Am 22. April 2026 schloss das Beschaffungsamt der Bundeswehr mit Rheinmetall einen Rahmenvertrag über die Loitering Munition FV-014. Das ist eine Drohne, die nach Herstellerangaben bis zu 70 Minuten in der Luft bleiben, Ziele beobachten und sie dann selbst als Sprengkörper angreifen kann. Den ersten Abruf über rund 300 Millionen Euro hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages eine Woche vorher freigegeben. Drei Wochen davor hatte Rheinmetall mit Boeing vereinbart, der Luftwaffe den unbemannten Flügelmann MQ-28 Ghost Bat anzubieten.
Bekannt ist Rheinmetall vor allem für Panzer, Geschütze und Artilleriemunition. Der Düsseldorfer Konzern setzte 2025 knapp 9,9 Milliarden Euro um und meldete Ende Juni 2026 einen Auftragsbestand von 80,5 Milliarden Euro. Unbemannte Systeme weist Rheinmetall nicht gesondert aus. Dazu gehören die Aufklärungsdrohne LUNA NG, die FV-014, die in Kanada entwickelten Bodenfahrzeuge der Familie Mission Master und das Ghost-Bat-Angebot.
Auf einen Blick
Rheinmetall | |
|---|---|
Gegründet | 1889 in Düsseldorf als Rheinische Metallwaaren- und Maschinenfabrik |
Sitz | Düsseldorf |
Börsennotierung | Frankfurter Wertpapierbörse, im DAX seit 20. März 2023 |
Führung | Armin Papperger (Vorstandsvorsitzender seit 1. Januar 2013) |
Beschäftigte | rund 34.000 an 161 Standorten (Juli 2026) |
Umsatz 2025 | 9,94 Mrd. Euro, davon 38 Prozent in Deutschland; operatives Ergebnis 1,84 Mrd. Euro |
Umsatz 1. Halbjahr 2026 | 5,23 Mrd. Euro (plus 39 Prozent) |
Auftragsbestand | 80,5 Mrd. Euro (30. Juni 2026, einschließlich erwarteter Abrufe aus Rahmenverträgen) |
Segmente | Vehicle Systems, Weapon and Ammunition, Air Defence, Digital Systems, Naval Systems |
Unbemannte Systeme | Aufklärungsdrohne LUNA NG, Loitering Munition FV-014, Bodenfahrzeuge Mission Master und Ermine; Angebot des MQ-28 Ghost Bat mit Boeing |
Stand | Oktober 2026 |
Vom Metallwarenhersteller zum DAX-Konzern
Rheinmetall wurde 1889 in Düsseldorf als Rheinische Metallwaaren- und Maschinenfabrik gegründet. 1936 fusionierte das Unternehmen mit Borsig zur Rheinmetall-Borsig AG. Von 1940 bis 1945 setzte es nach seiner eigenen Firmenchronik massenhaft deutsche und ausländische Zwangsarbeiter in allen Werken ein. Nach Kriegsende verbot die Militärregierung die Produktion.
Die Aktie gehörte seit 1996 ohne Unterbrechung dem MDAX an, am 20. März 2023 stieg Rheinmetall in den DAX auf. Vorstandschef ist seit 2013 Armin Papperger. Das zum Verkauf stehende Autozuliefergeschäft weist der Konzern im Abschluss 2025 als nicht fortgeführt aus; der Konzern konzentriert sich damit ganz auf Rüstung. Ende Februar 2026 kam der Marineschiffbau hinzu, der seither als eigenes Segment Naval Systems berichtet. Drohnen gehören zum Segment Digital Systems, das bemannte und unbemannte Flugsysteme umfasst, die Drohnenabwehr zum Segment Air Defence.
Drohnen: von LUNA NG zur FV-014
Drohnen hat Rheinmetall schon früher gebaut: In den 1990er-Jahren entwickelte der Konzern die Aufklärungsdrohne KZO für das Heer. Im November 2021 übernahm Rheinmetall wesentliche Teile des insolventen Herstellers EMT aus dem bayerischen Penzberg, der die seit 2003 beim Heer eingesetzte Drohne LUNA gebaut hatte. Die rund 200 Beschäftigten sollten in den Konzern wechseln.
Den Nachfolger LUNA NG bestellte die Bundeswehr im September 2023 unter dem Projektnamen HUSAR für die Aufklärungstruppe und die Artillerie: zwölf Serien- und ein Pilotsystem für netto rund 200 Millionen Euro. Ein System besteht aus fünf Drohnen, zwei Bodenkontrollstationen, zwei Startfahrzeugen, zwei Antennenmasten, einer Werkstatt und drei Transportplattformen. Nach Herstellerangaben fliegt die LUNA NG mehr als zwölf Stunden, bis zu 5.000 Meter hoch und wiegt beim Start bis zu 110 Kilogramm. Das erste Seriensystem sollte im zweiten Quartal 2025 geliefert werden. Ein einzelnes System hatte Rheinmetall bereits im August 2023 im Auftrag der Bundesregierung für die ukrainischen Streitkräfte angekündigt.

Die FV-014 ist dagegen eine Waffe. Rheinmetall beschreibt sie als autonome Aufklärungs- und Angriffsdrohne mit bis zu 100 Kilometern Reichweite und einem Gefechtskopf von etwa vier Kilogramm. Der Rahmenvertrag liegt nach Unternehmensangaben im Milliardenbereich und umfasst optional eine fünfstellige Zahl von Drohnen. Qualifiziert wird das System seit dem zweiten Quartal 2026, ausgeliefert werden soll ab der ersten Jahreshälfte 2027, zuerst an die Panzerbrigade 45 in Litauen. Entwicklung und Fertigung liegen laut Rheinmetall vollständig in der EU. Ähnliche Verträge hatte die Bundeswehr am 26. Februar 2026 mit den Start-ups Helsing und Stark geschlossen.
Daneben setzt Rheinmetall auf Partner. Im Oktober 2021 vereinbarte der Konzern mit dem Hersteller UVision, dessen Loitering Munition Hero in Europa zu vermarkten und in eigene Fahrzeuge wie den Schützenpanzer Lynx einzubauen. Mit der Softwarefirma Auterion will Rheinmetall seit Dezember 2024 ein gemeinsames Betriebssystem für Drohnen entwickeln. Im Juni 2026 unterschrieb der Konzern mit ERC System aus Ottobrunn und dem Land Nordrhein-Westfalen eine Absichtserklärung, die hybrid-elektrische Frachtdrohne Victor U250 in NRW zu fertigen. Sie startet senkrecht und soll bis zu 250 Kilogramm über 300 Kilometer transportieren.
Mit dem US-Rüstungs-Start-up Anduril kündigte Rheinmetall im Juni 2025 eine strategische Partnerschaft an: Beide wollten europäische Varianten der autonomen Fluggeräte Barracuda und Fury entwickeln und in Rheinmetalls Führungssoftware Battlesuite einbinden.
Mission Master: Bodenroboter aus Kanada
Die Bodenfahrzeuge der Familie Mission Master stammen von Rheinmetall Canada mit Sitz in Saint-Jean-sur-Richelieu in Québec. Es gibt drei Grundmodelle: den elektrischen, leisen Mission Master SP (für Silent Partner), den hybrid angetriebenen CXT, der laut Broschüre eine Tonne Nutzlast auch durch Wasser trägt, und den für schwere Lasten ausgelegten XT. Gesteuert werden alle mit Rheinmetalls Autonomie-Baukasten PATH, der nach Herstellerangaben KI-gestütztes autonomes Fahren und Navigieren in mehreren Modi ermöglicht; beim CXT kann ein Bediener mehrere Fahrzeuge zugleich führen. Aufbauten für Transport, Aufklärung, Verwundetentransport, Feuerunterstützung, ABC-Spürung oder Funkrelais lassen sich nach Herstellerangaben in Minuten tauschen.
Großbritannien, Australien und ein Kunde aus der Region Nahost und Nordafrika haben den SP nach Unternehmensangaben erworben, im September 2026 meldete Rheinmetall zwölf Fahrzeuge und fünf Amphibien-Sätze für das US Marine Corps im Wert von 7,28 Millionen US-Dollar. Größer ist das Potenzial in den USA: Im September 2024 wählte die US Army American Rheinmetall Vehicles und HDT aus, je acht Prototypen für den Nachfolger ihres Transportroboters S-MET zu bauen. Ein Serienvertrag ist für Ende des Haushaltsjahrs 2027 geplant, die Army will bis zu 2.195 Systeme beschaffen. In die Ukraine gehen 20 Fahrzeuge vom Typ Ermine für den Verwundetentransport, bestellt im Juni 2025 vom niederländischen Verteidigungsministerium. Wie sich Rheinmetall gegen Milrem, Ghost Robotics und die ukrainischen Hersteller schlägt, steht in unserem Vergleich der Bodenroboter-Hersteller.
Ghost Bat: ein Flügelmann für die Luftwaffe
Am 31. März 2026 vereinbarten Rheinmetall und Boeing Defence Australia, das MQ-28 Ghost Bat der Bundeswehr für die geplante Beschaffung eines Collaborative Combat Aircraft (CCA) anzubieten, das 2029 eingeführt werden soll. Rheinmetall wäre Systemmanager: Der Konzern würde die Drohne in die Führungs- und Waffensysteme der Bundeswehr einbinden, an nationale Anforderungen anpassen und Betrieb, Wartung und Logistik übernehmen. Papperger bezifferte das Umsatzpotenzial für Rheinmetall im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Im August 2026 kündigte Rheinmetall an, eine eigene Systemintegration für das MQ-28 in Deutschland aufzubauen; zum Industrieteam gehören nach Boeing-Angaben auch Rohde & Schwarz, Diehl Defence und Hensoldt.
Einen Vertrag gibt es nicht, und es gibt Mitbewerber. Was Boeing selbst unbemannt baut und wer noch um den deutschen Auftrag konkurriert, beschreibt unser Porträt von Boeing. Weitere Beiträge zu Fluggeräten jeder Größe sammelt die Rubrik Drohnen.
Abwehr gegen Drohnen
Rheinmetall verdient auch an der Abwehr unbemannter Systeme. Im Februar 2024 bestellte die Bundeswehr einen Prototyp und 18 Serienfahrzeuge des Flugabwehrsystems Skyranger 30 auf dem Radpanzer Boxer, mit einer Option auf 30 weitere; der deutsche Anteil am Auftrag lag bei 595 Millionen Euro. Das System soll Flugzeuge, Hubschrauber, Drohnen und Marschflugkörper bekämpfen. Das Segment Air Defence, zu dem es gehört, steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 62 Prozent auf 478 Millionen Euro.

Die Zahlen: Wachstum mit Munition und Fahrzeugen
2025 stieg der Umsatz um 29 Prozent auf 9,94 Milliarden Euro, das operative Ergebnis um 33 Prozent auf 1,84 Milliarden. Die größten Segmente waren Fahrzeuge mit 4,99 Milliarden Euro Umsatz sowie Waffen und Munition mit 3,53 Milliarden; die Munitionssparte erzielte eine operative Marge von 29 Prozent. 38 Prozent des Umsatzes kamen aus Deutschland. Vorgeschlagen wurde eine Dividende von 11,50 Euro je Aktie, nach 8,10 Euro im Vorjahr.
Im ersten Halbjahr 2026 wuchs der Umsatz um 39 Prozent auf 5,23 Milliarden Euro, das operative Ergebnis um 74 Prozent auf 786 Millionen. Der Auftragsbestand erreichte 80,5 Milliarden Euro, nach 63,8 Milliarden Ende 2025. Rheinmetall zählt darin auch erwartete Abrufe aus Rahmenverträgen mit, nicht nur feste Bestellungen. Für das Gesamtjahr senkte der Konzern im August die Umsatzprognose auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro, weil die Bundesregierung das Fregattenprogramm F126 gestrichen hatte.
Die Kapazitäten wachsen vor allem bei Munition. Am 27. August 2025 eröffnete Rheinmetall in Unterlüß in der Lüneburger Heide ein neues Werk, das nach Fachpresseberichten bei voller Auslastung ab 2027 jährlich 350.000 Artilleriegranaten im Kaliber 155 Millimeter fertigen soll; investiert wurden 500 Millionen Euro. Über alle Werke in Deutschland, Spanien und Südafrika will der Konzern auf 1,5 Millionen Granaten im Jahr kommen. Mehr zur Bundeswehr und unbemannten Systemen sammelt die Rubrik Militärroboter.

Kritik und offene Fragen
Abhängigkeit von politischen Entscheidungen. Rheinmetall ist ein reiner Rüstungskonzern, sein größter Markt ist Deutschland mit 38 Prozent des Umsatzes. Wie stark der Konzern von einzelnen Beschlüssen abhängt, zeigte der 24. Juni 2026: Das Verteidigungsministerium beendete das Fregattenprogramm F126 wegen Verzögerungen und Mehrkosten, statt es an Rheinmetalls Marinesparte zu übergeben. Rheinmetall hatte im Mai angeboten, das Projekt für 12,8 Milliarden Euro zu übernehmen. Die Aktie verlor am selben Tag zeitweise 16,7 Prozent, den bis dahin stärksten Tagesverlust ihrer Geschichte.
Vorfinanzierung des Wachstums. Im ersten Halbjahr 2026 flossen operativ 1,62 Milliarden Euro mehr ab als zu. Rheinmetall begründet das mit verschobenen Anzahlungen von Kunden, dem Aufbau von Vorräten und hohen Investitionen in neue Werke.
Exporte über Tochterfirmen. Die italienische Tochter RWM Italia fertigt in Lizenz Bomben der US-Serie MK80 und lieferte sie an Saudi-Arabien. Ermittler der Vereinten Nationen fanden im Jemen an Orten von Luftangriffen der saudisch geführten Koalition, bei denen Zivilisten starben, Bomben von RWM Italia. Im Januar 2021 widerrief Italien Ausfuhrgenehmigungen für mehr als 12.700 Bomben an Saudi-Arabien und die Emirate; RWM kündigte Klagen an. Ende Mai 2023 hob die Regierung in Rom die Beschränkungen für Saudi-Arabien wieder auf. Die Linke warf Rheinmetall 2019 in einer Kleinen Anfrage im Bundestag vor, die Fertigung im Ausland diene der Umgehung deutscher Exportrichtlinien. In der Broschüre für den Mission Master wirbt Rheinmetall Canada damit, die Fahrzeuge seien frei von US-Exportauflagen nach ITAR und von Genehmigungen des deutschen Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).
Korruptionsverfahren. 2014 setzte die Staatsanwaltschaft Bremen gegen die Tochter Rheinmetall Defence Electronics eine Geldbuße von 37,07 Millionen Euro fest. Sie verdächtigte Verantwortliche, für das Flugabwehrsystem ASRAD mehr als 20 Millionen Euro Provision an einen griechischen Vermittler gezahlt zu haben, aus denen griechische Amtsträger bestochen worden seien. Wegen eines Gefechtsübungszentrums, das Rheinmetall ab 2011 für die russische Armee in Mulino baute und nach der Annexion der Krim 2014 aufgab, ermittelte dieselbe Behörde gegen zwei Manager. Das Verfahren wurde nach Recherchen von Correctiv 2020 gegen Geldauflagen von zusammen 12.000 Euro eingestellt.
Krieg und Aufrüstung. Den Bedarf an Artilleriemunition treibt der Krieg in der Ukraine: Deren Streitkräfte verschießen nach Angaben der Fachzeitschrift ES&T bis zu 15.000 Granaten am Tag. Rheinmetall liefert unter anderem Schützenpanzer Marder, die LUNA NG und Ermine-Fahrzeuge in die Ukraine, teils im Auftrag der Bundesregierung oder der Niederlande, und betreibt dort Gemeinschaftsunternehmen.
Unbemannt noch wenig bewiesen. Die FV-014 steckt in der Qualifizierung, für das Ghost Bat gibt es keinen Vertrag, und der Serienauftrag der US Army für den S-MET-Nachfolger steht noch aus.
Rheinmetall im Zeitraffer
Jahr | Meilenstein |
|---|---|
1889 | Gründung in Düsseldorf |
1936 | Fusion mit Borsig zur Rheinmetall-Borsig AG |
1940–1945 | Massenhafter Einsatz von Zwangsarbeitern in allen Werken |
1996 | Gründungsmitglied des MDAX |
2011 | Auftrag für ein Gefechtsübungszentrum der russischen Armee, 2014 aufgegeben |
2013 | Armin Papperger wird Vorstandsvorsitzender |
2014 | Geldbuße von 37 Mio. Euro wegen Bestechung in Griechenland |
Okt. 2021 | Partnerschaft mit UVision für die Loitering Munition Hero |
Nov. 2021 | Übernahme wesentlicher Teile des Drohnenherstellers EMT |
März 2023 | Aufstieg in den DAX |
Sept. 2023 | Bundeswehr bestellt 13 LUNA-NG-Systeme |
Feb. 2024 | Bundeswehr bestellt Skyranger 30 |
Sept. 2024 | US Army wählt American Rheinmetall für Prototypen des S-MET-Nachfolgers |
Juni 2025 | Partnerschaft mit Anduril angekündigt, 20 Ermine für die Ukraine bestellt |
Aug. 2025 | Neues Munitionswerk in Unterlüß eröffnet |
Feb. 2026 | Übernahme des Marineschiffbaus, neues Segment Naval Systems |
März 2026 | Partnerschaft mit Boeing für das MQ-28 Ghost Bat |
Apr. 2026 | Rahmenvertrag über die Loitering Munition FV-014 |
Juni 2026 | Aus für die Fregatte F126; Absichtserklärung zur Frachtdrohne Victor U250 |
Sept. 2026 | Zwölf Mission Master SP für das US Marine Corps |
Häufige Fragen
Welche Drohnen baut Rheinmetall?
Rheinmetall baut die Aufklärungsdrohne LUNA NG, die die Bundeswehr unter dem Projektnamen HUSAR bestellt hat, und die Loitering Munition FV-014, eine Drohne, die Ziele beobachten und selbst als Sprengkörper angreifen kann. Mit Partnern arbeitet der Konzern an weiteren Systemen, etwa mit UVision an der Loitering Munition Hero und mit ERC System an der Frachtdrohne Victor U250. Zusammen mit Boeing bietet Rheinmetall der Luftwaffe außerdem das unbemannte Kampfflugzeug MQ-28 Ghost Bat an.
Was ist die FV-014 von Rheinmetall?
Eine Loitering Munition, also eine Drohne, die nach Herstellerangaben bis zu 70 Minuten in der Luft bleibt, Ziele beobachtet und sie dann mit einem Gefechtskopf von etwa vier Kilogramm angreift; die Reichweite liegt bei bis zu 100 Kilometern. Die Bundeswehr schloss am 22. April 2026 einen Rahmenvertrag im Milliardenbereich, der erste Abruf umfasst rund 300 Millionen Euro. Ausgeliefert werden soll ab der ersten Jahreshälfte 2027.
Was ist der Mission Master?
Eine Familie unbemannter Bodenfahrzeuge von Rheinmetall Canada mit den Modellen SP, CXT und XT. Sie transportieren Material, Verwundete oder Sensoren und Waffen und fahren mit Rheinmetalls Autonomie-Baukasten PATH. Im September 2026 meldete Rheinmetall zwölf Fahrzeuge für das US Marine Corps, außerdem baut American Rheinmetall Prototypen für den Nachfolger des Transportroboters S-MET der US Army.
Kauft die Bundeswehr das Ghost Bat von Rheinmetall und Boeing?
Bisher nicht. Rheinmetall und Boeing Defence Australia bieten das MQ-28 Ghost Bat seit März 2026 für die geplante Beschaffung eines unbemannten Begleitflugzeugs an, das 2029 eingeführt werden soll. Rheinmetall würde als Systemmanager die Einbindung in die Systeme der Bundeswehr, Wartung und Logistik übernehmen; einen Vertrag gibt es nicht.
Wie viel Umsatz macht Rheinmetall?
2025 setzte Rheinmetall 9,94 Milliarden Euro um, 29 Prozent mehr als im Vorjahr, das operative Ergebnis lag bei 1,84 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2026 waren es 5,23 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Konzern 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro, der Auftragsbestand lag Ende Juni 2026 bei 80,5 Milliarden Euro.
Warum steht Rheinmetall in der Kritik?
Die italienische Tochter RWM Italia lieferte Bomben an Saudi-Arabien, die UN-Ermittler im Jemen an Orten von Luftangriffen mit zivilen Opfern fanden; Italien widerrief 2021 Ausfuhrgenehmigungen und hob die Beschränkungen 2023 wieder auf. 2014 musste die Tochter Rheinmetall Defence Electronics wegen Bestechung in Griechenland eine Geldbuße von 37,07 Millionen Euro zahlen. Zudem hängt der Konzern stark von politischen Entscheidungen ab, wie das Aus für die Fregatte F126 im Juni 2026 zeigte.
Quellen
- Rheinmetall: Bilanzvorlage Geschäftsjahr 2025 – Rheinmetall – 11.03.2026
- Rheinmetall: Halbjahresfinanzbericht H1 2026 – Rheinmetall – 06.08.2026
- Über Rheinmetall: Konzern in Zahlen – Rheinmetall – 17.10.2026
- Historie 1936–1950 – Rheinmetall – 17.10.2026
- Der Technologiekonzern Rheinmetall AG steigt in den deutschen Leitindex DAX auf – Rheinmetall – 20.03.2023
- Rheinmetall gewinnt Großauftrag im Drohnenbereich – Rheinmetall – 22.04.2026
- Rheinmetall mit der Lieferung von Loitering Munition Systems FV-014 beauftragt – ES&T – 23.04.2026
- Rheinmetall liefert HUSAR an Bundeswehr – Rheinmetall – 28.09.2023
- Rheinmetalls LUNA NG geht in den Ukraine-Einsatz – Rheinmetall – 14.08.2023
- Übernahme von EMT: Rheinmetall steigt wieder ins Geschäft mit Drohnen ein – netzpolitik.org – 26.11.2021
- Rheinmetall and UVision Sign Strategic Partnership – Joint Forces News – 12.10.2021
- Rheinmetall und Auterion kooperieren bei Drohnentechnologie – ES&T – 09.12.2024
- Rheinmetall, ERC System und NRW unterzeichnen Absichtserklärung für Schwerlastdrohne – Rheinmetall – 10.06.2026
- Strategische Partnerschaft mit Anduril Industries – Rheinmetall – 18.06.2025
- The Rheinmetall Mission Master Family (Broschüre B253e10.24) – Rheinmetall Canada – 17.10.2026
- American Rheinmetall supplies Mission Master to the US Marine Corps – Rheinmetall – 10.09.2026
- Army Announces Small Multipurpose Equipment Transport Inc. II Contract Awards – U.S. Army – 24.09.2024
- Dutch Ministry of Defence orders 20 Ermine vehicles for Ukraine – Rheinmetall – 25.06.2025
- Rheinmetall und Boeing vereinbaren Partnerschaft zur MQ-28 Ghost Bat – Rheinmetall – 31.03.2026
- Boeing and Rheinmetall accelerate Germany's path to CCA – European Security & Defence – 10.08.2026
- Germany buys Rheinmetall's Skyranger to reinstate mobile air defenses – C4ISRNET – 28.02.2024
- Rheinmetall eröffnet größtes Munitionswerk in Europa – ES&T – 28.08.2025
- Germany Ditches Delayed Frigate Program in Major Blow to Rheinmetall – gCaptain – 24.06.2026
- The Italian government revokes bomb export licenses to Saudi Arabia and the United Arab Emirates – ECCHR – 29.01.2021
- Bericht zum Widerruf der Exportgenehmigungen für RWM Italia – AGI – 30.01.2021
- Italian government lifts restrictions on export of military weapons to Saudi Arabia – The North Africa Post – 02.06.2023
- Kleine Anfrage: Die Internationalisierung der Rüstungsproduktion, Rheinmetall und der Jemenkrieg (Drucksache 19/13424) – Deutscher Bundestag – 08.10.2019
- Staatsanwaltschaft verhängt Geldbuße in Höhe von über 37 Millionen Euro gegen die Rheinmetall Defence Electronics GmbH (Pressemitteilung 13/2014) – Staatsanwaltschaft Bremen – 11.12.2014
- Bericht zu Schmiergeldvorwürfen beim Gefechtsübungszentrum Mulino – CORRECTIV – 22.04.2022

Alle Zahlen in diesem Artikel wurden am 17. Oktober 2026 geprüft.
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