Dream Labs: 90 Millionen Dollar Startkapital und eine öffentliche API für Roboter-KI

Das Start-up Dream Labs aus San Francisco, gegründet von früheren NVIDIA-Forschern, hat 90 Millionen US-Dollar Seed-Kapital erhalten und die Dream API freigeschaltet. Sie soll Kamerabild und Sprachbefehl in Bewegungsbefehle für Roboter verschiedener Hersteller übersetzen, ab 3 Dollar pro Stunde. Bewertung und Europa-Angaben fehlen.

Von Roboterwelt Redaktion6 Min. LesezeitQuellen: 9
Vier Fotos eines zweiarmigen Tischroboters mit weißen Armen, schwarzen Gelenken und Kameras an den Handgelenken vor heller Stellwand: Auf dem Tisch stehen Papiertüte, Nudelbecher, Becher und ein Holzregal mit Obst; ein Greifer hält einen orangefarbenen Kürbis-Eimer, einer hebt einen Teddybären hoch, einer greift nach einer Banane im Regal; darunter englische Bildunterschriften mit den Aufgaben
Zweiarmiger YAM-Roboter in der DreamZero-Studie von NVIDIA-Forschern (Februar 2026). Auf diesem Robotertyp wurde laut Dream Labs auch das Nachfolgemodell Dream-1 trainiert. Foto: Ye et al., World Action Models are Zero-shot Policies (arXiv:2602.15922), CC BY 4.0

Das Start-up Dream Labs aus San Francisco hat am 19. Oktober 2026 eine Seed-Finanzierung über 90 Millionen US-Dollar bekannt gegeben und zugleich die Dream API freigeschaltet. Angeführt haben die Runde B Capital und Kindred Ventures, beteiligt sind nach Unternehmensangaben außerdem A.Capital, Unusual Ventures, SV Angel, Wing VC, Scribble VC und der Investor Adrian Aoun. Eine Bewertung nennt Dream Labs nicht. Das Geld soll vor allem in Rechenkapazität fließen, um mehr Aufgaben, mehr Robotertypen und mehr Nutzer zu bedienen. 

Was die Dream API leisten soll

Die Schnittstelle nimmt Kamerabilder, den Zustand des Roboters und eine Aufgabe in Alltagssprache entgegen und liefert Bewegungsbefehle zurück. Dahinter steht das Modell Dream-1, das Dream Labs als „World Action Model“ bezeichnet: Es sagt Video und Aktionen gemeinsam voraus, also was als Nächstes in der Szene passieren soll und welche Bewegung dafür nötig ist. Trainiert wurde es laut Hersteller unter anderem mit Videos von Menschen bei Alltagsaufgaben. Das Unternehmen nennt die Dream API die erste öffentlich verfügbare Schnittstelle, die ein Kamerabild und eine Anweisung in Klartext direkt in Motorbefehle umsetzt, auch für Roboter, die das Modell nie gesehen hat. 

Der Anspruch ist derzeit eng gefasst. Dream-1 beherrscht nach Angaben von Dream Labs Tischaufgaben wie Greifen, Ablegen und Wäschefalten, und zwar für zweiarmige Roboter mit Parallelgreifern; nur zwei solcher Konfigurationen werden ohne Anpassung unterstützt. Fahrende Roboter und Mehrfingerhände sollen später folgen. Die unterstützten Geräte kosten laut Unternehmen etwa 2.000 bis 10.000 US-Dollar, mehr als 20 Hardwarepartner sind angebunden. Auf der Website nennt Dream Labs unter anderem ROBOTIS, Unitree, Trossen Robotics und AgiBot als frühe Partner. In der Simulation hat das Unternehmen das Modell auf 27 ihm unbekannten Robotern getestet, darunter der SO-101-Arm von Hugging Face und der Unitree R1; real getestet wurden vier Roboter. Dream Labs stuft Dream-1 selbst als Forschungs-Beta ein, die Fehler macht und für sicherheitskritische Anwendungen nicht geprüft ist. 

Angebot 

Anbieter 

Zugang 

Preis 

Dream-1 über Dream API 

Dream Labs 

offen, Anmeldung auf platform.dreamlabs.ai 

3 US-Dollar pro Stunde 

Dream-1-flash über Dream API 

Dream Labs 

offen 

2 US-Dollar pro Stunde 

Fine-Tuning als Dienst 

Dream Labs 

mit eigenen Demonstrationsdaten 

keine Angabe 

Pi API Beta (π-Modelle) 

Physical Intelligence 

Beta über Warteliste (seit 13. Oktober 2026) 

keine Angabe 

Alle Preise sind Herstellerangaben vom 19. Oktober 2026. Laut Dream Labs liefert jeder API-Aufruf 1,6 Sekunden Bewegung; das entspricht rund 2.250 Aufrufen pro Stunde. Wer das Modell ohne eigenen Roboter ausprobieren will, kann im „Robot Playground“ im Browser Befehle an einen Roboter im Büro in San Francisco schicken. 

Wer hinter Dream Labs steht

Dream Labs wurde laut Pressemitteilung 2026 von früheren Leitern der GR00T-Robotikforschung bei NVIDIA gegründet. Kindred Ventures nennt vier Gründer: Joel Jang (Chef), Yunhao Ge (Technik), Scott Reed (Chefwissenschaftler) und You Liang Tan (Produkt). Alle vier stehen auf der Autorenliste des Aufsatzes „World Action Models are Zero-shot Policies“, den NVIDIA-Forscher am 17. Februar 2026 veröffentlicht haben. Darin wird das Vorgängermodell DreamZero beschrieben, ein Modell mit 14 Milliarden Parametern, das laut Aufsatz mit 7 Hertz in Echtzeit arbeitet. Das Team führt seine Herkunft außerdem auf Google DeepMind, das Allen Institute for AI, das Toyota Research Institute, Stanford, UC Berkeley und Georgia Tech zurück. Zu den Geldgebern zählt laut Kindred Ventures auch Thomas Wolf, Technikchef von Hugging Face; Hugging Face gehört zudem zu den Beta-Partnern von Dream-1. 

Als ersten Kunden führt die Mitteilung MakerMods an, einen Anbieter zweiarmiger Roboterarme für rund 2.000 US-Dollar. Dessen Chef Ryan Chan wird mit der Aussage zitiert, sein Roboter sei mit Dream-1 in wenigen Minuten einsatzbereit gewesen und habe Aufgaben erledigt, die nie programmiert wurden. Daisy Cai, General Partner bei B Capital, begründet das Investment mit der Arbeit des Teams an Roboter-Lernverfahren bei NVIDIA; der Chiphersteller selbst taucht in der Investorenliste nicht auf. 

Einordnung: Physical Intelligence und ein unabhängiger Test

Dream Labs tritt in ein Feld ein, das Physical Intelligence aus San Francisco mit seinen π-Modellen besetzt. Dessen Pi API ist seit dem 13. Oktober 2026 als Beta verfügbar, allerdings nur über eine Warteliste und ohne veröffentlichte Preise; Fine-Tuning und Inferenz laufen dort ebenfalls auf der Infrastruktur des Anbieters. Die Basismodelle π0 und π0.5 hat Physical Intelligence auf GitHub veröffentlicht. Dream Labs hat für Dream-1 weder Gewichte noch eine Lizenz veröffentlicht; das Modell ist ausschließlich über die API nutzbar. Der Anspruch, die erste öffentlich verfügbare API dieser Art zu sein, lässt sich daher so lesen: offener Zugang ohne Warteliste, nicht erstes Angebot überhaupt. 

Für die Leistung verweist Dream Labs auf eine Auswertung des Prüfunternehmens Robocurve. Auf dessen Benchmark „RoboDojo-RC Tier 1“ mit je 120 Versuchen erreicht Dream-1 laut Robocurve im Mittel 59,3 Prozent, vor Gemini 4 Argon (48,2 Prozent), GPT-6 Astra (42,5 Prozent), Claude Opus 5.5 (38,2 Prozent) und NVIDIAs GR00T N1.7 (9,5 Prozent). Robocurve ist zugleich einer der Beta-Partner von Dream-1. Dream Labs selbst nennt für reale Roboter keine Erfolgsraten in Prozent, sondern zeigt dazu Videos. 

Was für Nutzer in Europa gilt

Zu Europa äußert sich Dream Labs nicht. Die Modelle laufen nach Unternehmensangaben in Rechenzentren „weltweit“, damit Roboter überall schnell reagieren; welche Standorte das sind und ob Daten in der EU verarbeitet werden, sagt das Unternehmen nicht. Eine regionale Beschränkung des Zugangs nennt Dream Labs ebenfalls nicht. Für den Einsatz bleibt die Abhängigkeit von einer Cloud-Verbindung: Jede Bewegung wird aus dem Rechenzentrum geliefert, Gewichte für einen Betrieb auf eigener Hardware bietet Dream Labs nicht an. 

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Häufige Fragen

Was ist die Dream API?

Eine Cloud-Schnittstelle von Dream Labs: Sie erhält Kamerabilder, den Roboterzustand und eine Aufgabe in Alltagssprache und gibt Bewegungsbefehle zurück. Dahinter steht das Modell Dream-1, das laut Hersteller auch Roboter steuern soll, die es nie gesehen hat. 

Was kostet die Dream API?

Laut Dream Labs 3 US-Dollar pro Stunde für Dream-1 und 2 US-Dollar pro Stunde für das kleinere Dream-1-flash (Stand 19. Oktober 2026). Für das Fine-Tuning mit eigenen Daten nennt das Unternehmen keinen Preis. 

Welche Roboter unterstützt Dream-1?

Derzeit zweiarmige Roboter mit Parallelgreifern bei Tischaufgaben wie Greifen, Ablegen und Wäschefalten; nur zwei Konfigurationen werden ohne Anpassung unterstützt. Die angebundenen Geräte kosten laut Dream Labs etwa 2.000 bis 10.000 US-Dollar. Fahrende Roboter und Mehrfingerhände sollen später folgen. 

Wer hat in Dream Labs investiert?

Die Seed-Runde über 90 Millionen US-Dollar führen B Capital und Kindred Ventures an. Beteiligt sind laut Unternehmen A.Capital, Unusual Ventures, SV Angel, Wing VC, Scribble VC und Adrian Aoun; Kindred Ventures nennt zudem Thomas Wolf von Hugging Face. Eine Bewertung wurde nicht veröffentlicht. 

Worin unterscheidet sich die Dream API von der Pi API von Physical Intelligence?

Die Pi API ist seit dem 13. Oktober 2026 als Beta über eine Warteliste zugänglich, Preise nennt Physical Intelligence nicht; ältere π-Modelle gibt es mit offenen Gewichten. Die Dream API ist ohne Warteliste nutzbar und hat feste Stundenpreise, Dream-1 ist aber nur über die Cloud verfügbar, Gewichte sind nicht veröffentlicht. 

Roboterwelt Redaktion

Alle Angaben in diesem Artikel wurden am 23. Oktober 2026 geprüft.

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