DJI Dock 4 wechselt den Drohnenakku in 25 Sekunden

Mit dem Dock 4 tauscht DJI in seiner Drohnenstation erstmals den Akku aus, statt ihn in der gelandeten Drohne zu laden. Dazu gehört die neue Matrice 5TD. Neu in der Branche ist das Prinzip allerdings nicht.

Von Roboterwelt Redaktion5 Min. LesezeitQuellen: 10
Eine dunkelgraue Quadrokopter-Drohne schwebt über einer hellgrauen Dockingstation mit seitlich aufgeklappter Abdeckung auf einem Flachdach, im Hintergrund Bäume und ein Hochhaus unter blauem Himmel
Die Vorgängergeneration im Einsatz: Eine DJI Matrice 3TD schwebt über einer geöffneten Dockingstation. Diese Drohne fliegt mit dem Dock 2, das den Akku noch in der Drohne lädt. Foto: Chiam Naiditch, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons, bearbeitet

Der chinesische Drohnenhersteller DJI hat am 14. Oktober 2026 das Dock 4 vorgestellt, eine Station, aus der eine Drohne ohne Pilot vor Ort startet und in die sie nach dem Einsatz zurückkehrt. Neu ist der Umgang mit dem Akku: Das Dock 4 lädt ihn nicht mehr in der gelandeten Drohne, sondern tauscht ihn gegen einen geladenen aus. Laut DJI dauert der Wechsel weniger als 25 Sekunden, gemessen ab dem vollständigen Schließen der Abdeckung. Von der Landung bis zum erneuten Start vergehen nach Herstellerangabe weniger als 45 Sekunden. Beide Werte stammen aus kontrollierten Tests. Die Station arbeitet ausschließlich mit der ebenfalls neuen Drohne Matrice 5TD. 

Akkutausch statt Ladepause

Beim Vorgänger Dock 3 lädt die Station den Akku in der Drohne, laut technischen Daten in 27 Minuten von 15 auf 95 Prozent. In der Pressemitteilung spricht DJI von einer 30-minütigen Ladezeit, die das Dock 4 auf wenige Sekunden verkürze. Die neue Station hat vier Akkufächer, darf aber höchstens drei Akkus enthalten, damit der Wechselmechanismus ein freies Fach hat. Zwei Akkus lassen sich gleichzeitig laden, jeder braucht dafür ebenfalls 27 Minuten. Kehrt die Drohne mit weniger als 79 Prozent Ladung zurück, wechselt das Dock den Akku automatisch. 

Die Akkus in den Fächern dienen zugleich als Notstrom. Fällt das Netz aus, versorgt laut DJI ein Akku die Station etwa viereinhalb Stunden lang, ein Akkuwechsel ist dann mit mindestens zwei Akkus möglich. Laden kann das Dock im Notbetrieb nicht. Die Station wiegt 66 Kilogramm, ist nach IP56 gegen Staub und Strahlwasser geschützt und soll zwischen minus 40 und plus 50 Grad arbeiten. Betreiben lässt sie sich nur zusammen mit der separaten O4 Ground Station, die Funkverbindung, RTK-Positionierung und Netzanbindung übernimmt. 

Die Matrice 5TD

Die Drohne wiegt 2,6 Kilogramm. DJI gibt bis zu 59 Minuten Flugzeit an, gemessen im windstillen Labor ohne Nutzlast. Bis zu 21 Meter pro Sekunde schnell fliegt sie nur bei Aufträgen, einen bestimmten Punkt anzufliegen, sonst höchstens 15. An Bord sind drei Kameras mit je 50 Megapixeln, darunter eine Telekamera mit 252 Millimetern Kleinbild-Brennweite, eine Wärmebildkamera mit 1280 × 1024 Pixeln und ein Laser-Entfernungsmesser mit bis zu 3 Kilometern Reichweite. Hindernisse erkennt sie mit Kameras, einem rotierenden LiDAR und Radarsensoren nach vorne, oben und unten. Die eingebaute Bilderkennung unterscheidet laut DJI 17 Objektarten, etwa Autos, Boote und Tiere. Zubehör wie Lautsprecher, Scheinwerfer oder Fallschirm darf zusammen bis zu 450 Gramm wiegen. Von Hand mit einer Fernsteuerung fliegen lässt sich die Matrice 5TD nicht. In der EU ist sie nach Herstellerangabe in den Klassen C5 und C6 zertifiziert. 

Ist das Dock 4 die erste Station mit Akkuwechsel?

Die deutsche Überschrift der Pressemitteilung nennt das Dock 4 die „erste Drohnen-Dockingstation mit automatischem Akkuwechsel“. Im Text selbst ist von der ersten Lösung dieser Art von DJI die Rede. Nur so stimmt die Aussage. Das israelische Unternehmen Airobotics stellte schon 2016 eine Station vor, in der ein Roboterarm den Akku seiner Drohne Optimus herausnimmt und einen frischen einsetzt. Der US-Anbieter Asylon hat eine Station namens DroneHome entwickelt, die Drohnenakkus automatisch tauscht, und erhielt 2023 einen Auftrag der US-Luftwaffeninitiative AFWERX, die Technik auf Laufroboter zu übertragen. Neu ist der Akkuwechsel also in der Dock-Reihe von DJI, nicht in der Branche. 

Vorgänger und Einsatzfelder

Das Dock 2 nimmt Drohnen der Serien Matrice 3D und 3TD auf. Das Dock 3 kam im Februar 2025 zusammen mit der Matrice 4D und 4TD auf den Markt und war nach DJI-Angaben die erste Station dieser Art, die sich auf Fahrzeugen montieren lässt. Das Dock 4 übernimmt das Befestigungslochbild des Dock 3, arbeitet aber nicht mit der Matrice 4D oder 4TD. Drohnen der Reihen Matrice 4 und 4D lassen sich nur nutzen, um vor der Installation den Standort der Bodenstation zu prüfen. 

DJI vermarktet das Dock 4 als Lösung „Dock as a First Responder“: Die Drohne soll bei einem Alarm vor den Einsatzkräften am Ort sein und ein Livebild liefern. Als Einsatzfelder nennt der Hersteller öffentliche Sicherheit, Notfallhilfe, die Inspektion abgelegener Infrastruktur, nächtliche Überwachung und Vermessung. 

Verfügbarkeit und Preis

Verkauft wird das Dock 4 über autorisierte Enterprise-Händler von DJI, einen Preis nennt der Hersteller nicht. Der chinesische Auslandssender CGTN beziffert das Hardwarepaket auf 167.999 Yuan, Software-Abonnements, Installation und Support kosten demnach extra. Einen Euro-Preis nennt auch der französische Händler studioSPORT nicht, der das Paket aus Dock 4 und Matrice 5TD bereits führt. Weitere Drohnen, vor allem für Privatkunden, sammelt unser Drohnen-Katalog. 

Häufige Fragen

Wie schnell wechselt das DJI Dock 4 den Akku?

Laut DJI in weniger als 25 Sekunden, gemessen ab dem vollständigen Schließen der Abdeckung. Von der Landung bis zum erneuten Start vergehen nach Herstellerangabe weniger als 45 Sekunden. Beide Werte stammen aus kontrollierten Tests. 

Welche Drohne passt in das DJI Dock 4?

Nur die Matrice 5TD, die DJI zusammen mit dem Dock 4 vorgestellt hat. Die Matrice 4D und 4TD aus dem Dock 3 sind nicht kompatibel. 

Ist das Dock 4 die erste Drohnenstation mit automatischem Akkuwechsel?

Nein, es ist die erste von DJI. Airobotics stellte schon 2016 eine Station vor, in der ein Roboterarm den Drohnenakku tauscht, und auch Asylon hat mit DroneHome eine Station mit automatischem Akkuwechsel entwickelt. 

Was kostet das DJI Dock 4?

DJI nennt keinen Preis, verkauft wird über autorisierte Enterprise-Händler. Der Sender CGTN beziffert das Hardwarepaket auf 167.999 Yuan, Software-Abonnements, Installation und Support kommen hinzu. 

Roboterwelt Redaktion

Alle Zahlen in diesem Artikel wurden am 17. Oktober 2026 geprüft.

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