik und Systeme für den elektronischen Kampf zu integrieren. Ein Auftrag für den CA-1 ist nicht bekannt. 

Frontansicht eines grauschwarzen unbemannten Kampfflugzeugs mit spitzer Nase, seitlichen Lufteinlässen mit orangefarbenem Innenteil und langen Tragflächen vor einem schwarzen zweistöckigen Pavillon mit Helsing-Logo, rechts kleinere Drohnen mit X-förmigen Flügeln auf olivgrünen Transportkisten
Das CA-1-Europa-Modell von vorn, ILA Berlin, 13. Juni 2026. Erstflug und Kunden stehen noch aus.Foto: Oddlief, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

KI im Cockpit: Centaur, Cirra und der Eurofighter

Centaur hat bereits ein echtes Kampfflugzeug gesteuert. Ab dem 28. Mai 2025 übergab ein Gripen E von Saab in drei Testflügen über der Ostsee die Kontrolle an die Software. Sie flog nach Angaben von Saab selbstständig komplexe Manöver in einem Luftkampfszenario außerhalb der Sichtweite und gab dem Piloten den Zeitpunkt zum Feuern vor. Finanziert hat das Projekt die schwedische Beschaffungsbehörde FMV. 

In Deutschland liefert Helsing Software für die Luftwaffe: 15 Eurofighter werden mit Sensoren von Saab für den elektronischen Kampf ausgerüstet, Helsings KI wertet die Daten aus, etwa zur Aufklärung und zum Schutz gegen Flugabwehr. Im August 2023 unterschrieb Helsing zusammen mit Konsortialpartnern außerdem einen Vertrag über KI-Infrastruktur für das europäische Kampfflugzeugprogramm FCAS. Seit Juni 2026 hat das Unternehmen eine eigene Forschungsabteilung namens Area 9, deren erstes Robotik-Projekt die Plattform RX-1 ist; sie soll an Forschungseinrichtungen wie die ETH Zürich und das französische INRIA gehen. 

Unter Wasser: SG-1 Fathom aus Plymouth

Im Mai 2025 stellte Helsing im Marinestützpunkt Portsmouth den autonomen Unterwassergleiter SG-1 Fathom und die Software Lura vor. Die Gleiter sollen nach Herstellerangaben bis zu drei Monate unter Wasser patrouillieren und melden, was sie hören; Lura ordnet die Geräusche von Schiffen und U-Booten mit einem großen akustischen KI-Modell zu und ortet sie. Im Oktober 2025 leitete Helsing die Übernahme des australischen Herstellers Blue Ocean ein, der autonome Unterwasserfahrzeuge baut und mit Helsing schon am Gleiter gearbeitet hatte. 

Gebaut wird der SG-1 seit November 2025 in Plymouth. Verteidigungsminister John Healey eröffnete das Werk, das Teil einer Zusage Helsings über 350 Millionen Pfund an Großbritannien aus dem Jahr 2024 ist. Eine Bestellstückzahl nannte das Verteidigungsministerium auf Anfrage im Parlament nicht, für Dezember 2025 war eine Technologiedemonstration für die Royal Navy angesetzt. Im Wettbewerb um den Unterwasser-Überwachungsdienst Atlantic Net führte Helsing nach Berichten von Janes im April 2026 eines von fünf verbliebenen Konsortien. Im September berichtete Janes, das Ministerium habe ein Konsortium unter Führung von Ocean Infinity ausgewählt; offiziell bestätigt ist das nicht. 

Weißes einmotoriges Propellerflugzeug mit zweisitziger Glaskanzel, orangefarbener Propellerhaube, dunklen Propellerblättern, Kennzeichen D-ETPG und Grob-Aircraft-Schriftzug am Rumpf steht auf Asphalt vor weißen Messezelten
Ein Turboprop-Schulflugzeug G 120TP von Grob Aircraft auf der Turku Airshow in Finnland, Juni 2015. Der Hersteller aus Tussenhausen gehört heute zu Helsing.Foto: MKFI, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Kritik und offene Fragen

Probleme an der Front. Am 19. Januar 2026 berichtete Bloomberg, die Ukraine halte sich mit weiteren Bestellungen der HX-2 zurück. Grundlage waren eine interne Präsentation des Verteidigungsministeriums vom 20. November 2025 und Gesprächspartner, die namentlich nicht genannt wurden. Danach hatten HX-2 bei Tests einer ukrainischen Drohneneinheit Probleme beim Start, bei einigen fehlten KI-Komponenten für die Endanflugsteuerung und Navigation, und Störsender unterbrachen die Funkverbindung zum Bediener. Deutschland, das die Drohnen für die Ukraine bezahlt, plane keine Nachbestellung, solange die Ukraine kein Interesse zeige. Helsing wies das zurück: Mehr als sechs ukrainische Einheiten hätten die HX-2 angefordert, sie sei für den Fronteinsatz zugelassen, und das Unternehmen liefere mehrere Hundert Drohnen im Monat in die Ukraine. Unabhängig belegt ist keine der beiden Darstellungen. 

Gekauft vor der Qualifikation. Die Bundeswehr hat die HX-2 bestellt, bevor Entwicklung und Qualifikation abgeschlossen waren. Die Qualifikation sollte bis Ende September 2026 erreicht sein. Eine Mitteilung über den Abschluss haben wir bis Mitte Oktober nicht gefunden. Die Abbruchmeilensteine in den Verträgen zeigen, dass auch die Bundeswehr mit dem Risiko rechnet. 

Wer entscheidet über den Angriff? 2021 versprach Helsing Software, die nicht selbst Ziele bestimmt. Die HX-2 beschreibt die Fachpresse inzwischen als Drohne für präzise, autonome Angriffe. Nach Darstellung der Bundeswehr erkennt das System Ziele selbstständig und zeigt sie an, die Entscheidung über den Angriff trifft der Bediener. Helsing selbst schreibt, die Wirksamkeit menschlicher Kontrolle über KI hänge stark von Faktoren wie Ermüdung, Arbeitsbelastung und Bedienoberfläche ab. Die Informationsstelle Militarisierung kritisierte vor dem Beschluss des Bundestages, dass anders als in der Debatte um bewaffnete Drohnen 2020 und 2021 keine verbindlichen ethischen Einsatzkriterien festgelegt wurden. 

Bewertung und Lieferungen. Umsatzzahlen nennt Helsing in seinen Finanzierungsmeldungen nicht. Belegt sind ein erster Bundeswehr-Abruf über rund 270 Millionen Euro, die HF-1-Lieferungen an die Ukraine und der Eurofighter-Auftrag. Der CA-1 ist noch nicht geflogen, beim SG-1 ist ein Auftrag der Royal Navy nicht bekannt. Wie sich die Bewertung von 16 Milliarden Euro zu diesen Aufträgen verhält, lässt sich ohne Umsatzzahlen nicht prüfen. 

Personelle Verbindungen. Die Informationsstelle Militarisierung verweist zudem darauf, dass Mitgründer Scherf vor der Gründung im Verteidigungsministerium arbeitete, das heute bei Helsing bestellt, und dass Marketing und Kommunikation von Johannes Boie geleitet werden, dem früheren Chefredakteur der Bild.Weitere Beiträge zu Rüstung und unbemannten Systemen sammelt die Themenseite Militärroboter und Sicherheit, Fluggeräte jeder Größe die Rubrik Drohnen. 

Helsing im Zeitraffer

Jahr 

Meilenstein 

2021 

Gründung in München durch Torsten Reil, Niklas Köhler und Gundbert Scherf 

Nov. 2021 

Series A über 102,5 Mio. Euro, fast vollständig von Daniel Eks Prima Materia 

Sept. 2022 

Strategische Partnerschaft mit Rheinmetall für Landsysteme 

Aug. 2023 

Vertrag über KI-Infrastruktur für FCAS im Konsortium 

Sept. 2023 

Series B über 209 Mio. Euro 

Juli 2024 

Series C über 450 Mio. Euro 

Dez. 2024 

Resilience Factory RF-1 in Süddeutschland fertig, Vorstellung der HX-2 

Feb. 2025 

Ankündigung von 6.000 HX-2 für die Ukraine 

Mai 2025 

SG-1 Fathom und Lura vorgestellt; KI-Pilot Centaur fliegt im Gripen E 

Juni 2025 

Übernahme von Grob Aircraft vereinbart; Series D über 600 Mio. Euro 

Sept. 2025 

Vorstellung des CA-1 Europa in Tussenhausen 

Okt. 2025 

Übernahme von Blue Ocean eingeleitet 

Nov. 2025 

Werk in Plymouth eröffnet 

Jan. 2026 

Bloomberg berichtet über Probleme der HX-2 in der Ukraine, Helsing widerspricht 

Feb. 2026 

Partnerschaft mit Hensoldt für den CA-1; Rahmenvertrag der Bundeswehr über die HX-2 

Juni 2026 

Forschungsabteilung Area 9 und Robotik-Plattform RX-1 

Juli 2026 

Series E über 1,6 Mrd. Euro 

Häufige Fragen

Wer hat Helsing gegründet?

Torsten Reil, Niklas Köhler und Gundbert Scherf gründeten Helsing 2021 in München. Reil hatte zuvor den Spieleentwickler NaturalMotion aufgebaut, Scherf war Partner bei McKinsey und von 2014 bis 2016 Sonderbeauftragter im Bundesverteidigungsministerium. Reil und Scherf führen das Unternehmen als Co-CEOs, Köhler ist President und Chief Product Officer. 

Was ist die HX-2 von Helsing?

Eine Loitering Munition, also eine Drohne, die über einem Zielgebiet kreist und sich dann mit ihrem Sprengkopf auf ein Ziel stürzt. Sie ist elektrisch angetrieben, hat X-förmige Flügel, startet von einem Katapult und fliegt nach Herstellerangaben bis zu 100 Kilometer weit. Mit der Software Altra lassen sich viele HX-2 im Schwarm koordinieren. 

Was hat die Bundeswehr bei Helsing bestellt?

Am 26. Februar 2026 schloss die Bundeswehr einen Rahmenvertrag über die HX-2. Im ersten Abruf soll Helsing 4.300 Drohnen für rund 270 Millionen Euro liefern, erster Nutzer soll ab 2027 die Panzerbrigade 45 in Litauen sein. Bestellt wurde vor Abschluss der Qualifikation; Abbruchmeilensteine erlauben der Bundeswehr die Kündigung, wenn zugesagte Leistungen nicht nachgewiesen werden. 

Wer finanziert Helsing und wie viel ist es wert?

Erster großer Geldgeber war Spotify-Gründer Daniel Ek mit seiner Gesellschaft Prima Materia, die 2021 rund 100 Millionen Euro der ersten Runde trug. Weitere Runden brachten 209 Millionen (2023), 450 Millionen (2024), 600 Millionen (2025) und im Juli 2026 1,6 Milliarden Euro, unter anderem von Dragoneer, Lightspeed, Iconiq, Goldman Sachs und JPMorgan Chase. Nach Medienberichten ist Helsing seither 16 Milliarden Euro wert. 

Setzt die Ukraine Drohnen von Helsing ein?

Ja. Bis Juli 2025 wurden nach einem Bericht von Ukrinform 1.950 Drohnen vom Typ HF-1 geliefert, die Helsing mit dem ukrainischen Hersteller Terminal Autonomy entwickelt hat. Bei der neueren HX-2 berichtete Bloomberg im Januar 2026 über Probleme bei Tests an der Front und eine Zurückhaltung bei Nachbestellungen. Helsing bestreitet das und gibt an, mehrere Hundert Drohnen im Monat in die Ukraine zu liefern. 

Was ist der CA-1 Europa?

Ein unbemanntes Kampfflugzeug der Klasse von drei bis fünf Tonnen, das Helsing im September 2025 bei seiner Tochter Grob Aircraft in Tussenhausen vorgestellt hat. Es soll vor allem vom KI-Piloten Centaur gesteuert werden und einzeln oder im Schwarm Angriffe, elektronischen Kampf und Aufklärung übernehmen. Der Erstflug ist für 2027 geplant, ein Auftrag ist nicht bekannt. 

Quellen

  1. Company: Founders, Management, Administrative Board, Ethics – Helsing – 06.06.2026
  2. Statement from Helsing – Helsing – 19.01.2026
  3. Resilience Factories – Helsing – 06.06.2026
  4. Helsing opens its first UK Resilience Factory in Plymouth to build AI-enabled submarine-hunters – Helsing – 19.11.2025
  5. HENSOLDT and Helsing join forces for autonomous combat aircraft CA-1 Europa – Helsing – 12.02.2026
  6. Helsing unveils Area 9 and launches RX-1, its first European robotics research platform – Helsing – 01.06.2026
  7. Helsing acquires Grob – Grob Aircraft – 04.06.2025
  8. Saab achieves AI milestone with Gripen E – Saab – 11.06.2025
  9. Loitering Munition: Bundeswehr beschafft Präzisionswaffe – Bundeswehr – 02.06.2026
  10. Loitering Munition: Beschaffung von mehr als 6.000 Kampfdrohnen gebilligt – ES&T – 26.02.2026
  11. Verträge zur Beschaffung von Loitering Munition Systemen geschlossen – ES&T – 05.03.2026
  12. Helsing: Spotify-Gründer steckt 100 Millionen Euro in Münchner KI-Startup – Munich Startup – 17.11.2021
  13. Helsing schließt weitere Finanzierung ab und wird zum nächsten Münchner Einhorn – Munich Startup – 20.09.2023
  14. Helsing erhält 450 Millionen Euro in Series-C – Munich Startup – 12.07.2024
  15. Helsing raises €600M, more than doubling valuation to €12BN – Tech.eu – 17.06.2025
  16. Helsing closes billion-euro funding round – Munich Startup – 14.07.2026
  17. Europe's Anduril rival Helsing raises $1.8 billion at $18 billion valuation – CNBC – 13.07.2026
  18. German Firm to Make 6,000 More AI-Enabled Drones for Ukraine – The Defense Post – 13.02.2025
  19. German company has delivered nearly 2,000 AI-guided kamikaze drones to Ukraine – European Pravda – 17.07.2025
  20. Media: Ukraine pauses further orders of German Helsing drones after test problems – European Pravda – 19.01.2026
  21. Ukraine, Germany Pause Further Helsing HX-2 Drone Orders After Technical Issues – The Defense Post – 20.01.2026
  22. Vor der Beschaffungsentscheidung. Kamikazedrohnen für die Bundeswehr: Helsing HX-2 und Stark Virtus – Informationsstelle Militarisierung – 18.02.2026
  23. Helsing Unveils CA-1 Europa Autonomous UCAV – The Aviationist – 25.09.2025
  24. Helsing unveils AI underwater surveillance system – UK Defence Journal – 13.05.2025
  25. Royal Navy will trial SG-1 drone subs under Atlantic Bastion – UK Defence Journal – 02.12.2025
  26. UK set to decide Atlantic Net mission partner – Janes – 23.04.2026
  27. Ocean Infinity in frame as UK's Atlantic Net mission partner – Janes – 17.09.2026
  28. Helsing acquires Blue Ocean – Munich Startup – 13.10.2025
  29. Rheinmetall und Helsing: Partner für die nächste Generation von Streitkräften – Rheinmetall – 15.09.2022
  30. Gundbert Scherf (Sprecherprofil) – Warsaw Security Forum – 2025
  31. NaturalMotion founder Torsten Reil is leaving Zynga – GamesBeat – 04.05.2017
Roboterwelt Redaktion

Alle Zahlen in diesem Artikel wurden am 18. Oktober 2026 geprüft.

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