Ein Fensterputzroboter saugt sich per Unterdruck an der Scheibe fest, sprüht Reinigungsflüssigkeit auf und zieht mit einem Wischtuch seine Bahnen. Das klingt nach einer Arbeit, die man ganz abgeben kann. Ganz so ist es nicht: Der Roboter muss auf jede Scheibe einzeln gesetzt und gesichert werden, die Tücher wollen gewaschen werden, und an Sprossenfenstern lohnt er sich kaum.
Wir haben die Herstellerangaben zu den zehn Fensterputzrobotern in unserem Katalog ausgewertet und Sicherheitshinweise und einen unabhängigen Test dazugenommen. Eigene Tests haben wir nicht gemacht; alle Leistungsangaben stammen von den Herstellern.
So haben wir ausgewertet
Grundlage sind alle zehn Modelle in unserer Kategorie Fensterputzroboter, Stand 16. Oktober 2026: sieben von ECOVACS, zwei von HOBOT und eines von Kärcher. Die Merkmale haben wir beim Anlegen der Produkte aus den Herstellerangaben übernommen. Was ein Hersteller nicht angibt, steht auch nicht im Datensatz. Ein vollständiger Marktüberblick ist die Auswahl nicht.
Was die Datenblätter zeigen
Laut unserem Katalog, Stand 16. Oktober 2026:
Merkmal | Modelle | Herstellerangaben |
|---|---|---|
Notstromakku | 10 von 10 | 20 bis 40 Minuten |
Sicherungsseil | 10 von 10 | 1 m (an der Station) bis 6 m |
erkennt rahmenlose Scheiben | 9 von 10 | – |
App-Steuerung | 9 von 10 | – |
Station mit Akku | 4 von 10 | 110 bis 130 Minuten Laufzeit |
Eckbürsten oder Eckschrubber | 4 von 10 | – |
Fernbedienung | 3 von 10 | – |
Lautstärke angegeben | 7 von 10 | 62 bis 68 dB |
Saugkraft angegeben | 10 von 10 | 3.300 bis 10.000 Pa |
Zwei Dinge haben alle zehn: einen Akku, der den Roboter bei Stromausfall an der Scheibe hält, und ein Sicherungsseil. Unterschiede gibt es bei der Stromversorgung, an den Kanten und bei der Bedienung. Gesprüht wird auf drei Arten: Vier Modelle vernebeln das Wasser per Ultraschall, fünf ECOVACS-Modelle sprühen über drei Weitwinkeldüsen, der HOBOT-SP10 mit einer Druckpumpe.
Die Saugkraft in Pascal taugt kaum zum Vergleich. ECOVACS nennt für den WINBOT W2S OMNI 8.000 Pa im Standardmodus, im Datenblatt aber 3.000 Pa „während der Bewegung“; beim WINBOT MINI sind es 7.500 und 3.200 Pa. Kärcher gibt für den RCW 2 Extra+ 3.300 Pa im Standardbetrieb und höchstens 5.000 Pa an. Wie die Werte gemessen wurden, erklären die Hersteller nicht. Auch die Flächenleistung von rund 0,33 bis 0,67 Quadratmetern pro Minute ist teils für einen Schnellmodus angegeben, teils ohne Modus.
Wofür Fensterputzroboter taugen und wofür nicht
Das Schweizer Magazin Saldo, ein Partner der Stiftung Warentest, hat zehn Geräte geprüft; test.de berichtete im Juni 2024 darüber. Die Roboter lohnen sich demnach eher auf Panoramascheiben als auf unterteilten Kasten- oder Sprossenfenstern, weil man sie auf jeder Fläche neu ansetzen muss. Sechs der zehn Geräte hinterließen Schlieren.
Jede Teilscheibe muss außerdem groß genug sein. ECOVACS nennt für den W2S OMNI und den W3 OMNI mindestens 30 × 40 Zentimeter, für den kompakten WINBOT MINI 22 × 25 Zentimeter. Kärcher verlangt beim RCW 2 Extra+ 35 × 35 Zentimeter. Wer viele kleine Scheiben hat, sollte vor dem Kauf nachmessen.
Die Bedienungsanleitung des WINBOT MINI zählt weitere Grenzen auf. Das Glas muss mindestens 3 Millimeter dick sein, bei gerahmten Scheiben der Rahmen mindestens 5 Millimeter stark. Auf gebrochenen Scheiben und solchen mit Aufklebern oder hervorstehenden Mustern soll der Roboter nicht arbeiten, ebenso wenig auf zwei nebeneinanderliegenden rahmenlosen Scheiben mit Spalt dazwischen. Schräge Flächen gehen nur begrenzt: Für den W2S OMNI nennt ECOVACS eine Neigung von höchstens 45 Grad.

Rahmenlose Scheiben: Kante erkennen statt anstoßen
Ohne Rahmen fehlt die Kante, an der ein Roboter normalerweise wendet. Neun der zehn Modelle in unserem Katalog erkennen laut Hersteller den Rand rahmenloser Scheiben. Die Ausnahme ist der Kärcher RCW 2 Extra+: Kärcher nennt für ihn nur die Erkennung von Fensterrahmen und Hindernissen.
Auch mit Kantenerkennung ist Vorsicht angebracht. ECOVACS empfiehlt in der Anleitung des WINBOT MINI, den Roboter auf rahmenlosem Glas mit mehr als 10 Zentimetern Abstand zum Rand anzusetzen.
Die Außenseite: Sicherungsseil und Wetter
An der Außenseite ist das Risiko am größten. Laut den Sicherheitshinweisen des WINBOT MINI darf das Gerät dort nur arbeiten, wenn es mit dem Karabinerhaken gesichert ist, kein starker Wind weht und es weder regnet noch schneit. Das Seil gehört innen an einen stabilen Gegenstand; ECOVACS empfiehlt ein festes Metallgeländer und nennt auch Tisch- oder Bettbeine. Unter dem Arbeitsbereich dürfen weder Menschen noch Tiere sein, und der Roboter soll nur unter Aufsicht laufen.
Bei den vier Modellen mit Station ist die Sicherung anders gelöst. Das Seil an der Station ist dort nur einen Meter lang; die eigentliche Sicherung ist das Verbundkabel zwischen Station und Roboter. Für den W2S OMNI nennt ECOVACS eine Zugfestigkeit von bis zu 100 Kilogramm. Die Station selbst wiegt 5,2 Kilogramm und wird laut ECOVACS mit einer Saugkraft von über 800 Newton gehalten.
Bei den übrigen sechs Modellen reicht das Seil von 3,3 Metern (WINBOT MINI und mini 2) bis 6 Meter (WINBOT W2 PRO). Messen Sie vor dem Kauf, wie weit es vom Befestigungspunkt im Raum bis zur Außenscheibe ist.

Stromausfall: Wozu der Notstromakku da ist
Ein Fensterputzroboter hält sich nur, solange sein Gebläse läuft. Fällt der Strom aus oder löst sich der Stecker, übernimmt ein eingebauter Akku. Laut test.de hatten alle von Saldo getesteten Geräte einen solchen Notfallakku, der „ein paar Minuten Stromausfall überbrücken kann“. In unserem Katalog nennen die Hersteller 20 Minuten (beide HOBOT-Modelle), 30 Minuten (alle sieben ECOVACS-Modelle) und 40 Minuten (Kärcher RCW 2 Extra+).
Der Akku ist eine Reserve, kein Betriebsmodus. ECOVACS warnt in der Anleitung des WINBOT MINI, die Stromversorgung während des Betriebs nicht zu unterbrechen, da sonst Absturzgefahr bestehe. Anders ist es bei den vier Modellen mit Akku-Station: Sie laufen laut ECOVACS 110 bis 130 Minuten ohne Steckdose.
Bauformen: quadratisch oder mit runden Wischscheiben
Am Rand zeigt sich die Bauform. Die sieben ECOVACS-Modelle haben ein quadratisches Gehäuse mit einem Wischtuch auf der Unterseite; der WINBOT MINI fährt laut Anleitung auf „Antriebsradspuren“. ECOVACS begründet mit dieser Form, dass der WINBOT MINI bis zu 99,5 Prozent der Fläche abdecke. Vier Modelle haben zusätzlich Bürsten oder Schrubber an den Ecken, die sich am Rahmen absenken: WINBOT W2S OMNI, W2S PRO OMNI, W3 OMNI und mini 2.
Das andere Prinzip sind zwei rotierende Wischscheiben. In unserem Katalog arbeitet so der Kärcher RCW 2 Extra+; seine zwei Scheiben mit Mikrofaserbezügen sollen laut Kärcher die Wischbewegung von Hand nachahmen. HOBOT geht zwei weitere Wege: Der HOBOT-S7 Pro wischt mit zwei hin- und herschwingenden Mopps, der HOBOT-SP10 zieht das Wasser nach dem Wischen mit zwei Abziehlippen ab, ähnlich einem Fensterwischer. Für beide ist in unserem Katalog derzeit kein Händlerangebot hinterlegt.
Wie gründlich das am Ende wird, zeigen Datenblätter nicht. Im Saldo-Test putzten laut test.de nur die guten Modelle schlierenfrei bis in die Ecken.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Scheiben messen: Zählen Sie die Teilscheiben und messen Sie die kleinste. Liegt sie unter der Mindestgröße des Herstellers, hilft der Roboter dort nicht. Als Alternative nennt test.de handgeführte Akku-Fenstersauger; die saugen allerdings nur das Wasser ab, das Wischen bleibt Handarbeit.
Steckdose oder Station: Modelle ohne Station brauchen eine Steckdose in Kabelreichweite, in unserem Katalog 4 bis 6,7 Meter. Eine Station mit Akku macht unabhängig, ist aber schwer: Beim W2S OMNI wiegt sie laut ECOVACS 5,2 Kilogramm, beim W3 OMNI 10 Kilogramm.
Außenfenster und Glasbrüstungen: Seillänge und Befestigungspunkt prüfen; für rahmenloses Glas braucht es eine Kantenerkennung.
Ecken und Rahmen: Bürsten oder Schrubber für Ecken und Rahmen haben in unserem Katalog vier Modelle, alle von ECOVACS.
Bedienung: Neun Modelle lassen sich per App steuern, meist über Bluetooth. Der Kärcher RCW 2 Extra+ hat nur eine Fernbedienung.
Verbrauchsmaterial: ECOVACS empfiehlt das eigene Reinigungsmittel, Leitungswasser nur übergangsweise. Die Tücher wäscht man von Hand, außer beim W3 OMNI.
Sieben Modelle aus unserem Katalog
Die folgenden Modelle sind in unserem Katalog mit einem Amazon-Angebot hinterlegt, sortiert von kompakt bis zur Station mit Pad-Wäsche. Die Angaben stammen von den Herstellern und aus unserem Produktkatalog. Die Links „Bei Amazon ansehen“ führen zu Amazon. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.
ECOVACS WINBOT MINI
Quadratisch mit 21,5 Zentimetern Kantenlänge; laut ECOVACS passt er auf Scheiben ab 22 × 25 Zentimetern. Vier Ultraschalldüsen sprühen. Er läuft am Netzteil mit 4,7 Metern Kabel, das Sicherungsseil ist 3,3 Meter lang. Eckbürsten hat er nicht.Datenblatt des WINBOT MINI
ECOVACS WINBOT mini 2
Der Nachfolger des MINI mit gleichen Maßen, Kabel und Seil. Neu sind Bürsten an allen vier Ecken, die laut ECOVACS bis an den Rahmen reichen. Eine Station hat er nicht.Datenblatt des WINBOT mini 2
ECOVACS WINBOT W2 PRO
Ohne Station, dafür mit dem längsten Netzkabel (6,7 Meter) und dem längsten Sicherungsseil (6 Meter) in unserem Katalog. Drei Weitwinkeldüsen sprühen, rahmenlose Scheiben erkennt er an der Kante. Eckbürsten hat er nicht. Datenblatt des WINBOT W2 PRO
Kärcher RCW 2 Extra+
Ovales Gehäuse mit zwei rotierenden Wischscheiben und zwei Ultraschalldüsen, bedient per Fernbedienung. Der Notstromakku hält laut Kärcher 40 Minuten, die Scheibe muss mindestens 35 × 35 Zentimeter messen. Rahmenlose Glasflächen nennt Kärcher für dieses Modell nicht.Datenblatt des RCW 2 Extra+
ECOVACS WINBOT W2S OMNI
Die Station enthält einen Akku für rund 110 Minuten, wickelt das Kabel auf und dient als Gegengewicht; eine Steckdose am Fenster ist nicht nötig. Zwei absenkbare Eckschrubber reinigen am Rahmen. Mit 68 dB ist er laut Hersteller das lauteste Modell mit Angabe in unserem Katalog. Datenblatt des WINBOT W2S OMNI
ECOVACS WINBOT W2S PRO OMNI
Der 2026 erschienene Nachfolger des W2S OMNI hat vier statt zwei Kantenbürsten, einen Tank mit 120 statt 80 Millilitern und laut ECOVACS 10.000 Pa, den höchsten Wert in unserem Katalog. Die App verbindet sich nur per Bluetooth.Datenblatt des WINBOT W2S PRO OMNI
ECOVACS WINBOT W3 OMNI
Die Station wäscht das Wischpad nach dem Einsatz laut ECOVACS in rund einer Minute mit 16 Hochdruckdüsen. Ihr Akku reicht für bis zu 130 Minuten, dafür wiegt sie 10 Kilogramm. Neben Bluetooth unterstützt der Roboter WLAN. Datenblatt des WINBOT W3 OMNI
Der WINBOT W2 PRO OMNI, eine Akku-Station ohne Eckschrubber, ist in unserem Katalog derzeit ohne Händlerangebot hinterlegt.
Wie Sie entscheiden
Fangen Sie bei Ihren Fenstern an: Große, ungeteilte Scheiben bringen am meisten. Wer an der Steckdose putzen kann, braucht keine Station; wer viele Fenster ohne Steckdose in der Nähe hat, bekommt mit der Station Akku und Kabelaufwicklung, aber auch mehrere Kilogramm zusätzlich. Für rahmenlose Glasflächen und Außenseiten zählen Kantenerkennung, Seillänge und ein fester Befestigungspunkt mehr als jede Pascal-Zahl.
Alle zehn Modelle mit ihren Datenblättern finden Sie in unserer Übersicht Fensterputzroboter. Weitere Beiträge über Roboter für Haus und Garten sammeln wir im Thema Haushalt & Garten.
Häufige Fragen
Lohnt sich ein Fensterputzroboter für Sprossenfenster?
Kaum. Der Roboter muss auf jede Teilscheibe einzeln gesetzt werden, und jede muss eine Mindestgröße haben: beim WINBOT MINI 22 × 25 Zentimeter, bei größeren Modellen 30 × 40 oder 35 × 35 Zentimeter. Laut dem Test des Schweizer Magazins Saldo lohnen sich die Geräte eher auf Panoramascheiben.
Kann ein Fensterputzroboter die Außenseite putzen?
Ja, wenn er mit dem Sicherungsseil an einem festen Gegenstand im Raum gesichert ist. ECOVACS schreibt außerdem vor, dass kein starker Wind weht und es weder regnet noch schneit. Unter dem Arbeitsbereich dürfen sich keine Menschen oder Tiere aufhalten, und der Roboter soll nur unter Aufsicht laufen.
Was passiert bei einem Stromausfall?
Ein eingebauter Notstromakku hält den Roboter an der Scheibe. Die Hersteller nennen in unserem Katalog 20 bis 40 Minuten. Der Akku ist eine Reserve: ECOVACS warnt davor, die Stromversorgung während des Betriebs zu unterbrechen.
Putzen Fensterputzroboter auch rahmenlose Scheiben?
Neun der zehn Modelle in unserem Katalog erkennen laut Hersteller den Rand rahmenloser Scheiben, der Kärcher RCW 2 Extra+ nicht. ECOVACS empfiehlt, den Roboter auf rahmenlosem Glas mit mehr als 10 Zentimetern Abstand zum Rand anzusetzen, und rät von zwei nebeneinanderliegenden rahmenlosen Scheiben mit Spalt ab.
Kommen Fensterputzroboter bis in die Ecken?
Vier Modelle in unserem Katalog haben Eckbürsten oder Eckschrubber, alle von ECOVACS. Im Saldo-Test putzten nur die guten Modelle schlierenfrei bis in die Ecken.
Brauche ich eine Steckdose am Fenster?
Bei Modellen ohne Station ja; ihre Kabel sind in unserem Katalog 4 bis 6,7 Meter lang. Die vier Modelle mit Akku-Station laufen laut ECOVACS 110 bis 130 Minuten ohne Steckdose.
Quellen und Hinweise
- Fensterputzroboter im Test: Klare Scheiben dank putzigem Roboter – Stiftung Warentest (test.de) – 14.06.2024
- WINBOT MINI Betriebsanleitung (PDF, deutsch) – ECOVACS – 27.08.2025
- WINBOT MINI (Produktseite mit Datenblatt) – ECOVACS – 16.10.2026
- WINBOT W2S OMNI (Produktseite mit Datenblatt) – ECOVACS – 16.10.2026
- WINBOT W3 OMNI (Produktseite mit Datenblatt) – ECOVACS – 16.10.2026
- Fensterroboter RCW 2 Extra+ (Produktseite) – Kärcher – 16.10.2026
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Alle Zahlen in diesem Artikel wurden am 16. Oktober 2026 geprüft.
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