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Chirurgieroboter nach da Vinci: Wer Intuitive herausfordert

von Roboterwelt Redaktion8. Oktober 2026
Operationssaal mit drei Personen in blauer OP-Kleidung, im Vordergrund weiße, in Folie gehüllte Roboterarme mit der Aufschrift Versius über dem abgedeckten Patienten, oben Monitore mit dem Bild aus dem Bauchraum
Ein Versius-System von CMR Surgical bei einer Gallenblasenentfernung im Krankenhaus IMSS Bienestar Xoco in Mexiko-Stadt, August 2026. Jeder Arm steht auf einem eigenen fahrbaren Wagen.© EneasMx, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons, bearbeitet

Mehr als 11.700 Da-Vinci-Systeme stehen weltweit in Kliniken. Inzwischen haben Medtronic, Johnson & Johnson, mehrere europäische Spezialisten und chinesische Hersteller eigene Operationsroboter zugelassen. Ein Überblick über Zulassungen, belegte Einsatzorte in Deutschland, Geschäftsmodelle und den Stand der Telechirurgie. 

Zum 30. Juni 2026 waren nach Angaben von Intuitive Surgical weltweit 11.710 Da-Vinci-Systeme installiert. Zugelassene Alternativen gibt es seit Jahren, etwa Senhance seit 2012 in Europa und Versius seit 2019. Größere Bewegung ist aber erst in jüngster Zeit in den Markt gekommen. 

Innerhalb von zehn Monaten hat die US-Behörde FDA zwei Konzernsysteme freigegeben: im Dezember 2025 Hugo von Medtronic, im Juli 2026 Ottava von Johnson & Johnson. In Europa haben chinesische Hersteller CE-Kennzeichnungen erhalten, eines ihrer Systeme sogar für Operationen über große Entfernungen. Gleichzeitig zeigt der Rückzug von Karl Storz aus dem Senhance-System, dass eine Zulassung allein noch kein Geschäft ist. 

Dieser Beitrag ordnet die Herausforderer ein. Das Da-Vinci-System selbst, seine Modelle und die Studienlage dienen hier nur als Vergleichsmaßstab. 

Zulassungen auf einen Blick

Zulassungen gelten jeweils nur für bestimmte Eingriffe. Ein Strich bedeutet, dass wir keine Zulassung gefunden haben. Stand: 7. Oktober 2026. 

System (Hersteller) 

USA (FDA) 

EU (CE) 

Weitere 

Hugo RAS (Medtronic) 

510(k) K250725, 03.12.2025, Urologie 

10/2021 Urologie und Gynäkologie, 10/2022 Allgemeinchirurgie 

Kanada, Japan; über 35 Länder 

Ottava (Johnson & Johnson) 

De Novo DEN250068, 21.07.2026, Allgemeinchirurgie im Oberbauch 

– 

– 

Versius / Versius Plus (CMR Surgical) 

De Novo DEN230078, 11.10.2024, Gallenblase; Versius Plus 510(k) 16.12.2025 

seit 2019; Kinderchirurgie 01/2026 

Australien, Brasilien 

Dexter (Distalmotion) 

De Novo DEN230084, 25.10.2024, Leistenbruch; bis 08/2026 vier Erweiterungen 

12/2020 

– 

Maestro (Moon Surgical) 

510(k) K221410, 02.12.2022; ScoPilot 03/2025 

04/2023 (MDR) 

– 

Senhance (Asensus, Karl Storz) 

510(k) K171120, 13.10.2017 

01/2012 

wird auslaufen 

MIRA (Virtual Incision) 

De Novo DEN230025, 23.02.2024, Dickdarm; Hysterektomie 08/2026 

– 

– 

Toumai (MicroPort MedBot) 

nur Prüfgenehmigung (IDE) 

05/2024 (MDR); Telechirurgie 06/2026 

China 01/2022, Telechirurgie 04/2025 

MP1000, SP1000 (Edge Medical) 

– 

MP1000 03/2025, SP1000 10/2025 

China 12/2022, Telechirurgie 2025 

hinotori (Medicaroid) 

– 

07/2026 (MDR) 

Japan 08/2020, Singapur, Malaysia, Vietnam 

Revo-i (meerecompany) 

– 

– 

Südkorea 08/2017 

SSi Mantra (SS Innovations) 

510(k) beantragt, Entscheidung für 2027 erwartet 

erwartet Ende 2026 

Indien 

Was die Herausforderer anders machen

Beim da Vinci der aktuellen Generation hängen die Instrumentenarme an einem gemeinsamen Ausleger auf einer fahrbaren Säule, der Chirurg sitzt an einer Konsole abseits des Tisches. Die Konkurrenz versucht sich vor allem über die Bauform abzugrenzen. 

  • Einzelne Armwagen: Bei Hugo und Versius steht jeder Arm auf einem eigenen Wagen. Die Arme lassen sich je nach Eingriff anders um den Tisch gruppieren und einzeln in andere Säle schieben. 

  • Arme im OP-Tisch: Bei Ottava sind vier flache Arme in den Operationstisch eingebaut und lassen sich darunter verstauen. Johnson & Johnson gibt an, das System brauche 30 bis 50 Prozent weniger Platz als Ausleger- und Wagensysteme. 

  • Chirurg bleibt am Tisch: Dexter hat eine sterile Konsole, an der der Operateur steht und von der er jederzeit an den Patienten treten kann. Maestro von Moon Surgical hält mit zwei Armen Kamera und Instrumente, während der Chirurg mit herkömmlichen laparoskopischen Instrumenten weiterarbeitet. 

  • Miniaturisierung: MIRA von Virtual Incision wiegt nach Herstellerangabe weniger als ein Kilogramm und wird am OP-Tisch befestigt. 

Weißer Operationsroboter mit vier nummerierten Armen, die von einem querliegenden Ausleger auf einer Säule herabhängen, davor ein Übungsmodell auf einem Rollwagen, links ein Gerätewagen mit Bildschirm
Der Maßstab: Beim da Vinci Xi hängen alle vier Arme an einem Ausleger auf einer fahrbaren Säule. Ausstellungsstück im Krankenhaus von Vesoul in Frankreich, 2023. © A.BourgeoisP, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Konzerne: Medtronic und Johnson & Johnson

Medtronic erhielt die CE-Kennzeichnung für Hugo im Oktober 2021, zunächst für Urologie und Gynäkologie, ein Jahr später auch für die Allgemeinchirurgie. Den Weg in die USA öffnete die FDA erst am 3. Dezember 2025: Die 510(k)-Freigabe gilt für urologische Eingriffe wie Prostata-, Nieren- und Blasenentfernungen. Die erste kommerzielle Operation in den USA fand im Februar 2026 an der Cleveland Clinic statt. Anträge für Allgemeinchirurgie und Gynäkologie liegen der FDA seit Juni 2026 vor. Nach Firmenangaben wird Hugo in mehr als 35 Ländern eingesetzt; die Zahl installierter Systeme nennt Medtronic nicht. 

Johnson & Johnson ist mit Ottava später dran, hat aber 2026 aufgeholt. Die FDA genehmigte im November 2024 die klinische Prüfung, die ersten Eingriffe, Magenbypass-Operationen, folgten im April 2025 in Houston. Am 21. Juli 2026 erteilte die Behörde die De-Novo-Zulassung für zehn Eingriffe im Oberbauch, darunter Magenbypass, Schlauchmagen, Gallenblasenentfernung und Refluxoperationen. Eine Studie zu Leistenbrüchen läuft. Das System soll zunächst bei ausgewählten Kunden in den USA eingeführt werden; eine CE-Kennzeichnung hat es nicht. 

Die europäischen Spezialisten

CMR Surgical aus Cambridge brachte Versius 2019 mit CE-Kennzeichnung auf den Markt. In den USA erhielt das System im Oktober 2024 eine De-Novo-Zulassung, allerdings nur für Gallenblasenentfernungen bei Erwachsenen; für die Nachfolgeversion Versius Plus folgte im Dezember 2025 eine 510(k)-Freigabe, ein Antrag für gynäkologische Eingriffe ist eingereicht. Mehr als 45.000 Patienten sind nach Firmenangabe mit Versius operiert worden. 

Distalmotion aus Lausanne erhielt für Dexter im Dezember 2020 die CE-Kennzeichnung. In den USA startete das System im Oktober 2024 mit einer Zulassung für Leistenbruchoperationen, bis August 2026 folgten Gallenblase, Gebärmutter und Bauchwandbrüche. Distalmotion zielt damit auch auf ambulante OP-Zentren und zählt mehr als 4.000 operierte Patienten. 

Das französisch-amerikanische Unternehmen Moon Surgical hat mit Maestro streng genommen keinen Operationsroboter, sondern einen robotischen Assistenten: Zwei Arme halten Laparoskop und Instrumente. Die FDA gab das System im Dezember 2022 frei, die CE-Kennzeichnung folgte im April 2023. Seit März 2025 kann die Kamera mit der Funktion ScoPilot einem gewählten Instrument folgen. 

Wie riskant der Markt ist, zeigen zwei Fälle. Karl Storz übernahm im August 2024 Asensus Surgical, den Hersteller des Senhance-Systems, für 0,35 US-Dollar je Aktie. Senhance war bereits 2012 in Europa und 2017 in den USA zugelassen worden. Im Juni 2026 kündigte Karl Storz an, Senhance auslaufen zu lassen und die Entwicklung des Nachfolgers LUNA einzustellen; am US-Standort fallen 108 Stellen weg. Das zweite Beispiel stammt aus Jena: Avateramedical erhielt 2019 die CE-Kennzeichnung für das erste deutsche System dieser Art, das Universitätsklinikum Leipzig operierte 2022 erste Patienten damit. Im August 2023 stellte das Unternehmen Insolvenzantrag, im Dezember 2023 gingen die wesentlichen Vermögenswerte an die Tennor International AG. 

Hersteller aus China, Japan und Korea

MicroPort MedBot aus Shanghai erhielt die chinesische Zulassung für den Vierarm-Roboter Toumai im Januar 2022 und im Mai 2024 die CE-Kennzeichnung nach der europäischen Medizinprodukteverordnung, für Urologie, Allgemein-, Thorax- und gynäkologische Chirurgie. Nach Firmenangaben lagen bis Juni 2026 weltweit mehr als 300 Bestellungen vor, mehr als ein Drittel davon aus dem ersten Halbjahr 2026. MicroPort MedBot setzte 2025 551,1 Millionen Yuan um, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. In Europa arbeiten unter anderem das AZORG-Krankenhaus im belgischen Aalst und die Universitätsklinik Gemelli in Rom mit Toumai. Eine FDA-Zulassung hat das System nicht. 

Edge Medical aus Shenzhen ging im Januar 2026 in Hongkong an die Börse. Das Mehrarm-System MP1000 ist seit Dezember 2022 in China zugelassen und seit März 2025 in der EU, das Single-Port-System SP1000 seit Oktober 2025. Von 100 Systemen, die Edge 2025 installiert oder ausgeliefert hat, gingen 54 an Kunden außerhalb Chinas. Weitere Anbieter folgen: Das Single-Port-System Shurui von Surgerii hat seit September 2025 eine CE-Kennzeichnung, Cornerstone Robotics erhielt sie im Mai 2026 für sein System Sentire. 

Aus Japan kommt hinotori von Medicaroid, einem Gemeinschaftsunternehmen von Kawasaki und Sysmex. Das System ist seit August 2020 in Japan zugelassen und hat im Juli 2026 die CE-Kennzeichnung erhalten; eine Europa-Tochter in Deutschland besteht seit 2020. Das südkoreanische Revo-i von meerecompany ist seit 2017 zugelassen und wird unter anderem nach Usbekistan und Paraguay exportiert. 

Wo in Deutschland und der Schweiz operiert wird

Ein zentrales Register für OP-Roboter gibt es nicht. Die folgenden Einsatzorte sind durch Mitteilungen der Kliniken oder Hersteller belegt; die Liste ist nicht vollständig. 

  • Hugo: Universitätsklinikum Dresden (Urologie, seit Oktober 2023), St. Josef-Hospital Bochum (Bauchchirurgie, seit Februar 2023), Evangelisches Krankenhaus Herne (Schwerpunkt Thoraxchirurgie). 

  • Versius: Klinikum Chemnitz, seit 2021 und nach eigener Angabe als erste Klinik in Deutschland; im April 2026 meldete das Haus den 1.000. Eingriff. 

  • Dexter: Universitätsklinikum Tübingen (erste Eingriffe in Deutschland 2022), Universitätsklinikum Bonn, Klinikum München Süd (seit Februar 2025), Klinikum Landkreis Erding (seit Februar 2026), Kreiskrankenhaus Freiberg; in der Schweiz Inselspital Bern, Spital Emmental und Kantonsspital Winterthur. 

  • Senhance: LMU Klinikum München, Kinderchirurgie, seit Januar 2023, finanziert über Spenden. 

  • Shurui: München Klinik Bogenhausen, nach eigener Angabe seit Juni 2026 als erste Klinik in Deutschland. 

Für Österreich haben wir keinen belegten Einsatz eines der genannten Systeme gefunden. Zum Vergleich: Allein Intuitive hat im zweiten Quartal 2026 weltweit 468 Systeme neu aufgestellt. 

Kaufen, mieten, abonnieren

Listenpreise veröffentlicht keiner der Hersteller. Wo Kliniken Zahlen nennen, liegen sie für Hugo bei rund 1,7 Millionen Euro (Dresden) und 1,6 Millionen Euro (Herne). Das LMU Klinikum hat sein Senhance-System für rund 1,5 Millionen Euro geleast. 

Der Trend geht weg vom Kauf. Intuitive hat im zweiten Quartal 2026 von 468 neuen Systemen 254 über Mietverträge platziert, 131 davon mit nutzungsabhängiger Abrechnung. Die Herausforderer setzen dieses Modell gezielt ein: 

  • CMR Surgical bietet Versius über einen Dienstleistungsvertrag mit festen Kosten an. Das sollte britischen NHS-Kliniken den Einstieg ohne hohe Anschaffungskosten ermöglichen. 

  • Moon Surgical rechnet Maestro über ein Abonnement in drei Volumenstufen ab. Die Monatsgebühr deckt nach Angaben der Firmenchefin Anne Osdoit System, Einwegmaterial und Service. 

  • Distalmotion wirbt damit, dass Kliniken für Dexter kein komplettes neues Ökosystem kaufen müssen, weil vorhandene Bildgebung und Energiegeräte weiterverwendet werden. Die Instrumente sind Einwegprodukte. 

  • Senhance setzte auf wiederverwendbare Instrumente, deren Zusatzkosten pro Eingriff laut Asensus gegenüber der herkömmlichen Laparoskopie gering sind, und bot Leasing mit Kaufoption an. 

Wie viel ein einzelner Eingriff an Einwegmaterial kostet, beziffert keiner der Hersteller öffentlich. Hinter den neuen Anbietern stehen hohe Finanzierungsrunden: Distalmotion sammelte im November 2025 150 Millionen US-Dollar ein, CMR im April 2025 mehr als 200 Millionen. 

Telechirurgie: vom Experiment zur Zulassung

Operationen über große Entfernungen sind nicht neu. Am 28. Februar 2003 begann in Kanada ein regulärer Dienst, bei dem Chirurgen in Hamilton Patienten im 400 Kilometer entfernten North Bay operierten, mit dem Zeus-System und einer Signalverzögerung von 135 bis 140 Millisekunden. Durchgesetzt hat sich das damals nicht. 

Neu ist die behördliche Zulassung. Am 21. April 2025 genehmigte die chinesische Behörde NMPA Toumai für Fernoperationen in allen Fachrichtungen; MicroPort spricht von der weltweit ersten Zulassung dieser Art. Am 17. Juni 2026 folgte die CE-Kennzeichnung nach der europäischen Medizinprodukteverordnung für ferngesteuerte Eingriffe in Urologie, Allgemein-, Thorax- und gynäkologischer Chirurgie. Nach Firmenangaben wurden mit Toumai bis Ende Juni 2026 mehr als 1.200 Fernoperationen vorgenommen. Edge Medical hat 2025 ebenfalls eine chinesische Zulassung für Telechirurgie erhalten. 

Einige Eingriffe zeigen die Reichweite. Im Juni 2024 operierte ein Chirurg in Rom mit Edges MP1000 einen Patienten in Peking, rund 8.100 Kilometer Luftlinie entfernt. Im Juni 2025 operierte Vipul Patel aus Orlando mit Toumai einen Patienten in Luanda, Angola, im Rahmen einer von der FDA genehmigten Prüfung. Im Mai 2025 fanden die ersten Fernoperationen innerhalb der EU statt, zwischen Melle und Aalst in Belgien, bei 20 Millisekunden Verzögerung. In Deutschland steuerten beim Urologenkongress DRUS im November 2025 ausländische Urologen aus der Asklepios Klinik Altona in Hamburg Eingriffe an Patienten in Peking, Aalst und Madrid. 

SS Innovations aus Indien hat für SSi Mantra eine Zulassung für Telechirurgie in Indien und meldet 188 Fernoperationen. Medtronic kündigte für einen Chirurgenkongress im Juli 2025 Vorführungen von Telechirurgie mit Hugo an; eine Fernoperation an Patienten mit Hugo ist nicht dokumentiert. 

Offen bleibt der Rechtsrahmen. Die CE-Kennzeichnung regelt nur das Gerät. Wer haftet, wenn die Verbindung abbricht, welche ärztliche Zulassung bei einer Operation über eine Landesgrenze gilt und wie die Daten geschützt werden, ist in der EU nicht einheitlich geregelt. Eine Übersichtsarbeit in den Annals of Medicine and Surgery nannte 2025 genau diese Lücken als Haupthindernis. 

Einordnung

Die Zahl zugelassener Systeme ist in den vergangenen zwei Jahren deutlich gestiegen. Viele Herausforderer sind in den USA nur für einzelne Eingriffe freigegeben, Hugo etwa bisher nur für die Urologie, Versius für die Gallenblase. Fast alle Angaben zu Patientenzahlen und Fernoperationen stammen von den Herstellern selbst. 

Für Kliniken entscheidet am Ende weniger die Technik als die Rechnung: Mietmodelle, Abonnements und Einweginstrumente verschieben die Kosten vom Kaufpreis in den laufenden Betrieb. Wer sich für einen kleineren Anbieter entscheidet, trägt zudem ein Risiko, das Senhance und avatera gezeigt haben: Wird ein System eingestellt, endet irgendwann auch der Service. 

Häufige Fragen

Welche Chirurgieroboter gibt es neben da Vinci?

In Europa sind unter anderem Hugo von Medtronic, Versius von CMR Surgical, Dexter von Distalmotion, Maestro von Moon Surgical sowie die chinesischen Systeme Toumai von MicroPort und MP1000 von Edge Medical mit CE-Kennzeichnung auf dem Markt. Seit Juli 2026 hat auch hinotori aus Japan eine CE-Kennzeichnung. In den USA kam im Juli 2026 Ottava von Johnson & Johnson hinzu. 

Ist Medtronic Hugo in den USA zugelassen?

Ja, seit dem 3. Dezember 2025. Die FDA hat das System im 510(k)-Verfahren für urologische Eingriffe freigegeben, darunter Prostata-, Nieren- und Blasenentfernungen. Anträge für Allgemeinchirurgie und Gynäkologie hat Medtronic im Juni 2026 eingereicht. 

Wo wird in Deutschland mit anderen Systemen als da Vinci operiert?

Belegt sind unter anderem Hugo am Universitätsklinikum Dresden, am St. Josef-Hospital Bochum und am Evangelischen Krankenhaus Herne, Versius am Klinikum Chemnitz, Dexter an den Universitätskliniken Tübingen und Bonn, am Klinikum München Süd und am Klinikum Erding sowie Senhance in der Kinderchirurgie des LMU Klinikums München. Das chinesische Single-Port-System Shurui ist seit Juni 2026 an der München Klinik Bogenhausen im Einsatz. 

Was kostet ein Operationsroboter?

Listenpreise veröffentlichen die Hersteller nicht. Kliniken nennen vereinzelt Investitionssummen, etwa rund 1,7 Millionen Euro für Hugo in Dresden und 1,6 Millionen Euro in Herne. Hinzu kommen Instrumente und Wartung. Viele Systeme werden inzwischen gemietet oder pro Eingriff abgerechnet statt gekauft. 

Ist Telechirurgie in Europa erlaubt?

Das Medizinprodukt kann dafür zugelassen werden: MicroPorts Toumai hat seit Juni 2026 eine CE-Kennzeichnung für ferngesteuerte Eingriffe. Ein eigenes Regelwerk für Haftung, ärztliche Zulassung und Datensicherheit bei Operationen über Ländergrenzen gibt es in der EU nicht. Bisherige Eingriffe liefen in Studien und Pilotprojekten. 

Quellen

Alle Angaben in diesem Artikel wurden am 7. Oktober 2026 geprüft. Zahlen zu Patienten, Bestellungen und Fernoperationen sind Herstellerangaben. 

Zusammenfassung
  • Neben Intuitive mit 11.710 installierten Da-Vinci-Systemen haben inzwischen Medtronic mit Hugo (FDA-Freigabe für die Urologie im Dezember 2025), Johnson & Johnson mit Ottava (De-Novo-Zulassung im Juli 2026), europäische Spezialisten wie CMR Surgical, Distalmotion und Moon Surgical sowie chinesische Hersteller wie MicroPort und Edge Medical eigene Operationsroboter zugelassen, in den USA allerdings oft nur für einzelne Eingriffe. 

  • In Deutschland sind unter anderem Hugo in Dresden, Bochum und Herne, Versius in Chemnitz und Dexter in Tübingen, Bonn, München und Erding belegt, während Karl Storz das Senhance-System auslaufen lässt und der Jenaer Hersteller avateramedical 2023 Insolvenz anmeldete. 

  • Die Hersteller setzen zunehmend auf Miete, Abonnements und Einweginstrumente statt auf den Kauf, und MicroPorts Toumai ist seit 2025 in China und seit Juni 2026 in der EU für Telechirurgie zugelassen, ohne dass Haftung und ärztliche Zulassung bei Operationen über Grenzen hinweg einheitlich geregelt wären. 

Quellen
  1. Intuitive Announces Second Quarter Earnings (Form 8-K, Exhibit 99.1) – Intuitive Surgical / SEC – 16.07.2026
  2. 510(k) K250725, Hugo RAS System – U.S. Food and Drug Administration – 03.12.2025
  3. Medtronic announces FDA clearance of Hugo robotic-assisted surgery system for urologic surgical procedures – Medtronic – 03.12.2025
  4. Medtronic Hugo Robotic-Assisted Surgery System Receives European CE Mark Approval – Medtronic – 11.10.2021
  5. Medtronic Hugo robotic-assisted surgery system receives CE Mark approval for general surgery – Medtronic via Samedan – 19.10.2022
  6. Medtronic announces first surgery with Hugo robotic-assisted surgery system in the U.S. performed at Cleveland Clinic – Medtronic – 17.02.2026
  7. Medtronic submits 510(k) filings to expand Hugo robotic-assisted surgery system into general and gynecologic specialties – Medtronic – 03.06.2026
  8. Medtronic secures CE Mark for LigaSure technology on Hugo robotic-assisted surgery system – Medtronic – 15.07.2025
  9. Johnson & Johnson MedTech receives IDE approval for Ottava Robotic Surgical System – Johnson & Johnson – 12.11.2024
  10. Johnson & Johnson MedTech announces completion of first cases with Ottava Robotic Surgical System – Johnson & Johnson – 14.04.2025
  11. De Novo DEN250068, OTTAVA Robotic Surgical System – U.S. Food and Drug Administration – 21.07.2026
  12. Johnson & Johnson receives FDA market authorization in the U.S. for its OTTAVA Robotic Surgical System – Johnson & Johnson – 22.07.2026
  13. J&J lands CE mark for surgical stapler that works with Ottava robot – MedTech Dive – 24.04.2026
  14. De Novo DEN230078, Versius Surgical System – U.S. Food and Drug Administration – 11.10.2024
  15. CMR Surgical receives U.S. FDA marketing authorization for next-generation Versius Surgical System – CMR Surgical – 15.10.2024
  16. CMR Surgical secures 510(k) clearance of its Versius Plus robotic surgical system – CMR Surgical – 16.12.2025
  17. CMR Surgical receives CE mark for use of Versius in paediatric surgery – CMR Surgical – 08.01.2026
  18. CMR Surgical submits 510(k) application to US FDA to expand Versius Plus into gynecology – CMR Surgical – 29.04.2026
  19. CMR Surgical secures $200m USD in funding – CMR Surgical – 02.04.2025
  20. Milestone as CMR Surgical's Versius robot is used by NHS hospitals for first time – Cambridge Independent – 21.02.2020
  21. Speiseröhren-OP ist 1.000. chirurgischer Eingriff mit Roboter-Technologie – Klinikum Chemnitz – 02.04.2026
  22. Distalmotion's surgical robot is ready for clinical use – startupticker.ch – 29.12.2020
  23. De Novo DEN230084, Dexter L6 System – U.S. Food and Drug Administration – 25.10.2024
  24. FDA grants marketing authorization for Dexter – Distalmotion – 28.10.2024
  25. Distalmotion receives 510(k) clearance for ventral hernia repair – Distalmotion – 13.08.2026
  26. Distalmotion raises $150 million to accelerate Dexter expansion – Distalmotion – 18.11.2025
  27. Distalmotion accelerates US commercial momentum in ambulatory surgery centers – Distalmotion (GlobeNewswire) – 21.05.2026
  28. University Hospital Tübingen carries out first Dexter robotic surgeries in Germany – Robotics & Automation News – 26.07.2022
  29. On-Demand-Robotik bietet mehr Flexibilität in der Chirurgie (Universitätsklinikum Bonn) – kma Online
  30. Einführung des Operationsroboters Dexter von Distalmotion – Artemed Klinikum München Süd – 19.02.2025
  31. Weltpremiere im Klinikum Landkreis Erding: erster roboterassistierter Eingriff an der Nebenniere weltweit mit dem Dexter-System – Klinikum Landkreis Erding – 08.06.2026
  32. Neuer Kollege Dexter unterstützt künftig bei Operationen in Freiberg – Blick – 13.08.2026
  33. Chirurgie: Robotiksysteme am Inselspital in Testphase – Insel Gruppe – 09.07.2021
  34. Roboter Dexter – Spital Emmental – abgerufen 07.10.2026
  35. Medienmitteilung zu Dexter am Kantonsspital Winterthur – santemedia.ch – abgerufen 07.10.2026
  36. 510(k) K242323, Maestro System (ScoPilot) – U.S. Food and Drug Administration – 14.03.2025
  37. Maestro surgical robotics system by Moon Surgical now CE marked – Sofinnova Partners – 12.04.2023
  38. Interview mit Moon-Surgical-Chefin Anne Osdoit zum Marktstart von Maestro – MedTech Dive – 01.12.2023
  39. 510(k) K171120, Senhance Surgical Robotic System – U.S. Food and Drug Administration – 13.10.2017
  40. Annual Report on Form 10-K 2023 – Asensus Surgical / SEC – 2024
  41. Asensus Surgical announces closing of acquisition by Karl Storz (Form 8-K) – Asensus Surgical / SEC – 22.08.2024
  42. Karl Storz laying off employees in North Carolina amid robotics strategy shift – MedTech Dive – 22.06.2026
  43. LMU Klinikum eröffnet erstes kinderchirurgisches Zentrum für roboterassistierte Chirurgie – LMU Klinikum – 18.01.2023
  44. avateramedical receives CE mark approval – Tennor – 18.11.2019
  45. Pressemitteilung zu ersten Operationen mit dem avatera-System – Universitätsklinikum Leipzig – 20.04.2022
  46. Medizintechnikspezialist avateramedical stellt sich im Rahmen eines Insolvenzverfahrens neu auf – EQS News – 12.10.2023
  47. Deutsche avatera-medical-Gesellschaften stellen sich neu auf – INDat Report
  48. Op-Roboter Hugo erstmals in Deutschland in der Urologie im Einsatz (Universitätsklinikum Dresden) – MEDICA-Magazin – 20.10.2023
  49. Neue Generation der OP-Roboter startet in Bochum – Katholisches Klinikum Bochum – 13.02.2023
  50. Hugo – Evangelisches Krankenhaus Herne – abgerufen 07.10.2026
  51. Als erste Klinik in Deutschland: Neuer OP-Roboter Shurui im Einsatz – München Klinik – 30.06.2026
  52. Shurui single-port surgical robot receives CE certification – Surgical Robotics Technology – 05.09.2025
  53. Cornerstone Robotics wins CE mark for Sentire robot – MassDevice – 25.05.2026
  54. Mitteilung zur NMPA-Zulassung des Toumai – MicroPort MedBot – 27.01.2022
  55. MicroPort MedBot receives approval for its Toumai robot in the EU – MicroPort – 04.06.2024
  56. Mitteilung zur NMPA-Zulassung von Toumai für Telechirurgie (chinesisch) – MicroPort MedBot – 23.04.2025
  57. Mitteilung zur CE-Zertifizierung von Toumai für Telechirurgie – MicroPort MedBot – 22.06.2026
  58. Mitteilung zu Bestellungen und Telechirurgie-Zulassungen von Toumai – MicroPort MedBot – 17.06.2026
  59. Mitteilung zur Fernoperation Shanghai–Thailand mit Toumai – MicroPort MedBot – 29.06.2026
  60. Annual Results Announcement 2025 (Stock Code 2252) – MicroPort MedBot / HKEX – 26.03.2026
  61. MicroPort MedBot's Toumai completes world's first FDA IDE-approved USA–Africa robotic telesurgery – MicroPort – 04.07.2025
  62. Toumai robot enables first-ever intra-EU telesurgery cases – MicroPort – 04.06.2025
  63. Tumori rimossi in telechirurgia tra Policlinico Gemelli e Ospedale Isola Tiberina – Policlinico Gemelli – 15.09.2026
  64. Annual Results Announcement 2025 – Shenzhen Edge Medical / HKEX – 27.03.2026
  65. Edge Medical's successful HKEX main board listing – Cleary Gottlieb – 14.01.2026
  66. Bericht zur Fernoperation Rom–Peking mit MP1000 – 央广网 (CNR) – 11.06.2024
  67. Bericht zur Fernoperation Rom–Peking – 人民网 (People's Daily) – 09.06.2024
  68. Erste tele-robotische Operationen über Kontinente hinweg in Europa – MedLabPortal – 17.11.2025
  69. Mitteilung zur Zulassung von hinotori in Japan – Medicaroid – 11.08.2020
  70. Mitteilung zur CE-Kennzeichnung von hinotori nach MDR – Medicaroid – 09.07.2026
  71. Bericht zur Zulassung von Revo-i in Südkorea – Korea Biomedical Review – 15.03.2018
  72. Bericht zu den Exportmärkten von Revo-i (koreanisch) – Money Today – 06.07.2026
  73. De Novo DEN230025, MIRA Surgical System – U.S. Food and Drug Administration – 23.02.2024
  74. Virtual Incision receives FDA authorization for the MIRA Surgical System – Virtual Incision – 24.02.2024
  75. Virtual Incision receives FDA 510(k) clearance for the MIRA Surgical System in benign hysterectomy procedures – Virtual Incision – 25.08.2026
  76. India's first CDSCO certified robotic system for telesurgery – SS Innovations (GlobeNewswire) – 10.12.2024
  77. Pressemitteilung zu FDA-Antrag, CE-Plänen und Telechirurgie (Exhibit 99.1) – SS Innovations International / SEC – 10.09.2026
  78. Anvari M. et al.: Establishment of the world's first telerobotic remote surgical service – Annals of Surgery 241(3), über PubMed Central – 03/2005
  79. Übersichtsarbeit zu Rechtsfragen der Telechirurgie – Annals of Medicine and Surgery, über PubMed Central – 12.05.2025
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