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KOSMOS Miika K.I.: Roboter-Bausatz mit trainierbarer KI im Überblick

von Roboterwelt Redaktion30. August 2026
Verpackung des KOSMOS Miika K.I. mit dem hellblauen sechsbeinigen Roboter, rotem LED-Display und den Angaben Alter 10 bis 16, Gesten- und Audio-Steuerung
Der KOSMOS Miika K.I.: Bausatz für einen sechsbeinigen Laufroboter, dessen Verhalten per App antrainiert wird.© KOSMOS

Ein Roboter, dem man nichts programmiert, sondern etwas beibringt: Beim KOSMOS Miika K.I. bauen Kinder erst einen sechsbeinigen Laufroboter zusammen und trainieren ihm dann per App an, auf welche Gesten und Geräusche er reagieren soll. Was der Kasten leistet, was er voraussetzt und wo er an Grenzen stößt. 

Der KOSMOS Miika K.I. (Artikelnummer 620899) ist ein Experimentierkasten, bei dem Kinder einen Roboter zusammenbauen und ihm anschließend über eine App beibringen, auf selbst gewählte Gesten oder Geräusche zu reagieren. Anders als bei programmierbaren Bausätzen wird dabei kein Code geschrieben: Das Verhalten entsteht durch Training, so wie bei einem Bilderkennungs- oder Sprachmodell im Kleinen. Der Kasten richtet sich an Kinder und Jugendliche von 10 bis 16 Jahren und wurde mit dem Toy Award 2023 ausgezeichnet. 

Verpackung des KOSMOS Miika K.I. mit dem hellblauen sechsbeinigen Roboter und rotem LED-Display

KOSMOS Miika K.I. – Künstliche Intelligenz erleben und verstehen

UVP 119,99 € · Art.-Nr. 620899 · für 10–16 Jahre

Experimentierkasten mit Bluetooth-Platine, LED-Display und zwei Motoren. Die KI wird über die kostenlose App mit eigenen Gesten und Geräuschen trainiert.

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Was steckt im Kasten?

Enthalten sind die Bauteile für den Roboter, eine Bluetooth-Platine mit LED-Display und Sound-Modul, zwei Motoren, Getriebe-Teile, das Batteriefach, ein Ständer für Smartphone oder Tablet sowie die Anleitung. 

Der Ständer ist mehr als eine Dreingabe: Beim Gestentraining muss die Kamera dauerhaft auf das Kind zeigen, und niemand kann das Gerät gleichzeitig halten und dem Roboter etwas vormachen. 

Nicht enthalten sind vier AAA-Batterien vom Typ LR03, ein kleiner Kreuzschlitz-Schraubendreher sowie ein Seitenschneider – alternativ tun es Schere und Nagelfeile –, um die Teile vom Rahmen zu trennen. Anders als beim Proxi liegt hier also kein Werkzeug bei. 

Rückseite der Verpackung mit Bauteilübersicht, Roboter-Platine, zwei Motoren, Smartphone-Ständer und den Hinweisen, was zusätzlich benötigt wird
Die Bauteilübersicht auf der Verpackung. Der Smartphone-Ständer oben rechts liegt bei, der Schraubendreher nicht. © KOSMOS

Schritt 1: Der Aufbau

Motoren, Platine und Gehäuseteile werden nach der bebilderten Anleitung montiert. Beim Zusammenbau lernen Kinder die Bauteile eines Roboters kennen, bevor die eigentliche KI-Funktion ins Spiel kommt. 

Nach Erfahrungsberichten ist der Aufbau für die untere Altersgrenze anspruchsvoll: Einige Bauteile sind dünn, Steckverbindungen halten nicht immer auf Anhieb. Eine erwachsene Begleitperson ist sinnvoll. 

Schritt 2: Die KI trainieren

Die Verbindung zwischen App und Roboter läuft über Bluetooth. In der App legen Kinder fest, welche Eingabe welche Aktion auslösen soll, und zeigen dem Modell mehrere Beispiele. Zwei Eingabearten stehen zur Verfügung: 

  • Gesten: Die Kamera des Smartphones erfasst beliebige Gesten, etwa Daumen hoch, Winken oder Schnippen. Jede Geste wird einer Aktion zugeordnet. 

  • Geräusche: Pfeifen, Klatschen oder gesprochene Wörter werden über das Mikrofon aufgenommen und ebenfalls mit einer Reaktion verknüpft. 

Wichtig für das Verständnis: Kamera und Mikrofon sitzen im Smartphone, nicht im Roboter. Miika selbst hat weder Augen noch Ohren – er bekommt über Bluetooth nur das fertige Ergebnis der Erkennung übermittelt. 

Als Reaktion läuft Miika auf seinen sechs Beinen los, dreht sich, blinkt, piept oder zeigt eine Mimik oder einen Text auf dem LED-Display im Gesicht. 

Miika K.I. reagiert auf Gesten und Audiobefehle: zwei Personensilhouetten, Schallwellen und der hellblaue Roboter mit LED-Gesicht
Gesten erfasst die Kamera des Smartphones, Geräusche das Mikrofon – der Roboter selbst hat keine solchen Sensoren. © KOSMOS

Wo die Trainingsdaten bleiben

Ein Kasten, bei dem Kinder vor laufender Kamera Gesten vorführen und ins Mikrofon sprechen, wirft berechtigte Fragen auf. KOSMOS hat die App deshalb so gebaut, dass sie vollständig offline arbeitet: Das Modell wird auf dem Gerät trainiert, die Aufnahmen verlassen es nicht, eine Cloud ist nicht beteiligt. 

Auf der Verpackung trägt der Kasten ein Siegel „DSGVO & BDSG geprüft“ mit dem Hinweis, die App sei von einem Datenschutzexperten begutachtet worden. Für Familien, die Sprachassistenten bewusst aus dem Kinderzimmer heraushalten, ist das ein greifbarer Unterschied zu app-gestützten Spielzeugen, die Daten an Server senden. 

Die kostenlose KOSMOS-App auf Smartphone und Tablet, durchgestrichenes Funksymbol als Hinweis auf die vollständige Offline-Nutzung
Die App arbeitet ohne Internetverbindung. Trainingsdaten verlassen das Gerät nicht. © KOSMOS

Was Kinder dabei lernen

Der Kasten verbindet drei Bereiche: Mechanik beim Aufbau, Sensorik und Robotik im Betrieb und ein erstes Verständnis für maschinelles Lernen. Der letzte Punkt ist der eigentliche Zweck. Kinder erleben, dass eine KI nicht programmiert, sondern trainiert wird, dass sie mehrere Beispiele braucht und dass sie Fehler macht, wenn eine Geste nicht sauber gezeigt wird oder das Umgebungslicht wechselt. Genau diese Grenzen sind lehrreich, weil sie erklären, warum auch große KI-Systeme unzuverlässig werden können. 

Das Hintergrundwissen in der Anleitung entstand in Zusammenarbeit mit dem Tübingen AI Center, einem der Forschungszentren des KI-Standorts Tübingen. KOSMOS nennt als Lernziele Wissen über Technik, planvolles Vorgehen und Kreativität. 

Im KOSMOS-Sortiment ist Miika damit das Gegenstück zum Proxi: Dort schreiben Kinder in MakeCode Programme für den BBC micro:bit und brauchen dafür einen Computer, hier trainieren sie ein Modell per App. Beide Kästen kosten dasselbe, verfolgen aber unterschiedliche Ansätze. 

Technische Daten

Merkmal 

Wert 

Hersteller / Artikelnummer 

KOSMOS, 620899 

Altersempfehlung 

10–16 Jahre 

Fortbewegung 

sechs Beine, zwei Motoren 

Elektronik 

Bluetooth-Platine mit LED-Display und Sound-Modul 

Ausgabe 

LED-Display (Mimik und Text), Buzzer, Blinken 

Steuerung 

Gesten- und Geräusch-Training in der App, Fernsteuerung per App 

Konnektivität 

Bluetooth Low Energy (ab 4.0) 

App 

KOSMOS Miika K.I., kostenlos, arbeitet offline 

Voraussetzung 

Android ab 8.0 mit Gyroskop oder iOS ab 11 (ab iPhone 7) 

Stromversorgung 

4× AAA (Typ LR03, nicht enthalten) 

Zusätzlich nötig 

Kreuzschlitz-Schraubendreher, Seitenschneider oder Schere 

UVP 

119,99 € 

Auszeichnung 

Toy Award 2023 

Kritikpunkte aus Rezensionen

Die Rückmeldungen zum Miika fallen gemischter aus als bei anderen KOSMOS-Robotern. Positiv genannt werden die klar strukturierte Anleitung, der Spaß beim Aufbau und die verständliche Erklärung, wie KI-Training funktioniert. Mehrere Käufer berichten allerdings von abbrechenden Bauteilen, App-Abstürzen und Problemen beim Koppeln des Roboters. 

Auffällig ist das Muster: Die Gestensteuerung funktioniert in den meisten Berichten, die Geräuschsteuerung dagegen nicht bei allen Nutzern – auch nicht mit aktuellen Apple-Geräten. Vereinzelt wird ein Roboter beschrieben, der sich nur in eine Richtung drehte und hängen blieb. 

Wer den Kasten verschenkt, sollte deshalb Zeit für den Aufbau einplanen und die App vorab auf dem vorgesehenen Gerät installieren. Sie ist kostenlos, und ob sie startet und koppelt, lässt sich so vor dem Auspacken klären. Der Hersteller weist außerdem darauf hin, dass der Kasten nur für Kinder über 10 Jahre und unter Aufsicht von Erwachsenen bestimmt ist. 

Für wen eignet sich der Miika?

Für Kinder ab etwa 10 Jahren, die verstehen wollen, wie eine KI lernt, ohne dafür programmieren zu müssen, und für Eltern, die das Thema gemeinsam mit dem Kind erarbeiten möchten. Die rein lokale Verarbeitung ist für Familien ein Argument. 

Weniger geeignet ist der Kasten für jüngere Kinder, für Haushalte ohne kompatibles Smartphone oder Tablet und für alle, die eine zuverlässige Sprachsteuerung erwarten. Wer Programmieren lernen möchte, ist mit dem KOSMOS Proxi besser bedient; wer nur einen Roboter ohne Trainingsaufwand sucht, mit dem günstigeren Chipz. 

Einen Überblick über die übrigen Sets des Herstellers gibt unser Artikel zu den KOSMOS-Bausätzen für Kinder. 

Preis und Bezugsquellen

Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 119,99 €. Im Handel wird der Kasten regelmäßig günstiger angeboten – die aktuellen Preise stehen bei den Händlern. Im KOSMOS-Shop selbst war er zuletzt nicht verfügbar. 

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Häufige Fragen

Muss ich programmieren können?

Nein. Das Verhalten wird in der App durch Beispiele trainiert, Code ist nicht nötig. 

Braucht Miika eine Internetverbindung?

Nein. Die App arbeitet offline, die Trainingsdaten bleiben auf dem Gerät. 

Funktioniert Miika mit jedem Smartphone?

Nein. Android-Geräte brauchen mindestens Version 8.0, ein Gyroskop und Bluetooth Low Energy, iOS-Geräte mindestens iOS 11 ab iPhone 7 oder iPad der 5. Generation. Die App ist kostenlos und lässt sich vor dem Kauf zur Prüfung installieren. 

Braucht man einen Computer?

Nein. Anders als beim Proxi genügt ein Smartphone oder Tablet. 

Fährt Miika oder läuft er?

Er läuft. Miika bewegt sich auf sechs Beinen, angetrieben von zwei Motoren. Räder hat er keine. 

Kann Miika sprechen oder Sprache verstehen?

Er reagiert auf antrainierte Geräusche und Wörter, versteht aber keine freie Sprache. Er gibt selbst auch keine Sprache aus, sondern Töne und Anzeigen auf dem LED-Display. 

Was ist der Unterschied zum Proxi?

Proxi wird über den BBC micro:bit in MakeCode programmiert und benötigt dafür einen Computer. Miika wird per App trainiert und benötigt ein Smartphone oder Tablet. Beide kosten 119,99 € UVP. 

Quellen

Zusammenfassung
  • Der KOSMOS Miika K.I. (Artikelnummer 620899) ist ein Experimentierkasten, bei dem Kinder einen Roboter zusammenbauen und ihm anschließend über eine App beibringen, auf selbst gewählte Gesten oder Geräusche zu reagieren. Anders als bei programmierbaren Bausätzen wird dabei kein Code geschrieben: Das Verhalten entsteht durch Training, so wie bei einem Bilderkennungs- oder Sprachmodell im Kleinen. Der Kasten richtet sich an Kinder und Jugendliche von 10 bis 16 Jahren und wurde mit dem Toy Award 2023 ausgezeichnet. 

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