RoboterweltRoboterwelt
Company

Wandercraft: Vom Exoskelett für die Klinik zum Roboter in der Fabrik

von Roboterwelt Redaktion27. September 2026
Drei Produkte von Wandercraft nebeneinander: eine Frau im Klinik-Exoskelett Atalante X mit Techniker, eine Frau im persönlichen Exoskelett Eve mit Begleitperson und der zweibeinige Industrieroboter Calvin-40
Drei Baureihen aus einer Technik: das Klinikgerät Atalante X, das persönliche Exoskelett Eve und der Industrieroboter Calvin-40.© © Wandercraft

Drei Absolventen der École Polytechnique wollten 2012 einen Roboter bauen, der gelähmte Menschen wieder gehen lässt. Vierzehn Jahre später steht ihr Exoskelett in über 150 Kliniken, ein zweites Modell wird in den USA nach Hause geliefert – und dieselbe Technik trägt inzwischen Reifen durch ein Renault-Werk. Ein Porträt mit Zahlen, Belegen und offenen Fragen. 

Im Sommer 2021 ging ein Video um die Welt: Ein 16-Jähriger in Paris sagt „Robot, stand up“, und ein schwarzes Gestell hebt ihn aus dem Rollstuhl und trägt ihn durch das Zimmer. Der Junge heißt Oscar, eine genetische Erkrankung hindert die Nerven daran, genug Signale an seine Beine zu senden. Sein Vater Jean-Louis Constanza arbeitet bei der Firma, die das Gestell gebaut hat. 

Fünf Jahre später ist aus dieser Firma ein Unternehmen mit drei Produktlinien geworden. Wandercraft aus Paris baut Exoskelette für Rehakliniken, seit September 2026 ein Modell für den Hausgebrauch in den USA – und, seit der Partnerschaft mit Renault, einen zweibeinigen Roboter, der in einem nordfranzösischen Autowerk Reifen stapelt. 

Auf einen Blick

Gegründet 

2012 

Sitz 

Paris, Frankreich; zweiter Standort New York 

Gründer und Führung 

Matthieu Masselin (CEO), Nicolas Simon (KI und Regelung), Jean-Louis Constanza (Humanoide, Geschäftsentwicklung); Mitgründer Alexandre Boulanger wird auf der Firmenseite heute nicht mehr geführt 

Mitarbeiter 

über 175 (Unternehmensangaben); Personaldatendienste nennen für Mai 2026 rund 183 

Finanzierung 

vier bekannte Runden seit 2015, zuletzt 75 Millionen US-Dollar Serie D im Juni 2025; Branchendatenbanken beziffern die Summe auf rund 140 Millionen US-Dollar. Renault Group ist Minderheitsgesellschafter 

Kernprodukte 

Atalante X (Klinik-Exoskelett), Eve (persönliches Exoskelett), Calvin-40 (Industrie-Humanoid) 

Geschäftsmodell 

Verkauf von Medizingeräten an Kliniken, Verkauf auf Rezept an Privatpersonen in den USA, Verkauf humanoider Roboter an Industriekunden 

Märkte 

Frankreich, weiteres Europa einschließlich Deutschland, USA, seit Juli 2026 Ecuador; über 150 Klinik- und Forschungsstandorte 

Kennzahlen 

2 Millionen Euro Umsatz bei 10,35 Millionen Euro Jahresfehlbetrag (Jahresabschluss 2022, franz. Handelsregister); über 2.500 Nutzerinnen und Nutzer und mehr als 14 Millionen Schritte (Unternehmensangaben, Juni 2025); über 30 Patente 

Stand 

September 2026 

Von einem Robotikclub an der Polytechnique

Die Gründungsgeschichte, die Wandercraft selbst erzählt, beginnt im Robotikclub der École Polytechnique. Nicolas Simon sah dort einen zweibeinigen Roboter laufen lernen und dachte an seinen Bruder, der seine Beweglichkeit verlor. Daraus wurde die Frage, die bis heute über dem Unternehmen steht: Wenn Maschinen laufen können, warum baut man dann keine, die Menschen tragen? 

2012 gründeten Simon, Matthieu Masselin und Alexandre Boulanger – alle drei Absolventen der Polytechnique – in Paris die Wandercraft SAS. Jean-Louis Constanza, Ingenieur und Manager, kam später dazu und wird heute auf der Firmenseite als Mitgründer geführt; Boulanger erscheint dort nicht mehr. Die ersten Jahre finanzierte die Firma mit kleinen Runden: vier Millionen Euro 2015 von ECA Group und Innovation Capital, fünfzehn Millionen Euro 2017 unter anderem von Bpifrance, Groupe Gorgé und LBO France. 

2018 stand der erste Prototyp im Rehazentrum der APAJH im französischen Pionsat, 2019 folgte die CE-Kennzeichnung – nach eigenen Angaben das erste selbstbalancierende Exoskelett in Europa. Der Durchbruch in den USA kam im Dezember 2022 mit der ersten FDA-Freigabe, damals für die Schlaganfall-Rehabilitation. 

Wie ein selbstbalancierendes Exoskelett funktioniert

Der Unterschied zu älteren Exoskeletten steckt in einem Wort: selbstbalancierend. Klassische Gehhilfen dieser Art geben den Beinen Kraft, das Gleichgewicht muss der Mensch selbst halten – über Unterarmgehstützen oder einen Rollator und mit einem Rumpf, der noch gesteuert werden kann. Wer eine hohe Querschnittlähmung hat, fällt damit heraus. 

Die Geräte von Wandercraft übernehmen das Gleichgewicht. Zwölf motorisierte Gelenke bewegen Hüften, Knie und Sprunggelenke, Sensoren messen fortlaufend die Lage, ein Bordrechner rechnet den nächsten Schritt aus. Für das ursprüngliche Atalante nennt die französische Fachliteratur 68 Kilogramm Eigengewicht und einen Rechner, der rund 30.000 Operationen pro Sekunde abarbeitet; das heutige Klinikmodell Atalante X wiegt nach Angaben aus der deutschen Markteinführung rund 80 Kilogramm. 

Die Regelungsalgorithmen entstanden nicht allein im Haus. Wandercraft arbeitet unter anderem mit Mines ParisTech, dem LAAS-CNRS in Toulouse, der University of Michigan und dem Caltech zusammen. Für Entwicklung und Test setzt die Firma die Simulationsumgebung NVIDIA Isaac Sim auf Omniverse ein und erprobt den Bordrechner NVIDIA Jetson Thor. Das Unternehmen selbst nennt den Ansatz „physical AI“, erklärt aber nicht öffentlich, wie die Regelung im Einzelnen arbeitet. 

Drei Baureihen: Atalante X, Eve und Calvin-40

Alle drei Produkte stehen auf derselben technischen Grundlage, richten sich aber an völlig verschiedene Kunden. 

Atalante X ist das Klinikgerät und bis heute das Kerngeschäft. Therapeutinnen und Therapeuten setzen es für Gangtraining ein, bei dem Patienten frei stehen und laufen, ohne sich abstützen zu müssen. Die FDA hat das Gerät dreimal freigegeben und den Anwendungsbereich dabei zweimal erweitert: Dezember 2022 für Schlaganfall, Februar 2024 für Querschnittlähmungen der Höhe T5 bis L5, November 2025 für C4 bis L5 sowie für Multiple Sklerose. Im Juli 2026 kam eine Freigabe der ecuadorianischen Behörde ARCSA dazu. Nach Firmenangaben steht Atalante X an über 150 Klinik- und Forschungsstandorten. Ein Preis wird nicht veröffentlicht; Reuters nannte 2021 rund 150.000 Euro pro Gerät. 

Eine Frau steht im Klinik-Exoskelett Atalante X, daneben bedient ein Wandercraft-Mitarbeiter im Firmen-T-Shirt die kabelgebundene Fernsteuerung
Atalante X im Einsatz: Das Gerät trägt und balanciert, gesteuert wird über eine Fernbedienung. © © Wandercraft

Eve ist die Fassung für zu Hause. Am 3. August 2026 gab die FDA sie unter dem Aktenzeichen K260381 frei, seit dem 17. September 2026 wird sie in den USA verkauft – nach Verordnung, nach fünf Trainingseinheiten und nur im Beisein einer geschulten Begleitperson. Was das Gerät leistet und was nicht, steht ausführlich in unserem Beitrag zur FDA-Freigabe von Eve. 

Eine junge Frau steht aufrecht im schwarzen Exoskelett Eve und streckt den linken Arm nach oben, hinter ihr steht eine Begleitperson
Eve ist die Fassung für zu Hause – seit September 2026 in den USA erhältlich. © © Wandercraft

Calvin-40 ist der Bruch mit dem bisherigen Geschäft: ein zweibeiniger Industrieroboter, benannt nach Susan Calvin, der Roboterpsychologin aus Isaac Asimovs Erzählungen. Er trägt nach Angaben von Renault 40 bis 50 Kilogramm, wo marktübliche Roboter bei 3 bis 10 Kilogramm liegen, und greift im Werk Douai Reifenpaare von je rund 30 Kilogramm. Zur Wahrnehmung nutzt er Trägheitssensoren, Kraftsensoren und RGB-D-Kameras. Angefangen hat das mit einem Zufall: Am 1. Oktober 2024 hörte der Renault-Robotikexperte Laurent Duthoit auf einer Konferenz einen Vortrag von Constanza über die Fertigung humanoider Roboter. Zwei Wochen später stand er in Paris, acht Monate später hielt Renault eine Beteiligung an Wandercraft. 

Der schwarze zweibeinige Industrieroboter Calvin-40 in Schrittstellung vor weißem Hintergrund, ohne Kopf, mit flachen Fußplatten
Calvin-40 steht auf derselben Regelungstechnik wie die Exoskelette – nur trägt hier niemand mehr einen Menschen. © © Wandercraft

Womit Wandercraft Geld verdient

Drei Erlösquellen stehen auf einer Technik. Im Klinikgeschäft verkauft Wandercraft Geräte an Rehazentren und Forschungseinrichtungen – ein klassisches Investitionsgut mit langen Beschaffungszyklen. Mit Eve kommt seit September 2026 ein zweites Modell dazu: Einzelverkauf auf Rezept, abgerechnet über Kostenträger. Medicare kann das Gerät als angepasste Orthese über den Code K1007 übernehmen, dazu kommen die US-Veteranenbehörde und Unfallversicherungen. Vertrieben wird über National Seating & Mobility, nach Firmenangaben mit mehr als 180 Standorten. 

Die dritte Quelle ist die Industrie. Am 4. September 2026 meldete Wandercraft zwölf Kunden für Calvin-40 aus Automobil, Logistik, Handel, Gesundheitswesen und Verteidigung. Namen nennt die Mitteilung nicht, Stückzahlen auch nicht. Bekannt ist nur die Größenordnung bei Renault: rund zehn Roboter bis Ende 2026, 350 bis Ende 2027 in französischen und spanischen Werken. 

Zahlen: 75 Millionen Dollar, 14 Millionen Schritte

Im Januar 2022 sammelte Wandercraft 39,69 Millionen Euro – damals rund 45 Millionen US-Dollar – in einer Serie C ein. Im Juni 2025 folgten 75 Millionen US-Dollar in einer Serie D, angeführt von der Renault Group, dem von Bpifrance im Rahmen von France 2030 verwalteten PSIM-Fonds, Teampact Ventures und Quadrant Management; beteiligt waren außerdem LBO France, Mutuelles Impact, Cemag Invest, Martagon Capital und AG2R LA MONDIALE. 

Zum Nutzungsumfang nennt das Unternehmen zur Serie D: über 2.500 Menschen mit Mobilitätseinschränkungen hätten die Geräte genutzt und dabei mehr als 14 Millionen Schritte zurückgelegt, aktuell über eine Million Schritte pro Monat. Das Patentportfolio gibt Wandercraft mit über 30 Patenten an. Die Serie C habe zu einer Verzehnfachung der Umsätze geführt – auch das eine Firmenangabe ohne veröffentlichte Basiszahl. 

Harte Zahlen sind rar. Der für diesen Artikel auswertbare Jahresabschluss 2022 weist im französischen Handelsregister zwei Millionen Euro Umsatz aus, dem ein Jahresfehlbetrag von 10,35 Millionen Euro gegenübersteht; die Bilanzsumme lag bei 27,7 Millionen Euro, die liquiden Mittel bei 5,53 Millionen Euro. Neuere geprüfte Zahlen hat Wandercraft nicht veröffentlicht. 

Deutschland: zwei Kliniken und eine offene Studie

Im September 2023 lieferte Wandercraft die ersten beiden Atalante X nach Deutschland: an das Vivantes Klinikum Spandau in Berlin und an die Schön Klinik Bad Aibling Harthausen bei München. Beide Häuser starteten damit die Studie EarlyExo. 

EarlyExo ist randomisiert und kontrolliert und damit methodisch deutlich belastbarer als das, was die FDA-Freigaben bisher stützt. Untersucht werden Menschen mit Halbseitenlähmung ein bis vier Monate nach einem Schlaganfall, die nicht oder kaum gehen können. Eine Gruppe trainiert sechs Wochen mit dem Exoskelett, die andere konventionell; gemessen wird, wie viele danach wieder frei gehen können. Die Studie wurde später auf fünf Zentren in vier Ländern ausgeweitet und lief bis Ende 2025. Ergebnisse sind bislang nicht veröffentlicht. 

Für Eve gibt es keinen Termin für Europa. Die FDA-Freigabe gilt hier nicht; für einen Verkauf in der EU bräuchte Wandercraft eine CE-Kennzeichnung nach der Medizinprodukteverordnung. 

Offene Fragen

Ein Porträt ohne die unbequemen Punkte wäre eine Pressemitteilung. Diese hier sind entweder extern belegt oder vom Unternehmen selbst eingeräumt. 

  • Die Evidenz ist dünner, als die Freigaben vermuten lassen. Die FDA-Freigabe für Eve stützt sich auf eine Protokollbeschreibung mit sechzehn Teilnehmenden ohne Kontrollgruppe. Die randomisierte Studie EarlyExo zum Klinikgerät lief bis Ende 2025, Ergebnisse liegen bis heute nicht vor. 

  • Zum Geschäft gibt es kaum geprüfte Zahlen. Der letzte für diesen Artikel auswertbare Abschluss stammt aus 2022 und zeigt zwei Millionen Euro Umsatz bei 10,35 Millionen Euro Verlust. Seither hat das Unternehmen Nutzungszahlen veröffentlicht, aber keine Umsätze. 

  • Preis und Kostenübernahme sind offen. Für Atalante nannte Reuters 2021 rund 150.000 Euro. Für Eve nennt Wandercraft gar keinen Preis, und die Medicare-Erstattung gilt ausdrücklich nur, wenn die Voraussetzungen im Einzelfall erfüllt sind. 

  • Die versprochene Selbstständigkeit hat Grenzen. Eve darf nur im Beisein einer geschulten Begleitperson benutzt werden, nicht auf Treppen, Rampen, nassem Boden oder der Straße. Das schreibt Wandercraft selbst in die Zweckbestimmung. 

  • Zwei Märkte gleichzeitig sind ein Risiko. Medizintechnik und Industrierobotik folgen verschiedenen Logiken, und das Feld der humanoiden Roboter ist kapitalintensiv und dicht besetzt. Die eigene Mitteilung spricht von „commercial dominance“, nennt aber weder einen der zwölf Kunden noch eine Stückzahl. 

  • Renault ist Investor, Entwicklungspartner und Großkunde in einem. Das bindet Kapital und Auftragsbuch an ein einziges Unternehmen. Und die Zahlen sind noch klein: Renault rechnet für Ende 2026 mit rund zehn Robotern, die 350 sind für Ende 2027 angesetzt. 

  • Europa wartet. Das Heimatland der Firma kann Eve bisher nicht kaufen. Einen Zeitplan für die CE-Kennzeichnung hat Wandercraft nicht genannt. 

Die Menschen hinter Wandercraft

Matthieu Masselin führt das Unternehmen als Geschäftsführer und ist das öffentliche Gesicht. Seine Linie zum Humanoiden-Geschäft formuliert er so: „Humanoide Roboter werden nicht skalieren, weil sie universell sind. Sie werden universell, während sie skalieren.“ (Zitat aus der Mitteilung vom 4. September 2026, übersetzt von der Redaktion.) 

Nicolas Simon verantwortet KI und Regelung – jenen Teil, an dem die Firma seit 2012 arbeitet. Jean-Louis Constanza kümmert sich heute um das Humanoiden-Geschäft und die Geschäftsentwicklung. Er war es, dessen Sohn Oscar 2021 im Atalante durch das Zimmer ging und die Firma damit weltweit bekannt machte. Constanza erzählte damals, Oscar habe ihn gefragt: Du bist Robotikingenieur, warum baust du keinen Roboter, mit dem wir laufen können? 

Für die Zulassungen steht Maria Ida Iacono als Global Chief Regulatory, Quality and Clinical Affairs Officer; sie ist auch die im FDA-Register hinterlegte Ansprechpartnerin für Eve. Im Januar 2026 holte Wandercraft Chuck Witkowski in den Verwaltungsrat, den Geschäftsführer des schwedischen Mobilitätshilfen-Herstellers Permobil – ein deutliches Signal, dass die Firma vom Labor in den Vertrieb wechselt. 

Wandercraft im Zeitraffer

Jahr 

Meilenstein 

2012 

Gründung in Paris durch Matthieu Masselin, Nicolas Simon und Alexandre Boulanger 

2015 

Erste Finanzierungsrunde über vier Millionen Euro 

2017 

Runde über fünfzehn Millionen Euro, unter anderem mit Bpifrance 

2018 

Erster Praxistest des Atalante im Rehazentrum der APAJH in Pionsat 

2019 

CE-Kennzeichnung und Markteinführung von Atalante 

2021 

Reuters-Bericht über Oscar Constanza macht die Firma international bekannt 

Januar 2022 

Serie C über 39,69 Millionen Euro 

Dezember 2022 

Erste FDA-Freigabe für Atalante X (Schlaganfall) 

September 2023 

Markteintritt Deutschland: zwei Geräte für Berlin und Bad Aibling, Start der Studie EarlyExo 

Februar 2024 

FDA erweitert die Freigabe auf Querschnittlähmungen T5 bis L5 

2024 

Exoskelette tragen Fackeln der Olympischen und Paralympischen Spiele in Paris 

Oktober 2024 

Erstkontakt mit Renault auf einer Forschungskonferenz 

Juni 2025 

Serie D über 75 Millionen US-Dollar mit Renault Group; Calvin-40 wird vorgestellt 

November 2025 

FDA erweitert Atalante X auf C4 bis L5 und Multiple Sklerose 

Januar 2026 

Permobil-Chef Chuck Witkowski rückt in den Verwaltungsrat 

Juli 2026 

ARCSA-Freigabe für Atalante X in Ecuador 

3. August 2026 

FDA-Freigabe für das persönliche Exoskelett Eve (K260381) 

4. September 2026 

Zwölf angekündigte Kunden für Calvin-40 

17. September 2026 

Verkaufsstart von Eve in den USA 

Häufige Fragen zu Wandercraft

Wer hat Wandercraft gegründet?

Die Firma wurde 2012 in Paris von Matthieu Masselin, Nicolas Simon und Alexandre Boulanger gegründet, drei Absolventen der École Polytechnique. Jean-Louis Constanza kam später dazu und wird heute auf der Firmenseite als Mitgründer geführt, Boulanger dort nicht mehr. 

Was kostet ein Exoskelett von Wandercraft?

Wandercraft veröffentlicht keine Preise. Reuters nannte 2021 für das Klinikgerät Atalante rund 150.000 Euro pro Stück. Für das persönliche Modell Eve gibt es keine Preisangabe; in den USA soll es über Medicare, die Veteranenbehörde und Unfallversicherungen abgerechnet werden. 

Kann man Eve in Deutschland kaufen?

Nein. Eve ist bisher nur in den USA zugelassen und dort seit dem 17. September 2026 erhältlich. Für einen Verkauf in der EU wäre eine CE-Kennzeichnung nach der Medizinprodukteverordnung nötig; einen Zeitplan dafür hat das Unternehmen nicht genannt. 

Wo wird Atalante X in Deutschland eingesetzt?

Die ersten beiden Geräte gingen im September 2023 an das Vivantes Klinikum Spandau in Berlin und an die Schön Klinik Bad Aibling Harthausen. Beide Häuser beteiligen sich an der Studie EarlyExo zur frühen Schlaganfall-Rehabilitation. 

Was ist Calvin-40?

Ein zweibeiniger Industrieroboter, den Wandercraft gemeinsam mit der Renault Group entwickelt hat. Er trägt nach Renault-Angaben 40 bis 50 Kilogramm und arbeitet im Werk Douai. Bis Ende 2027 sollen 350 Stück in französischen und spanischen Werken im Einsatz sein. 

Wem gehört Wandercraft?

Wandercraft ist eine nicht börsennotierte französische SAS. Größere Anteilseigner sind neben den Gründern Wagniskapitalgeber wie Quadrant Management, LBO France, Cemag Invest und der von Bpifrance verwaltete PSIM-Fonds. Die Renault Group hält seit 2025 eine Minderheitsbeteiligung. 

Quellen

Alle Zahlen in diesem Artikel wurden am 27. September 2026 geprüft. 

Autoren
  • Roboterwelt RedaktionRoboterwelt Redaktion