TUM RoboGym eröffnet: 100 Roboter trainieren am Münchner Flughafen

Die TU München und NEURA Robotics haben am 22. Oktober 2026 das TUM RoboGym im LabCampus des Münchner Flughafens eröffnet. In 48 Trainingszellen sollen rund 100 Roboter Daten für verkörperte KI erzeugen; die Partner investieren nach eigenen Angaben 17 Millionen Euro.

Von Roboterwelt Redaktion5 Min. LesezeitQuellen: 8
Humanoider Roboter in schwarzem Textilanzug mit NEURA-Schriftzug und glänzend schwarzem Helmkopf, an Gurten aufgehängt, greift mit einer schwarzen Roboterhand nach orangefarbenen Kunststoffteilen auf einem weißen Tisch; davor eine graue Kunststoffkiste, links ein Schreibtisch mit Laptop und Bürostuhl, im Hintergrund ein zweiter weißer Humanoid hinter einer Glaswand
Ein Humanoider von NEURA sortiert im TUM RoboGym Teile in eine Kiste. Laut TUM lernt er dabei, defekte Teile zu erkennen. Foto: Andreas Heddergott / TUM

Die Technische Universität München (TUM) und NEURA Robotics haben am 22. Oktober 2026 das TUM RoboGym eröffnet. Das Trainings- und Forschungszentrum für verkörperte KI liegt im LabCampus, dem Innovations-Hub des Flughafens München, und gehört zum TUM Convergence Center, das am selben Tag eröffnet wurde. Betrieben wird es vom Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (MIRMI) der TUM gemeinsam mit dem Robotikhersteller aus Metzingen. In 48 Trainingszellen sollen zunächst rund 100 humanoide und Service-Roboter Fähigkeiten einüben, die sich auf Aufgaben in Industrie und Intralogistik übertragen lassen. 

Was im RoboGym passiert

Hintergrund ist ein Datenproblem. Generative KI wie ChatGPT lernt aus Texten und Bildern aus dem Internet; für Roboter, die in der physischen Welt handeln, gibt es solche Daten kaum. Im RoboGym sollen sie entstehen: Menschen machen Tätigkeiten vor, Roboter üben sie ein, etwa Schachteln falten, Bauteile zusammenstecken oder Werkzeuge bedienen. Jede Zelle ist laut MIRMI mit ein bis zwei Robotern bestückt. Die Daten fließen in einen kuratierten Data Lake in der Cloud, mit dem Grundlagenmodelle für Physical AI trainiert werden sollen. 

Zur Ausstattung gehören laut TUM Service- und Wartungsbereiche für humanoide und kollaborative Roboter, Motion-Capture-Systeme für Bewegungsdaten und Objektverfolgung sowie Cloud-Rechenkapazität mit GPU-Knoten für Simulation, Reinforcement Learning und große KI-Modelle, eingebunden in NEURAs Software-Ökosystem Neuraverse. Nebenan liegt die KI.Fabrik des MIRMI. Das Zentrum steht TUM-Forschenden offen, externe Partner können auf Anfrage mittrainieren: Unternehmen wenden sich an NEURA, Forschungspartner an die TUM. 

NEURA zufolge trainieren Partner aus mehr als zehn Branchen bereits seit September konkrete Abläufe, darunter Kartonhandling und das Befüllen von Flaschen; genannt werden Automobil, Pharma, Medizintechnik, Verpackung, Logistik, Landwirtschaft und Pflege. Firmennamen nennt der Hersteller nicht. 

Wer zahlt und wer was einbringt

Eckdaten 

Angabe 

Quelle 

Standort 

LabCampus am Flughafen München, Gebäude LAB 48 

TUM, MIRMI 

Fläche 

über 2.300 Quadratmeter 

NEURA; TUM nannte im März 2.300 Quadratmeter 

Trainingszellen 

48, je ein bis zwei Roboter 

TUM, MIRMI 

Roboter zum Start 

rund 100 Humanoide und Serviceroboter 

TUM 

Investition 

rund 17 Millionen Euro, davon rund 11 Millionen Euro von NEURA 

NEURA; TUM (März 2026) 

Laufzeit 

zunächst drei Jahre 

NEURA 

Leitung 

Prof. Lorenzo Masia (Direktor), Prof. Achim Lilienthal (wissenschaftlicher Koordinator), beide TUM MIRMI 

TUM 

NEURA stellt Roboterflotte, Sensorik, Trainingsumgebungen und die Plattform- und Dateninfrastruktur, die TUM bringt wissenschaftliche Expertise und Bildungsinfrastruktur ein. Laut der TUM-Mitteilung vom März 2026 fließt der NEURA-Anteil vor allem in die Beschaffung der Roboter und die Wartung der Hardware; im Gegenzug partizipiert das Unternehmen an der Forschung. Wer die übrigen rund sechs Millionen Euro trägt, führen die Mitteilungen nicht aus. Das MIRMI, das nach TUM-Angaben rund 80 Lehrstühle vernetzt, ist Teil der Hightech-Agenda Bayern; zur Eröffnung kamen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Wissenschaftsminister Markus Blume und Finanzminister Albert Füracker. 

Einordnung: vom Plan zur Eröffnung

Angekündigt wurde das Projekt am 10. März 2026, damals als „weltweit größtes Robotik-Lernzentrum“ mit Hunderten Robotersystemen und Trainingsbeginn ab Mitte 2026. Zur Eröffnung spricht die TUM nun von „einem der derzeit modernsten“ Zentren Europas und von zunächst rund 100 Robotern; NEURA nennt den September als Trainingsbeginn. Das Münchner Zentrum ist laut TUM der erste Standort des globalen NEURA-Gym-Netzwerks. NEURA plant weitere Standorte in Europa, den USA und China, in Deutschland ein weiteres Gym mit der RWTH Aachen. 

Zur Eröffnung hat NEURA außerdem die vierte Generation seines Humanoiden 4NE1 vorgestellt. Sie ist nach Herstellerangaben rund 20 Prozent leichter als die Vorgängergeneration, hat eine textile Außenhaut und überarbeitete Hände, läuft auf NEURAs Modell Neuron AI und ist für die Serienfertigung ausgelegt; sie soll auch im RoboGym eingesetzt werden und wird auf der GTC Berlin von NVIDIA gezeigt. Preis und Liefertermin nennt NEURA nicht. 

Häufige Fragen

Wo steht das TUM RoboGym?

Im LabCampus, dem Innovations-Hub des Flughafens München, im Gebäude LAB 48 an der Nordallee. Es ist Teil des TUM Convergence Center, das die TUM am 22. Oktober 2026 am selben Ort eröffnet hat. 

Was wird im TUM RoboGym trainiert?

In 48 Trainingszellen üben zunächst rund 100 humanoide und Service-Roboter Tätigkeiten wie Schachteln falten, Bauteile zusammenstecken oder Werkzeuge bedienen. Menschen machen die Abläufe vor, die Daten fließen in einen Data Lake in der Cloud, mit dem Grundlagenmodelle für Physical AI trainiert werden sollen. 

Wer finanziert das TUM RoboGym?

Die Partner nennen eine Investition von rund 17 Millionen Euro bei zunächst drei Jahren Laufzeit. Rund 11 Millionen Euro davon trägt NEURA Robotics, laut TUM vor allem für die Beschaffung der Roboter und die Wartung der Hardware. Wer den Rest trägt, führen die Mitteilungen nicht aus. 

Können Unternehmen im TUM RoboGym Roboter trainieren lassen?

Laut TUM MIRMI steht das Zentrum TUM-Forschenden offen, externe Partner können auf Anfrage teilnehmen. Unternehmen wenden sich dafür an NEURA Robotics, Forschungspartner an die TUM. NEURA zufolge trainieren seit September Partner aus mehr als zehn Branchen dort. 

Was ist am 4NE1 Gen 4 neu?

NEURA hat die vierte Generation seines Humanoiden zur Eröffnung vorgestellt. Sie ist nach Herstellerangaben rund 20 Prozent leichter als die Vorgängergeneration, hat eine textile Außenhaut und überarbeitete Hände, läuft auf dem Modell Neuron AI und ist für die Serienfertigung ausgelegt. Preis und Liefertermin nennt NEURA nicht. 

Roboterwelt Redaktion

Alle Angaben in diesem Artikel wurden am 23. Oktober 2026 geprüft.

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