Boeing: Tankdrohne, Ghost Bat und ein verlustreiches Rüstungsgeschäft

Boeing baut die Tankdrohne Stingray für die Flugzeugträger der US Navy, in Australien den Flügelmann Ghost Bat und über die Tochter Insitu die Aufklärungsdrohne ScanEagle. Mit Rheinmetall bietet der Konzern das Ghost Bat jetzt der Luftwaffe an. Zugleich hat die Rüstungssparte mit Festpreisverträgen Milliarden verloren, auch mit der Tankdrohne.

Von Roboterwelt Redaktion12 Min. LesezeitQuellen: 24
Dunkelgraue unbemannte Kampfdrohne mit spitzer Nase, Boeing-Schriftzug und Kokarde der australischen Luftwaffe hebt mit ausgefahrenem Fahrwerk von einer Startbahn ab, dahinter verwischte grüne Bäume, ein Zaun und bedeckter Himmel
Ein MQ-28 Ghost Bat von Boeing Defence Australia, ein produktionsnahes Testflugzeug, startet am 25. Juni 2026 bei der Übung Valiant Shield auf der Pazifikinsel Rota. Die Verwendung bedeutet keine Billigung durch das US-Verteidigungsministerium. Foto: U.S. Air Force, Senior Airman Adrien Tran, gemeinfrei, via Wikimedia Commons, bearbeitet

Am 25. April 2026 hob in Mascoutah im US-Bundesstaat Illinois ein Flugzeug ohne Cockpit zu einem zweistündigen Testflug ab. Nach Angaben von Boeing rollte die erste MQ-25A Stingray der US Navy selbstständig zur Startbahn, startete, flog ein vorab festgelegtes Programm ab und landete wieder; Piloten in einer Bodenstation schickten ihr nur Kommandos. Gut vier Monate vorher, am 8. Dezember 2025, hatte über dem Testgelände Woomera in Südaustralien ein MQ-28 Ghost Bat eine Luft-Luft-Rakete vom Typ AIM-120 auf eine Zieldrohne abgefeuert. Gesteuert wurde es aus einem Radarflugzeug E-7A Wedgetail heraus. 

In Deutschland kennt man Boeing vor allem als Hersteller von Verkehrsflugzeugen und aus den Schlagzeilen über die 737 MAX. Rund 30 Prozent des Umsatzes erzielt der Konzern aber mit Rüstung und Raumfahrt. Zu den unbemannten Systemen gehören neben Stingray und Ghost Bat die Aufklärungsdrohnen der Tochter Insitu, das Drohnen-U-Boot Orca und das Raumflugzeug X-37B. Zugleich hat die Rüstungssparte in den vergangenen Jahren Milliarden mit Festpreisverträgen verloren, auch mit der Stingray. 

Auf einen Blick

Boeing 

Gegründet 

1916 im US-Bundesstaat Washington 

Sitz 

Arlington, Virginia, USA 

Börsennotierung 

New York Stock Exchange, Kürzel BA 

Führung 

Robert K. Ortberg (Konzernchef seit August 2024); Stephen Parker (Chef von Defense, Space & Security seit Juli 2025) 

Mitarbeiter 

rund 182.000 (Ende 2025) 

Umsatz 2025 

89,46 Mrd. US-Dollar, davon 27,23 Mrd. in der Sparte Defense, Space & Security 

Nettogewinn 2025 

2,24 Mrd. US-Dollar (2024: 11,83 Mrd. Verlust) 

Auftragsbestand Rüstung und Raumfahrt 

85 Mrd. US-Dollar (30. Juni 2026) 

Segmente 

Commercial Airplanes, Defense, Space & Security, Global Services 

Unbemannte Systeme 

MQ-25A Stingray, MQ-28 Ghost Bat, ScanEagle und Integrator (Insitu), Orca XLUUV, X-37B 

Deutschland 

Angebot des MQ-28 an die Luftwaffe mit Rheinmetall; acht Seefernaufklärer P-8A für die Marine bestellt 

Stand 

Oktober 2026 

Vom Flugzeugbauer zum Rüstungskonzern

Boeing wurde 1916 im Bundesstaat Washington gegründet. Zum großen Rüstungskonzern wurde das Unternehmen durch die Fusion mit McDonnell Douglas, die am 1. August 1997 wirksam wurde und 16,3 Milliarden US-Dollar wert war. 2008 übernahm Boeing die Drohnenfirma Insitu aus Bingen im Bundesstaat Washington. Heute sitzt die Konzernzentrale in Arlington, Virginia; Konzernchef ist seit August 2024 Robert K. Ortberg. 

Boeing berichtet in drei Segmenten: Verkehrsflugzeuge, Dienstleistungen und Defense, Space & Security (BDS). BDS entwickelt und baut nach eigener Beschreibung bemannte und unbemannte Militärflugzeuge, Waffen, Hubschrauber, Satelliten und Raumfahrtsysteme. Die Sparte arbeitet vor allem im Raum St. Louis, bei Seattle und Los Angeles, in Philadelphia, Mesa und Australien. Geführt wird sie seit Juli 2025 von Stephen Parker, der seit 1988 bei Boeing ist. 

MQ-25 Stingray: die Tankdrohne für Flugzeugträger

Die MQ-25A Stingray ist nach Boeing-Angaben das erste einsatzfähige unbemannte Flugzeug der US Navy, das von Flugzeugträgern aus fliegt. Ihre Hauptaufgabe ist die Luftbetankung. Bisher übernehmen das Kampfjets vom Typ F/A-18 Super Hornet, die Stingray soll sie dafür freistellen und die Reichweite des Trägergeschwaders erhöhen. Aufklären kann sie zusätzlich. Ausgeklappt misst sie 22,9 Meter Spannweite, für das enge Flugdeck lassen sich die Flügel auf 9,5 Meter falten. 

Den Entwicklungsauftrag gewann Boeing im August 2018: einen Festpreisvertrag über 805 Millionen US-Dollar für vier Flugzeuge, der inzwischen sieben Flugzeuge und Testexemplare für 890 Millionen umfasst. Schon im September 2019 flog ein von Boeing selbst finanzierter Erprobungsträger. Er betankte im Juni 2021 nach Firmenangaben als erstes unbemanntes Flugzeug eine F/A-18 in der Luft und wurde im Dezember 2021 auf einem Flugzeugträger erprobt. Nach dem Erstflug der ersten Navy-Maschine im April 2026 gab der amtierende Marineminister Hung Cao am 19. Mai 2026 die Serienfertigung in kleiner Stückzahl frei. Im September folgte der erste Serienauftrag: 562 Millionen Dollar für drei Flugzeuge, die ab 2029 ausgeliefert werden sollen. Insgesamt plant die Navy nach einem Bericht von The Aviationist 76 Stingrays. 

Einsatzbereit wird die Drohne deutlich später als geplant. Die erste Einsatzfähigkeit war ursprünglich für 2024 vorgesehen, nach Haushaltsunterlagen der Navy vom April 2026 ist es nun das Haushaltsjahr 2029. 

Graue Drohne ohne Cockpit mit roter Nasenspitze, nach oben geklappten Flügelspitzen und der Aufschrift MQ-25 und Boeing steht auf dem Flugdeck eines Flugzeugträgers, dahinter die Kommandoinsel mit der Nummer 77 und Antennenmasten, links geparkte Kampfjets, rechts ein Deckarbeiter mit Helm
Der von Boeing finanzierte Erprobungsträger der MQ-25 wird im Dezember 2021 auf dem Flugdeck des Flugzeugträgers USS George H.W. Bush eingewiesen. Die Verwendung bedeutet keine Billigung durch das US-Verteidigungsministerium.Foto: U.S. Navy, Mass Communication Specialist 3rd Class Brandon Roberson, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

MQ-28 Ghost Bat: der Flügelmann aus Australien

Das MQ-28 Ghost Bat hat Boeing in Australien zusammen mit der Royal Australian Air Force entwickelt. Es soll als unbemannter Begleiter neben bemannten Kampfflugzeugen fliegen, Sensordaten sammeln und Waffen tragen; in den USA heißt diese Klasse Collaborative Combat Aircraft (CCA). Nach Boeing-Angaben fliegt es mehr als 2.000 Seemeilen weit, die Nase lässt sich je nach Auftrag mit anderen Nutzlasten bestücken. Der Erstflug fand am 2. März 2021 statt. 

Im Dezember 2025 vergab die australische Regierung 754 Millionen australische Dollar für sieben weitere Maschinen. Gebaut waren bis dahin acht, drei weitere befanden sich in Fertigung oder Erprobung. Einsatzbereit soll das System 2028 sein; rund 70 Prozent der Ausgaben fließen nach Firmenangaben an mehr als 200 australische Unternehmen. Im Juni 2026 flog ein produktionsnahes Testflugzeug bei der US-Übung Valiant Shield auf der Pazifikinsel Rota. 

In den USA kam Boeing beim CCA-Programm der Luftwaffe nicht zum Zug. Im April 2024 wählte die Air Force für die erste Stufe Anduril und General Atomics aus, Boeing, Lockheed Martin und Northrop Grumman schieden aus. Boeing erklärte, man sei enttäuscht, bleibe aber „unbeirrt“. Wie Northrop auf das Ausscheiden reagierte, steht in unserem Porträt von Northrop Grumman. Weitere Beiträge zu großen und kleinen Fluggeräten sammelt die Rubrik Drohnen. 

Insitu, Orca und X-37B

Die Tochter Insitu baut kleinere Aufklärungsdrohnen. Die ScanEagle hat 3,1 Meter Spannweite, wiegt beim Start höchstens 28 Kilogramm und bleibt nach Herstellerangaben 18 Stunden in der Luft. Sie startet von einer Schiene, eine Landebahn braucht sie nicht. Das größere Modell Integrator schafft bis zu 27,5 Stunden. Zusammen kommen beide laut Insitu auf mehr als 1,6 Millionen Einsatzflugstunden. Im Mai 2026 wählte die US Navy das Unternehmen als einen von mehreren Anbietern für Aufklärung als Dienstleistung aus: Insitu stellt dabei Drohnen und Bedienpersonal selbst und konkurriert mit anderen um die Einzelaufträge. 

Kleine graue Drohne mit langen, schmalen Flügeln, senkrechten Flügelendscheiben und Heckpropeller fliegt dicht über glitzerndem Meerwasser, unten rechts das Heck eines Schiffes mit dem Startgestell
Eine ScanEagle startet am 20. Mai 2011 im Persischen Golf vom Docklandungsschiff USS Comstock. Die Verwendung bedeutet keine Billigung durch das US-Verteidigungsministerium.Foto: U.S. Navy, Mass Communication Specialist 2nd Class Joseph M. Buliavac, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Unter Wasser arbeitet Boeing am Orca, einem extragroßen unbemannten U-Boot (Extra Large Unmanned Undersea Vehicle, XLUUV) für die US Navy. Vorläufer war der Echo Voyager, den Boeing ab 2012 entwickelte und seit 2017 auf See erprobte. Das erste Orca, ein Testfahrzeug, übergab Boeing im Dezember 2023. Nach Naval News ist das Fahrzeug 26 Meter lang und soll bis zu 6.500 Seemeilen weit fahren; die Navy will damit unter anderem aufklären und Minen legen. Im März 2026 taufte Boeing das zweite Exemplar in voller Größe. 

Im All fliegt das unbemannte Raumflugzeug X-37B, das Boeing für die US Space Force gebaut hat. In sieben Missionen hatte es bis 2025 zusammen 4.208 Tage im Orbit verbracht. Im August 2025 startete es zur achten Mission, unter anderem mit einem Quantensensor, der Navigation ohne GPS ermöglichen soll. Weitere Beiträge zu Robotik in der Forschung sammelt die Rubrik Forschung & Technik. 

Langgestrecktes, mattschwarzes zigarrenförmiges Unterwasserfahrzeug mit hochgeklapptem Mast liegt an Land vor einem Hafen mit Segelmasten, davor ein Rednerpult mit Flaggen und Reihen von Zuhörern in Zivil und Tarnuniform
Das Orca XLUUV bei einem Besuch von Admiral Lisa Franchetti, Chief of Naval Operations der US Navy, in Boeings Orca-Fertigung im Dezember 2024. Die Verwendung bedeutet keine Billigung durch das US-Verteidigungsministerium.Foto: U.S. Navy, Chief Mass Communication Specialist William Spears, gemeinfrei, via Wikimedia Commons, bearbeitet

Deutschland: ein Ghost Bat für die Luftwaffe?

Am 31. März 2026 vereinbarten Rheinmetall und Boeing Defence Australia, das MQ-28 der Bundeswehr anzubieten. Rheinmetall soll in Deutschland Systemmanager werden, also die Drohne in Führungs- und Waffensysteme der Bundeswehr einbinden, an nationale Anforderungen anpassen und Wartung sowie Logistik übernehmen. Ziel ist die geplante Beschaffung eines CCA, das ab 2029 eingeführt werden soll. Rheinmetall-Chef Armin Papperger bezifferte das Umsatzpotenzial für sein Unternehmen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. 

Auf der ILA in Berlin zeigten beide Firmen im Juni 2026 ein aus Australien eingeflogenes Ghost Bat. Die für Deutschland angebotene Version soll nach einem Bericht von Breaking Defense eine um 25 Prozent größere Spannweite und rund 900 Kilogramm mehr Zuladung haben und im Rumpf zwei AMRAAM-Raketen oder vier kleine Bomben tragen. Entschieden ist nichts: Papperger sagte im Juni, man verhandle noch mit der Bundesregierung, das Verteidigungsministerium äußerte sich nicht. Mitbewerber sind Helsing mit dem CA-1 Europa, Airbus mit dem U760 Ravenstorm auf Basis der Valkyrie von Kratos und General Atomics mit einer Drohne der Gambit-Familie. 

Bemannt liefert Boeing bereits: Die Marine hat acht Seefernaufklärer P-8A Poseidon bestellt, die in Nordholz die P-3C Orion ablösen; das erste Flugzeug wurde Anfang Oktober 2025 übergeben. Mehr zur Bundeswehr und unbemannten Systemen sammelt die Rubrik Militärroboter. 

Dunkelgraue Drohne mit breiter, flacher Nase, Boeing-Schriftzug und Kokarde der australischen Luftwaffe steht auf Holzhackschnitzeln, an Fahrwerk und Lufteinlass rote Remove-before-flight-Bänder, links Besucher, rechts ein Aufsteller von Boeing und Rheinmetall mit dem Slogan Souveränität, die gemeinsam entsteht
Das MQ-28 Ghost Bat mit der Kennung ATS-002 der australischen Luftwaffe am Stand von Boeing und Rheinmetall auf der ILA in Berlin-Schönefeld, 11. Juni 2026.Foto: André Gerwing, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Zahlen: ein knappes Drittel Rüstung, kaum Gewinn

Boeing setzte 2025 rund 89,46 Milliarden US-Dollar um, nach 66,52 Milliarden im Vorjahr. 2024 hatte Boeing nach dem Unfall mit einer 737-9 im Januar und einem 53-tägigen Streik nur 348 Verkehrsflugzeuge ausgeliefert, 2025 waren es 600. Der Nettogewinn von 2,24 Milliarden Dollar im Jahr 2025 beruht auf einem Sondereffekt: Der Verkauf der Sparte Digital Aviation Solutions brachte einen Veräußerungsgewinn von 9,6 Milliarden Dollar. 2024 hatte Boeing 11,83 Milliarden Dollar Verlust gemacht. 

Die Sparte BDS steigerte den Umsatz 2025 auf 27,23 Milliarden Dollar, gut 30 Prozent des Konzernumsatzes; 91 Prozent davon kamen von der US-Regierung. Operativ blieb sie mit 128 Millionen Dollar im Minus, nach 5,41 Milliarden Verlust im Jahr 2024. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz der Sparte um 13 Prozent auf 7,48 Milliarden Dollar, der operative Verlust lag bei 15 Millionen. Der Auftragsbestand erreichte Ende Juni 85 Milliarden Dollar, 27 Prozent davon von Kunden außerhalb der USA. Unbemannte Systeme weist Boeing nicht gesondert aus. Wie Rüstungsfirmen als Anlage einzuordnen sind, behandelt die Rubrik Wirtschaft & Startups. 

Kritik und offene Fragen

Verluste mit Festpreisen. Boeing hat mehrere Entwicklungsprogramme zum Festpreis übernommen und trägt Mehrkosten selbst. 2024 verbuchte BDS auf die fünf wichtigsten dieser Programme Verluste von 5,01 Milliarden Dollar: 2,0 Milliarden für den Tanker KC-46A, 1,77 Milliarden für das Schulflugzeug T-7A Red Hawk, 523 Millionen für die Raumkapsel Starliner, 379 Millionen für die neuen Präsidentenflugzeuge VC-25B und 339 Millionen für die MQ-25. 2025 kamen 802 Millionen hinzu, davon 714 Millionen für den KC-46A, im zweiten Quartal 2026 weitere 280 Millionen für die VC-25B. Im Geschäftsbericht hält Boeing weitere Verluste für möglich. 

Die Stingray. Schon beim Zuschlag 2018 buchte Boeing für die MQ-25 einen erwarteten Verlust von 291 Millionen Dollar, rechnete also von Beginn an mit Kosten über dem Vertragspreis. Die Belastung von 2024 begründete der Konzern mit höheren Produktionskosten sowie Problemen bei Konstruktion und Software. Die erste Einsatzfähigkeit hat sich von 2024 auf 2029 verschoben. 

Streiks. Im Herbst 2024 streikten mehr als 30.000 Beschäftigte im Bundesstaat Washington 53 Tage lang, dabei stand auch die Fertigung von KC-46A und P-8A still. Vom 4. August bis 13. November 2025 streikten rund 3.200 Beschäftigte im Raum St. Louis; betroffen waren laut Geschäftsbericht unter anderem F/A-18, F-15, T-7A und MQ-25. 

Verspätung beim Orca. Der US-Rechnungshof GAO stellte 2022 fest, dass das Programm mindestens 242 Millionen Dollar oder 64 Prozent über der ursprünglichen Kostenschätzung lag und mindestens drei Jahre im Verzug war. Der Auftragnehmer habe kritische Komponenten neu entwerfen müssen, weil sich der Prototyp stark vom späteren Fahrzeug unterschied. Beide Empfehlungen des GAO an die Navy waren im August 2025 noch offen. 

Die Krise der Zivilsparte. Seit dem Unfall mit einer 737-9 im Januar 2024 hat die FAA ihre Aufsicht verschärft, die Produktion der 737 darf Boeing nur mit ihrer Zustimmung erhöhen. Im Mai 2025 schloss Boeing mit dem US-Justizministerium eine Vereinbarung, die eine Strafverfolgung wegen der Abstürze von Lion Air 2018 und Ethiopian Airlines 2019 abwenden soll: 244 Millionen Dollar Strafe und 445 Millionen Dollar für Angehörige der Toten. Ein Gericht stimmte der Einstellung im November 2025 zu, Vertreter von Angehörigen legten Rechtsmittel ein. 

Kein CCA-Auftrag. In den USA schied Boeing 2024 aus dem CCA-Programm der Luftwaffe aus. In Deutschland konkurriert das Ghost Bat mit drei Angeboten, einen Vertrag gibt es nicht. 

Boeing im Zeitraffer

Jahr 

Meilenstein 

1916 

Gründung im Bundesstaat Washington 

1997 

Fusion mit McDonnell Douglas 

2008 

Übernahme des Drohnenherstellers Insitu 

2012 

Beginn der Entwicklung des Unterwasserfahrzeugs Echo Voyager 

Aug. 2018 

Entwicklungsauftrag der US Navy für die MQ-25 

Sept. 2019 

Erstflug des MQ-25-Erprobungsträgers 

März 2021 

Erstflug des MQ-28 Ghost Bat 

Juni 2021 

MQ-25-Erprobungsträger betankt eine F/A-18 in der Luft 

Dez. 2023 

Übergabe des ersten Orca an die US Navy 

2024 

Aus im CCA-Programm (April), CEO Ortberg (August), 53-tägiger Streik, 5 Mrd. Dollar Verluste auf Festpreisprogramme 

Aug. 2025 

X-37B startet zur achten Mission 

Dez. 2025 

Ghost Bat feuert eine AIM-120; Australien bestellt sieben weitere 

März 2026 

Partnerschaft mit Rheinmetall für die Luftwaffe; Taufe des zweiten großen Orca 

Apr. 2026 

Erstflug der ersten MQ-25A der Navy 

Mai 2026 

Freigabe der Serienfertigung der MQ-25A 

Sept. 2026 

Erster Serienauftrag über drei MQ-25A 

Häufige Fragen

Welche Drohnen baut Boeing?

Für die US Navy die Tankdrohne MQ-25A Stingray, in Australien den unbemannten Flügelmann MQ-28 Ghost Bat und über die Tochter Insitu die Aufklärungsdrohnen ScanEagle und Integrator. Dazu kommen das Drohnen-U-Boot Orca und das unbemannte Raumflugzeug X-37B der US Space Force. 

Was ist die MQ-25 Stingray?

Eine unbemannte Tankdrohne, die von Flugzeugträgern der US Navy aus Kampfjets in der Luft betanken soll. Die erste Navy-Maschine flog am 25. April 2026, im Mai 2026 wurde die Serienfertigung freigegeben. Einsatzbereit soll sie im Haushaltsjahr 2029 sein, ursprünglich war 2024 geplant. 

Kauft die Bundeswehr das MQ-28 Ghost Bat?

Bisher nicht. Rheinmetall und Boeing Defence Australia bieten es seit März 2026 für die geplante Beschaffung eines unbemannten Begleitflugzeugs an, das ab 2029 eingeführt werden soll. Im Juni 2026 liefen die Verhandlungen mit der Bundesregierung nach Angaben von Rheinmetall-Chef Armin Papperger noch; Mitbewerber sind Helsing, Airbus mit Kratos und General Atomics. 

Wer stellt die ScanEagle her?

Insitu aus Bingen im US-Bundesstaat Washington, seit 2008 eine Tochter von Boeing. Die ScanEagle hat 3,1 Meter Spannweite, wiegt beim Start höchstens 28 Kilogramm und bleibt nach Herstellerangaben 18 Stunden in der Luft. 

Warum verliert Boeing im Rüstungsgeschäft Geld?

Vor allem wegen Entwicklungsprogrammen zum Festpreis, bei denen Boeing Mehrkosten selbst trägt. 2024 verbuchte die Sparte darauf Verluste von 5,01 Milliarden US-Dollar, unter anderem für den Tanker KC-46A, das Schulflugzeug T-7A und die MQ-25. 2025 lag der operative Verlust der Sparte bei 128 Millionen Dollar. 

Ist Boeing in Deutschland aktiv?

Ja. Die Marine hat acht Seefernaufklärer P-8A Poseidon bestellt, das erste Flugzeug wurde im Oktober 2025 übergeben. Zusammen mit Rheinmetall bietet Boeing der Luftwaffe zudem das unbemannte MQ-28 Ghost Bat an. 

Quellen

  1. Annual Report 2025 (Form 10-K) – The Boeing Company – 30.01.2026
  2. Boeing Reports Fourth Quarter Results – Boeing – 27.01.2026
  3. Boeing Reports Second Quarter Results – Boeing – 28.07.2026
  4. Boeing Completes McDonnell Douglas Merger – Boeing – 31.07.1997
  5. Boeing Completes Acquisition of Insitu – Boeing – 09.09.2008
  6. MQ-25 Stingray – Boeing – 16.10.2026
  7. Boeing, U.S. Navy Achieve Successful MQ-25A Test Flight – Boeing – 27.04.2026
  8. Navy's MQ-25 Stingray gets green light for low-rate initial production – Breaking Defense – 19.05.2026
  9. Boeing Awarded LRIP Contract for MQ-25 Stingray – The Aviationist – 15.09.2026
  10. MQ-28 Ghost Bat – Boeing – 16.10.2026
  11. Boeing awarded $754 million Ghost Bat program of record – Boeing Australia – 09.12.2025
  12. Boeing's MQ-28A Ghost Bat Fires AIM-120 AMRAAM at Target Drone – The Aviationist – 09.12.2025
  13. MQ-28 Ghost Bat takes flight during Exercise Valiant Shield 2026 – U.S. Air Force via DVIDS – 25.06.2026
  14. Competitors Not Picked for CCA Look Forward to Increment 2 – Air & Space Forces Magazine – 25.04.2024
  15. Rheinmetall und Boeing vereinbaren Partnerschaft zur MQ-28 Ghost Bat – Rheinmetall – 31.03.2026
  16. Drone wingmen face off at Berlin air show in race for German CCA – Breaking Defense – 10.06.2026
  17. Erste P-8A Poseidon Seefernaufklärer an Deutschland übergeben – Defence Network – 02.10.2025
  18. ScanEagle – Insitu – 16.10.2026
  19. Insitu's ScanEagle and Integrator UAS selected by US Navy to deliver ISR services – Insitu – 04.05.2026
  20. Boeing Delivers First Orca Extra Large Uncrewed Undersea Vehicle to U.S. Navy – Boeing – 20.12.2023
  21. Boeing christens second extra-large Orca submarine drone – Naval News – 07.03.2026
  22. Extra Large Unmanned Undersea Vehicle: Navy Needs to Employ Better Management Practices (GAO-22-105974) – U.S. Government Accountability Office – 28.09.2022
  23. Launch preview: SpaceX to launch X-37B military spaceplane on Falcon 9 rocket – Spaceflight Now – 20.08.2025
  24. X-37B (Themenseite, Start der achten Mission am 22.08.2025) – Spaceflight Now – 22.08.2025
Roboterwelt Redaktion

Alle Zahlen in diesem Artikel wurden am 16. Oktober 2026 geprüft.

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