Bedrock Robotics: 600 Millionen Dollar für autonome Bagger, fast eine Milliarde insgesamt

Das US-Start-up Bedrock Robotics, das vorhandene Bagger für den autonomen Betrieb nachrüstet, hat eine Series C über 600 Millionen Dollar abgeschlossen. Die Bewertung liegt laut Unternehmen bei 4,1 Milliarden Dollar, die Gesamtfinanzierung bei fast einer Milliarde. Seit August arbeiten seine Bagger nach eigenen Angaben ohne Fahrer auf bezahlten Baustellen.

Von Roboterwelt Redaktion4 Min. LesezeitQuellen: 8
Ein gelber Kettenbagger mit CAT-Logo hebt seine gefüllte Schaufel über die Mulde eines gelben Volvo-Knickgelenk-Dumpers A30G, davor schlammiger Boden und Felsbrocken, dahinter hohe Nadelbäume unter bewölktem Himmel
Symbolbild: Ein Bagger belädt einen Dumper bei Erdarbeiten in Shepard Point bei Cordova, Alaska, 22. August 2024. Bedrock rüstet vorhandene Bagger für den autonomen Betrieb nach; die abgebildeten Maschinen gehören nicht dazu. Foto: Alejandro Peña, Alaska National Guard, gemeinfrei, via DVIDS, bearbeitet. Die Verwendung bedeutet keine Billigung durch das US-Verteidigungsministerium.

Bedrock Robotics aus San Francisco hat am 26. Oktober 2026 eine Series-C-Finanzierung über 600 Millionen US-Dollar bekannt gegeben. Die Bewertung nach der Runde beziffert das Unternehmen auf 4,1 Milliarden Dollar. Insgesamt hat das 2024 gegründete Start-up damit nach eigenen Angaben fast eine Milliarde Dollar eingesammelt. Die Milliarde ist also die Summe aller Runden, nicht der Betrag dieser einen. 

Investoren und Vorgeschichte

Angeführt wird die Runde von CapitalG, dem Wachstumsfonds von Alphabet, und Emergence Capital. Neu dabei sind der US Innovative Technology Fund, Bessemer Venture Partners und Temasek; bisherige Geldgeber wie 8VC, Georgian, Valor Equity Partners, Xora, Eclipse, Perry Creek Capital und NVIDIA beteiligen sich erneut. Im Juli 2025 war Bedrock mit 80 Millionen Dollar aus Seed- und Series-A-Runden an die Öffentlichkeit gegangen, im Februar 2026 folgten 270 Millionen in einer Series B bei einer Bewertung von 1,75 Milliarden Dollar. Seither hat sich die Bewertung mehr als verdoppelt. 

Was die Technik kann

Bedrock baut keine eigenen Maschinen, sondern rüstet vorhandene Baumaschinen der Kunden nach. Hardware und Software sollen sich laut Unternehmen am selben Tag einbauen und wieder entfernen lassen. Den Anfang macht der Bagger: Er stelle etwa ein Viertel der meisten Maschinenparks und habe mehr Freiheitsgrade als fast jede andere Baumaschine, schreibt Bedrock. Sensoren decken den gesamten Umkreis der Maschine ab, gesteuert wird sie von Machine-Learning-Modellen, die mit Daten von Baustellen im ganzen Land trainiert werden. Mitte August 2026 haben nach Firmenangaben erstmals vollständig autonome Bagger auf laufenden kommerziellen Baustellen bezahlte Arbeit erledigt. Unabhängig überprüft ist das nicht. Langfristig sollen sich gemischte Maschinenflotten auf einer Baustelle selbst koordinieren. 

Kunden und Pläne

Die Zahl seiner Kunden hat Bedrock nach eigener Aussage seit 2025 mehr als verdoppelt. Jüngster Partner ist das Bauunternehmen Haydon aus Tempe, Arizona, das die Technik auf einer abgelegenen Baustelle in Texas für vollautonome Erdarbeiten nutzen und später auch Grabenarbeiten und größere Maschinen testen will. Neu hinzu kommen Baufirmen in Minnesota, Florida, Virginia, Colorado, Missouri und Georgia sowie ausgewählte Projekte von ArchKey Solutions in Arkansas. Mit dem Geld will Bedrock mehr ausgerüstete Maschinen auf Baustellen bringen und Außendienst und Betrieb ausbauen. Mitgründer und Chef Boris Sofman nannte gegenüber The Robot Report als Ziel für 2027 eine dreistellige Zahl autonom arbeitender Maschinen. Konkrete Zahlen zu bereits ausgerüsteten Maschinen und zum Geschäft nannte er nicht; dafür sei es noch zu früh. Begründet wird der Bedarf mit Personalmangel: Laut Mitteilung melden 87 Prozent der US-Baufirmen offene Stellen für gewerbliche Fachkräfte. 

Bezug zu Europa

Bedrock arbeitet bislang nur in den USA; weder die Mitteilung noch die Berichte nennen europäische Kunden oder Pläne. Ein europäischer Wettbewerber mit ähnlichem Ansatz ist Gravis Robotics, eine Ausgründung der ETH Zürich, die vorhandene Bagger nachrüstet. Gravis hatte im August 2026 eine Series A über 200 Millionen Dollar von SoftBank erhalten, wie tech.eu berichtete. 

Häufige Fragen

Wie viel Geld hat Bedrock Robotics eingesammelt?

In der Series C vom 26. Oktober 2026 600 Millionen US-Dollar. Zusammen mit den früheren Runden – 80 Millionen bis Juli 2025 und 270 Millionen im Februar 2026 – kommt Bedrock nach eigenen Angaben auf fast eine Milliarde Dollar. 

Wie hoch ist die Bewertung von Bedrock Robotics?

4,1 Milliarden Dollar nach der Series C, laut Pressemitteilung des Unternehmens. Bei der Series B im Februar 2026 waren es 1,75 Milliarden Dollar. 

Wer investiert in Bedrock Robotics?

Angeführt wird die Series C von CapitalG, dem Wachstumsfonds von Alphabet, und Emergence Capital. Neu sind der US Innovative Technology Fund, Bessemer Venture Partners und Temasek; erneut dabei sind unter anderem 8VC, Georgian, Valor Equity Partners, Xora, Eclipse, Perry Creek Capital und NVIDIA. 

Was macht Bedrock Robotics?

Bedrock rüstet vorhandene Baumaschinen, zunächst Bagger, mit Sensoren und Software für den autonomen Betrieb nach. Seit Mitte August 2026 erledigen solche Bagger nach Firmenangaben bezahlte Arbeit auf laufenden Baustellen in den USA, vollständig autonom. 

Ist Bedrock Robotics in Europa aktiv?

Nein, bislang nennt das Unternehmen nur Kunden in den USA. In Europa verfolgt Gravis Robotics aus Zürich einen ähnlichen Ansatz; die ETH-Ausgründung erhielt im August 2026 200 Millionen Dollar von SoftBank. 

Roboterwelt Redaktion

Alle Angaben in diesem Artikel wurden am 27. Oktober 2026 geprüft und am 29. Oktober 2026 erneut gegen die Quellen gelesen. Grundlage ist die Pressemitteilung von Bedrock Robotics vom 26. Oktober 2026 (GlobeNewswire; die GlobeNewswire-Seite war für uns gesperrt, gelesen wurde der unveränderte Abdruck bei Yahoo Finance), ergänzt um frühere Mitteilungen, die Unternehmenswebsite und The Robot Report. Leistungsangaben und Kundenzahlen stammen vom Unternehmen und sind nicht unabhängig geprüft.

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